Tennis

Verborgene Talente finden

Bezirk Unterfranken stellt sich in der Jugendförderung neu auf
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Ehre, wem Ehre gebührt: Tennis-Bezirksvorsitzender Walter Haun überreichte Edda Rieke (TC Rottendorf) die Ehrennadel in Silber für 25 Jahre Funktionärstätigkeit. Foto: Foto: Michael Kämmerer

2012 war für den Tennisbezirk Unterfranken ein Jahr der Neuausrichtung. Nach Turbulenzen mit dem Bayerischen Tennis-Verband (BTV) und dem Rücktritt des Bezirksvorsitzenden Thomas Fischer (Würzburg) nahm im April ein neuer Vorstand unter der Führung des Aschaffenburgers Walter Haun die Arbeit auf. „Es war eine angenehme Zeit, in der ich viel Neues gelernt habe“, sagte Haun, als er am vergangenen Wochenende auf dem Bezirkstag in Wiesentheid Rückschau hielt auf das abgelaufene Jahr. „Die Zusammenarbeit mit dem Landesverband in München war sehr fruchtbar.“

Kritik übte der 55-jährige Banker dagegen am Deutschen Tennis-Bund (DTB), dessen Führung im Bundesausschuss mit ihren Differenzen ein „katastrophales Bild“ abgebe. Der Beschluss des DTB, die Beiträge um zehn Cent für jedes Mitglied zu erhöhen, was ihm Mehreinnahmen von 150 000 Euro garantiert, habe nicht nur Auswirkungen auf den BTV, auch auf die einzelnen Bezirke und damit auf die Vereine.

Die plagt ohnehin das anhaltende Problem des Mitgliederschwunds und der sinkenden Sponsorengelder. Die nachlassende Präsenz des Sports im Fernsehen und das ausbleibende Zuschauerinteresse setzten die Abwärtsspirale fort, wie Haun verdeutlichte. Dabei benötigt der Verband das Geld für seine Förderprogramme, für die der Etat zuletzt zurückgefahren wurde. 2012 hatte Unterfranken kaum Finanzmittel für den Nachwuchs bereitgestellt, was jedoch im personellen Umbruch begründet lag. Die Amtszeit des neuen Bezirksjugendwarts Klaus Englert (Würzburg) hätte vor einem Jahr kaum schlechter beginnen können: Es gab nach der Wahl keine Jugendreferenten mehr. Bis die Posten besetzt waren, hatte es längere Zeit gedauert, so dass Englert zwischenzeitlich erwogen hatte, sein Amt wieder aufzugeben. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt und der Bezirk ein neues Jugendkonzept entwickelt, das eine zweigeteilte Förderung vorsieht: in den Altersklassen U 7 bis U 10 sowie von der U 11 bis zur U 14.

Für die Jüngsten gibt es künftig eine zentrale Sichtungsveranstaltung, dazu Lehrgänge in den einzelnen Regionen des Bezirks sowie eine Turnierserie. Beim älteren Nachwuchs erfolgt die Förderung auf drei Stufen: über den Talentpool des BTV, durch finanzielle Zuschüsse des Bezirks für die besten Drei jeder Altersklasse sowie bei Lehrgängen und Trainingstagen, die sämtlichen Spielern offenstehen. „Es gibt etliche Talente, doch die meisten kennen wir bislang nicht“, sagte Englert über den Anlass des neuen Konzepts, das bei den Vereinen allerdings noch nicht angekommen zu sein scheint, wie eine Spontanumfrage in Wiesentheid ergab.

Aus finanzieller Sicht war 2012 für den Tennisbezirk ein gutes Jahr: Mit 57 000 Euro wurden nur 70 Prozent der geplanten Ausgaben verwirklicht, was vor allem an der ausgebliebenen Jugendförderung lag. Bei den Einnahmen ergab sich ein Überschuss von 22 000 Euro. Die Geldmittel betragen 125 000 Euro, darunter 100 000 Euro an Rücklagen. 2013 bleibt der Haushalt im Vergleich zum Vorjahr trotz des neuen Jugendkonzepts nahezu unverändert. Die überplanmäßigen Ausgaben sollen durch die Einsparungen des letzten Jahres aufgefangen werden. Selbst der Rückgang der Mannschaftsmeldungen führt nicht zu einer Erhöhung der Nenngelder.

Ehrungen des Tennisbezirks

Ehrennadel in Gold

Corinna Kaup (TSC Heuchelhof): bayerische und deutsche Meisterin in der Altersklasse 40

Jan Paulsen (TSC Heuchelhof): bayerischer Meister in der Altersklasse 40

Ehrennadel in Silber

Edda Rieke (TC Rottendorf): 25 Jahre Vorstandsmitglied

Gerald Willmann (SV Herschfeld): 18 Jahre in verschiedenen Funktionen

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