Juniorenfussball

Urteil nach Spielabbruch

Weil einem Erlenbacher Spieler das Auswechselritual zu langsam geht, wird er gegenüber einem Kitzinger handgreiflich. Für das Sportgericht ist die Sache klar, aber der Fall zieht Kreise.
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Fußball

Das Anfang Oktober abgebrochene Fußballspiel zwischen den U17-Junioren des SSV Kitzingen und des SV Erlenbach/Main ist vom Sportgericht nun zu Gunsten der Kitzinger gewertet worden. Das zuständige Jugendsportgericht I des Bezirks Unterfranken unter dem Vorsitz Gerhard Weißenbergers kam nach einer mündlichen Verhandlung zur Überzeugung, dass der Spielabbruch vom Erlenbacher Trainer verschuldet worden sei.

Unmittelbar, nachdem die Kitzinger damals zum 4:2 getroffen hatten, war die Situation außer Kontrolle geraten. Um Zeit zu gewinnen und den Vorsprung zu wahren, wollte der SSV noch einmal wechseln. Einem Erlenbacher Spieler ging dies zu langsam. Er nahm seinen Kitzinger Rivalen in den Schwitzkasten, der Angegriffene wehrte sich, ein Rudel entstand. Als die Lage sich beruhigt hatte und der Schiedsrichter die Begegnung fortsetzen wollte, nahm Erlenbachs Trainer sein Team vom Feld. Die Partie wurde daraufhin vom Schiedsrichter abgebrochen.

Rassistische Beleidigungen, wie sie der SV Erlenbach später Spielern und Zuschauern der Siedler zur Last legte, seien „nicht mehr aufklärbar“, heißt es in der Urteilsbegründung der Kammer. Der Schiedsrichter habe gegenüber dem Gericht „keine strafwürdigen Äußerungen“ angezeigt. Deshalb sei gegen den SSV kein Verfahren eingeleitet worden. Strafrechtlich ist der Fall allerdings noch nicht abgeschlossen. Nach dem Spiel war es außerhalb des Sportgeländes zu Handgreiflichkeiten zwischen Erwachsenen beider Lager gekommen, die Polizei fuhr mit zwei Streifenwagen am SSV-Heim vor und nahm nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen Körperverletzung auf.

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