Tennis

Turbulenzen sind mit Hauns Wahl ausgestanden

Es ging um einen Neubeginn beim Tennisbezirk Unterfranken, sowohl in der Führung als auch in seinem Verhältnis zum Dachverband. Und Bayerns Verbandspräsident Schmidbauer durfte in der Gewissheit zurück in den Süden fahren, dass der Konfliktherd Unterfranken der Vergangenheit angehört.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der neue Vorstand des Tennis-Bezirks: Bezirkssportwart Jörg Dotzel, Bezirksjugendwart Klaus Englert, Bezirksvorsitzender Walter Haun, BTV-Präsident Helmut Schmidbauer, Ehrenvorsitzender Heinz Rack und stv. Bezirksvorsitzender/Schatzmeister Gerd Fröhling (von links). Foto: Foto: Hohmann
+1 Bild

„Ich bin froh, dass die Turbulenzen zwischen Unterfranken und dem Bayerischen Tennis-Verband ausgestanden sind“, sagte Helmut Schmidbauer. Der BTV-Präsident war eigens aus München angereist, was bei Bezirkstagen nicht die Regel ist. Doch in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen ging es um einen Neubeginn, sowohl in der Führung des Bezirkes als in seinem Verhältnis zum Dachverband. Und Schmidbauer durfte in der Gewissheit zurück in den Süden fahren, dass der Konfliktherd Unterfranken der Vergangenheit angehört.

Das hat zunächst einmal mit dem Rücktritt des bisherigen Bezirksvorsitzenden Thomas Fischer (Würzburg) zum Jahreswechsel zu tun. Fischer hatte die Möglichkeit einer Abspaltung vom BTV nicht nur geprüft, wie es der letzte Bezirkstag mit großer Mehrheit beauftragt hatte, sondern aktiv betrieben. Er sah er darin bessere Möglichkeiten für das seiner Meinung nach stiefmütterlich behandelte und finanziell gemolkene Unterfranken. Fischer scheiterte, weil der restliche Bezirksvorstand nach anfänglichem Zögern sich gegen ihn wandte und auch der dazu ins Leben gerufene Arbeitskreis anders als der eigenwillige Bezirkschef nicht von der Umsetzbarkeit der Separationspläne überzeugt war.

Fischers bisheriger Stellvertreter Walter Haun (Schönbusch Aschaffenburg), der zum neuen Bezirksvorsitzenden gewählt wurde, erläuterte noch einmal die wesentlichen Gründe, warum ein Austritt aus dem BTV nicht durchführbar gewesen wäre. Die benachbarten Landesverbände Thüringen, Hessen und Baden hätten einen Anschluss Unterfrankens kategorisch abgelehnt. Für eine Selbstständigkeit des Tennis-Bezirks fehle die strukturelle Basis, alleine werde alles teurer als unter der Obhut des BTV.

Ausführlich hatten sich die Klubs schon an drei vorgeschalteten Terminen informieren können, was langwierige Diskussionen auf dem Bezirkstag verhinderte. Die relativ geringe Resonanz auf die Info-Gespräche wertete Haun als Hinweis, dass „die Vereine diesen Gedanken gar nicht leben wollen“. Fast ohne Diskussion bewerteten die Vertreter von 155 Vereinen denn auch den Prüfauftrag als erfüllt, das Thema Abspaltung war endgültig Vergangenheit.

Hauns Wahlvorschläge für die neue Führungsmannschaft des Tennis-Bezirkes gingen ohne Gegenkandidaten durch. Sein Stellvertreter ist jetzt Gerd Fröhling (WB Rimpar), der gleichzeitig Bezirksschatzmeister bleibt. Zum neuen Sportwart wurde Jörg Dotzel (TSV Maßbach) gewählt. Mit ihm ist nun auch der Osten des Bezirks im Vorstand vertreten. Neuer Jugendwart wurde Klaus Englert (SR Lengfeld), der bereits früher im Bezirk mitgearbeitet hatte und über große Erfahrung im Nachwuchsbereich verfügt. Die langjährige Jugendwartin Isolde Dehmel (Mainaschaff), die nicht wieder antreten wollte, wurde auf Vorschlag von Haun zum Ehrenmitglied des Tennis-Bezirks gewählt.

Mit Respekt nahm Schmidbauer „die gut gefüllte Kasse der Unterfranken“ zur Kenntnis. Durch Einsparungen erwirtschaftete Fröhling im vergangenen Jahr einen Überschuss von 18 500 Euro. Die Rücklagen von 95 000 Euro entsprechen einem kompletten Jahresetat. So müssen die Nenngelder nicht erhöht werden. In der Anfang Mai beginnenden Medenrunde treten in Unterfranken insgesamt 1503 Mannschaften an, davon 843 im Erwachsenen- und 666 im Nachwuchs-Bereich. Das bedeutet einen leichten Rückgang, den Haun durch verstärkte Aktivitäten im Kleinkind-Bereich umkehren will.

Seit vergangenem November hat sich Unterfranken auch in das Jugendkonzept des BTV eingeklinkt. Zur Bedingung machte der Bezirksvorstand einstimmig eine Deckelung seiner Zuschüsse auf einen Maximalbetrag, um kein finanzielles Risiko gehen zu müssen. Dem hatte der letzte Verbandstag entsprochen.

Ehrungen, Unterfrankenteller: Hajo Kneier und Klaus Wolf (beide PWA Aschaffenburg-Damm). Ehrennadel in Gold: Hans Kaewel und Armin Kastner (beide TSV Bad Kissingen), Gerd Fröhling und Ewald Bender (beide WB Rimpar), Günter Jaroschek und Werner Nadler (beide SR Lengfeld), Gerhard Kramer (PWA Aschaffenburg-Damm). Ehrennadel in Silber: Helmut Schetelig (SV Herschfeld), Reinhard Lenz (TC Neubrunn), Gernot Janke, Werner Kisan, Dierk Sparr (alle Tennis-Bezirk). Ehrenurkunde: Judith Schäfer (TC Neubrunn).

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren