„Es war eine spannende und interessante Saison“, meinte Uli Lauck, Trainer der Segnitzer Faustballerinnen am Sonntagnachmittag in entspannter Tonlage. Ein paar Stunden vorher hatte das noch anders ausgesehen. Da stand Lauck noch unter Strom und gab in der Theilheimer Jakobstalhalle bisweilen das Rumpelstilzchen. Seine Mannschaft kämpfte zu diesem Zeitpunkt noch gegen den drohenden Abstieg in der 2. Bundesliga Süd. Erst nach dem Erfolg über den TV Vaihingen/Enz im allerletzten Saisonspiel der Liga konnte Lauck aufatmen.

Am Morgen empfing der TV Segnitz zuerst den Aufstiegskandidaten TG Landshut und lieferte den Niederbayerinnen einen heißen Kampf. Schon der erste Satz entpuppte sich spiegelbildlich für die durchwachsene Saison des TVS mit fehlender Konstanz. Nach dem 4:4 ging Segnitz 8:5 in Front, kassiert aber das 9:9 und gab den Durchgang noch 9:11 ab. Nach dem 2:8 anfangs des zweiten Satzes sah es schlecht aus. Folgerichtig lag Segnitz nach dem 7:11 nach Sätzen 0:2 hinten. Auch im dritten Durchgang erwischte Landshut den besseren Start. Segnitz glich aber zum 10:10 aus. Da zahlte es sich aus, dass Ursina Sagstetter für Eugenia Rausch die Angaben übernahm. Als Landshuts Karin Richter beim 11:11 einen Aufschlag in die Leine setzte, schaffte Segnitz zur Freude des heimischen Anhangs den Satz-Anschluss.

„Hinten sind wir absolut erstliga-tauglich“

Uli Lauck Faustball-Trainer des TV Segnitz

Mit Steffi Mathan in der Mitte sowie den Schwestern Tatjana und Sophie Müller stand die TVS-Abwehr wie eine Bank. „Hinten sind wir absolut Erstliga-tauglich“, war sich Uli Lauck sicher und gab zu bedenken, dass die Müller-Mädels stark auftrumpften, obwohl sie von der U16-Meisterschaft am Vortag sieben Spiele in den Knochen hatten. Gegen Landshut markierte Segnitz durch das 11:7 sogar noch den Satzausgleich. Nicht nur deswegen ging Landshut Angabenspielerin Karin Richter vom Feld, und fortan musste es Kerstin Stättinger alleine richten. Segnitz lag beim Seitenwechsel des entscheidenden fünften Satzes deutlich 2:6 hinten, schlug aber zurück bis zum 9:9, ehe der Gast sich doch mit 12:10 durchsetzte.

Dennoch nahm Uli Lauck die positive Erkenntnis mit, „dass sich die Mädels während der Begegnung gesteigert haben“. Deswegen war er zuversichtlich für das direkte Abstiegsduell mit Vaihingen/Enz. Lauck ließ sich auch vom 8:11 im ersten Satz nicht entmutigen, und sein Team rechtfertigte das Vertrauen. Abgesehen von der Einwechslung Franziska Egers im vierten Satz setzte sich Segnitz mit seiner bestmöglichen Formation 3:1 nach Sätzen durch und sicherte sich unter normalen Umständen den Klassenerhalt. Der TVS hat sich eine weitere Saison in der Zweitklassigkeit verdient, denn die Mannschaft wehrte sich nach Kräften gegen Handicaps. Vor der Runde meldeten sich mehrere Spielerinnen ab, Eugenia Rausch musste bis zum Jahresanfang 2012 nach einem Kreuzbandriss pausieren und zeitweise fiel auch noch die nächste tragende Säule im Angriff, Ursina Sagstetter, aus. „Trotzdem hat die Saison Spaß gemacht“, sagte Uli Lauck und überrascht damit. Der Spaß beim Trainer verwundert freilich nicht, wenn er mit leuchtenden Augen erzählt, „dass ich letzten Freitag 15 Spielerinnen im Training hatte, obwohl der Abstieg drohte“.

Die Essenz der Saison besteht darin, dass der Kader Zweitliga-Format hat, und sich die engagierte Jugendarbeit permanent auszahlt, denkt man nur an eine Sophie Müller, die mit erst 14 Jahren Stammspielerin eines Zweitligisten ist. „Wenn andere Spielerinnen wieder dazu stoßen wollen, können sie jederzeit mitziehen“, blickt Uli Lauck nach vorne, weiß aber auch, dass er seinem aktuellen Kader vertrauen kann, wenn Ausfälle von Leistungsträgerinnen ausbleiben. „Jetzt dürfen die Mädels feiern und dann gehen wir heute Abend noch Essen“, verriet Lauck am Sonntag und wirkte noch entspannter.

2. Bundesliga Süd Frauen

TSV Grafenau – TuS Frammersbach 3:1  
TuS Frammersbach – TV Vaihingen/Enz 2:3  
TSV Grafenau – TV Vaihingen/Enz 3:0  
TSV Gärtringen – TV Eibach 3:2  
TV Eibach – TuS Frammersbach 3:2  
TSV Gärtringen – TuS Frammersbach 3:0  
TV Haibach – TSV Grafenau 2:3  
TSV Grafenau – TSV Schwieberdingen 2:3  
TV Haibach – TSV Schwieberdingen 0:3  
TV Segnitz – TG Landshut 2:3  
TG Landshut – TV Vaihingen/Enz 3:0  
TV Segnitz – TV Vaihingen/Enz 3:1  

1. (2.) TG Landshut 16 14 0 2 45 : 18 28 : 4  
2. (1.) TV Eibach 16 14 0 2 45 : 15 28 : 4  
3. (3.) TSV Gärtringen 16 11 1 4 40 : 25 23 : 9  
4. (4.) TSV Grafenau 16 9 0 7 39 : 29 18 : 14  
5. (6.) TSV Schwieberdingen 16 7 0 9 27 : 34 14 : 18  
6. (5.) TuS Frammersbach 16 6 0 10 30 : 36 12 : 20  
7. (7.) TV Segnitz 16 4 1 11 22 : 39 9 : 23  
8. (9.) TV Vaihingen/Enz 16 3 0 13 19 : 43 6 : 26  
9. (8.) TV Haibach 16 3 0 13 15 : 43 6 : 26  

Segnitz – Landshut 9:11, 7:11, 13:11, 11:7, 10:12

Segnitz – Vaihingen/Enz 8:11, 11:6, 11:8, 11:7