Handball

„Träumen ist erlaubt“

Trainer Matthias Obinger zur Tatsache, dass die Bad Neustadter Handballer um den Aufstieg in die 2. Bundesliga spielen
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Jubelpose: Matthias Obinger, Trainer des Bad Neustadt. Foto: Foto: Anders

Die Liste der Anwärter auf den Titel umfasste vor Saisonbeginn beinahe ein Drittel der Klubs der 3. Liga Ost. Der EHV Aue stand darauf, der Dessau-Roßlauer HV, der HSC 2000 Coburg, die TG Münden und der ESV Lok Pirna. Mit Aue lagen die Experten richtig, es führt vor Beginn der Rückrunde das Feld mit 27:3 Punkten an. Nur eine Mannschaft wird dem EHV in der Rückserie den Titel und den Aufstieg in die 2. Bundesliga streitig machen können. Der HSC Bad Neustadt. HSC-Trainer Matthias Obinger (31) macht unter anderem den Zusammenhalt seiner Mannschaft für deren tolle Auftritte in der Vorrunde verantwortlich.

Frage: Wie beurteilen Sie den bisherigen Verlauf der Saison?

Matthias Obinger: Wir haben eine perfekte Hinrunde gespielt. Wenn man bedenkt, dass wir seit dem Coburg-Spiel nicht mehr mit dem kompletten Kader auflaufen konnten, spricht das für die Ausgeglichenheit im Team.

Sind Sie vom Abschneiden überrascht?

Obinger: Nicht wirklich. Wir haben die Mannschaft nach den Abgängen gezielt verstärkt und die Trainingsumfänge deutlich nach oben geschraubt. Dass wir aber nach der Hinrunde auf Platz zwei rangieren, damit konnte man nicht rechnen.

In der Vorrunde gab es durch die Abgänge von Daniel Hellwig und Adrian Wendlandt, die Nationalmannschaftseinsätze von Gary Hines, Margots Valkovskis und Janis Pavlovics sowie die Verletzungen von Stefan Schuchardt, Vilim Leskovec und Alexander Simon teilweise gravierende Personalprobleme. Warum hat das Team dies so gut verkraftet?

Obinger: Weil es als Team funktioniert. In der Mannschaft hat jeder einzelne seine Position gefunden. Durch die Abgänge und Ausfälle ist die Mannschaft noch enger zusammengerutscht. Das spricht für den Charakter im Team. Neid oder Missgunst sind Fremdwörter.

Sehen Sie den HSC in seiner jetzigen Zusammensetzung als zweitligatauglich?

Obinger: Ich denke der HSC ist mit seinen gesamten Strukturen absolut drittligatauglich. Vielleicht mittel- oder langfristig sogar zweitligatauglich. Aber so etwas muss wachsen. Hau-Ruck-Aufstiege verlaufen meistens im Sande. Es gilt die Politik der kleinen Schritte. Dann ist perspektivisch vielleicht auch einmal mehr drin. Träumen ist erlaubt.

Wie beurteilen Sie die Stärke der Liga? Gibt es positive Überraschungen? Wer hat enttäuscht?

Obinger: Wie zu erwarten war, ist die Liga in ihrer Breite noch einmal stärker geworden. Kein Vergleich mehr zu den Regionalligen. Das zeigen Woche für Woche ja auch die Ergebnisse. Meines Erachtens ist es noch zu früh, um von Enttäuschungen zu sprechen. Schließlich ist erst Halbzeit. Allerdings möchte ich unser Abschneiden als durchaus positiv einstufen. Aber auch den fünften Platz der Wölfe aus Rimpar schätze ich als positive Überraschung ein.

Haben Sie schon Neuzugänge für die nächste Saison ins Auge gefasst oder wollen Sie sich noch in der Winterpause verstärken?

Obinger: Wir sondieren ständig den Markt und beobachten Spieler. Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine kurzfristigen Verstärkungen geplant. Einige Spieler stehen aber für die nächste Saison auf der Liste.

Haben Sie schon Ihren Vertrag verlängert?

Obinger: Nein. Mein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Es hat erste Gespräche mit der Vereinsführung gegeben. Entschieden ist aber noch nichts.

Hat Sich das Saisonziel eigentlich geändert?

Obinger: Nein. Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen und von Spiel zu Spiel schauen. Diese Vorgaben werden wir auch beibehalten und keinerlei Korrekturen vornehmen.

Wer wird Meister?

Obinger: Der EHV Aue.

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