FUSSBALL: KREISKLASSE

Torwart geschlagen: Tumulte und fast ein Spielabbruch

Beim Kreisklasse-Spiel in Aub wird der Torwart der Gastgeber geschlagen und verletzt, er wehrt sich und sieht noch die Rote Karte. Ein weiterer Fall eskalierender Gewalt.
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Schon im Hinspiel fielen Willanzheimer und Auber übereinander her – damals akrobatisch. Foto: Foto: Hans Will

Das Spiel der Fußball-Kreisklasse zwischen dem TSV Aub und dem SV Willanzheim stand vergangenen Sonntag am Rand des Abbruchs . Der Schiedsrichter ließ nach einer Unterbrechung die Partie fortsetzen – trotz Tumulten und ohne Aubs Torhüter, der in der Szene verletzt worden war und obendrein die Rote Karte erhalten hatte.

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In einem bis dahin normalen Fußballspiel – heißt: die Beschimpfungen, Provokationen und die Härte der Foulspiele sollen sich im mittlerweile üblichen Rahmen gehalten haben – ließ eine Aktion das Spiel völlig aus dem Ruder laufen. Während sich die Beteiligten wie die Trainer Christopher Dietl (Aub) und Christian Volkamer (Willanzheim) sowie Willanzheims Sportleiter Manuel Stöcker zu den Vorfällen nicht äußern wollen, schildert ein Zuschauer der Partie die Szene wie folgt: Im Auber Strafraum gerieten zwei Spieler der beiden Mannschaften aneinander, ein Wort gab das andere. Aubs Schlussmann Thim Schuster wollte die Streithähne trennen und schob den Willanzheimer Spieler dabei mit Vehemenz zur Seite.

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Diese Aktion veranlasste einen Betreuer der Gäste – er war nach einer vorherigen Verletzungsbehandlung auf dem Weg zurück zur Ersatzbank und in der Nähe des Geschehens – ebenfalls einzugreifen. Der Betreuer und Zuschauer sollen nach Angaben des Schiedsrichters Steffen Szingsniß (dieser war der einzige, der sich äußerte) den Auber Schlussmann Thim Schuster mit dem Eiskoffer mehrfach gegen den Kopf geschlagen haben. Schuster, der eine blutende Kopfverletzung davontrug, wehrte sich und schob den Willanzheimer Teamoffiziellen in den Fangzaun. Dies löste eine größere Rudelbildung aus. Zuschauer und Spieler stürmten zum Tatort, das Spiel war für mehrere Minuten unterbrochen. Mehr als 30 Personen sollen sich auf dem Spielfeld befunden haben.

Ein Spielabbruch wäre laut Regelwerk möglich gewesen. Doch Szingsniß entschied sich nach Rücksprache mit den beiden Spielführern, die Partie fortzusetzen – mit zwei Spielern weniger. Denn Willanzheims Pascal Schmitt und auch Schuster waren wegen Tätlichkeiten des Platzes verwiesen worden. Schusters mögliche Sperre wurde vom Sportgericht mittlerweile bis zum endgültigen Urteilsspruch ausgesetzt. Er ist an diesem Samstag also spielberechtigt. In der Partie gegen Willanzheim konnte er nicht mehr helfen: Die Auber verloren mit 1:2.

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