ABTSWIND

Torjäger, Türöffner und drei Neue

Seine Tore hat Pascal Kamolz bisher bei allen Vereinen erzielt, für die er als Stürmer tätig war. Vergangene Saison traf der 27-Jährige ganze 22-mal für den Würzburger FV ins Netz, in der Bayernliga wohlgemerkt. Eine Liga tiefer tut er nun beim TSV Abtswind das, was er am besten kann: Tore schießen. Beim 4:1 (0:0)-Erfolg der Abtswinder gegen die DJK Don Bosco Bamberg gelangen dem 1,82 Meter großen Prototyp eines Mittelstürmers wieder zwei.
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Dynamischer Wegbereiter: Nicht nur in dieser Szene lässt sich Abtswinds Kapitän Daniel Hey kaum vom Bamberger Felix Strobler aufhalten. Abtswinds Führungstreffer zum 1:0 per Elfmeter ging ein Foul an Hey voraus, nachdem sich dieser ähnlich wie in dieser Szene auf der Außenbahn durchgesetzt hatte. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Seine Tore hat Pascal Kamolz bisher bei allen Vereinen erzielt, für die er als Stürmer tätig war. Vergangene Saison traf der 27-Jährige ganze 22-mal für den Würzburger FV ins Netz, in der Bayernliga wohlgemerkt. Eine Liga tiefer tut er nun beim TSV Abtswind das, was er am besten kann: Tore schießen. Beim 4:1 (0:0)-Erfolg der Abtswinder gegen die DJK Don Bosco Bamberg gelangen dem 1,82 Meter großen Prototyp eines Mittelstürmers wieder zwei.

Genauso viele wie Ende Mai: Damals verpasste Kamolz mit dem WFV den Oberfranken ein 7:3-Päckchen. Für Abtswind steht Kamolz' Quote nun bei sechs Einschüssen in fünf Spielen, wobei er bisher in jeder Partie getroffen hat. Diesmal gab's den ersten Doppelpack. Wie viele Tore es diese Runde werden? „Mehr als in der Bayernliga sollen es schon sein“, sagt der Würzburger, der nun auch in der Firma von Abtswinds Mäzen Christoph Mix arbeitet. Und da waren es, wie gesagt, zuletzt 22.

Kamolz war bisher nicht von der Rotation betroffen, die Trainer Jochen Seuling bei seiner Mannschaft praktiziert. Diesmal erwischte es Jonas Wirth, der auf die Bank musste. Gegen Bamberg, das sich eine Halbzeit lang als äußerst unbequemer Gegner zeigte, lag der Unterschied wieder einmal im Personal. Abtswind kann einfach Ausfälle nahezu gleichwertig kompensieren, auch wenn Sturm-As Peter Mrugalla (Mandelentzündung), Kim Kruezi (Urlaub), Axel Zehnder oder Frederik Weiß überhaupt nicht im Kader standen und Simon Wolf draußen blieb. Bamberg vermochte seinen Torjäger Bascim Peci (Urlaub) und den Mittelfeldstrategen Klaus Grütze (gesperrt) nicht adäquat zu ersetzen.

Dennoch musste erst eine aus Sicht der Gäste unglückliche Aktion her, als Abwehrkraft Johannes Jessen gegen den flinken Daniel Hey nach einem schnell ausgeführten Freistoß etwas unbedarft an der eigenen Grundlinie einstieg. Schiedsrichter Windisch entschied auf Elfmeter, den Jörg Otto bombensicher flach gegen Bambergs Torwart-Koloss Matthias Kühhorn zum 1:0 einschob (51. ). Kühhorn hatte im ersten Abschnitt die beste und einzig gute Abtswinder Chance vereitelt. Mit tollem Reflex wischte er den Kopfball von Sebastian Otto aus kurzer Distanz soeben noch über die Querlatte (20.).

Ansonsten zeigte sich Bamberg im ersten Abschnitt als erfolgreicher Spielverderber. Die Gastgeber bissen sich über weite Strecken die Zähne aus am unbequemen, geschickt verteidigenden Gast. Viele Fouls und Hakeleien unterbrachen immer wieder den Spielfluss. Ein Leidtragender war Albert Fischer, der früh raus musste, weil ihn DJK-Akteur Strobler in die Bande abgedrängt hatte (36.). Die Jugendkraft machte aus ihren ein, zwei einigermaßen erwähnenswerten Gelegenheiten allerdings zu wenig.

„Zu langsam, zu viele Fehlpässe, zu wenig über außen“, hatte TSV-Trainer Seuling am Spiel seiner Elf bis zur Pause auszusetzen. Das sollte sich mit dem Elfmeter, der als Türöffner zum Sieg diente, ändern. Zwei weitere clevere Züge der Abtswinder reichten, um alles klar zu machen. Paunescu schickte Kamolz fein in die Gasse, der aus zwölf Metern trocken zum 2:0 vollstreckte (58.). Schließlich sauste Michael Herrmann auf der Außenposition allen davon, sein Zuspiel lenkte Sebastian Otto per abgefälschtem Flachschuss zum 3:0 (62.) in die Maschen. Die Entscheidung war das noch nicht. Nach dem Ballverlust von Paunescu narrte Nicolas Wunder drei unentschlossene Abtswinder und es hieß 1:3 (71.).

Dann trat DJK-Unglücksrabe Jessen Angreifer Kamolz in die Hacken und sah als letzter Mann folgerichtig die rote Karte (73.). Damit bremste er die Versuche der Gäste, näher heranzukommen, aus. Auch Torwart Husics Aussetzer, als er Bambergs Rosiwal den Ball praktisch maßgerecht servierte, blieb ohne Folgen (78.). So setzte Pascal Kamolz den Schlusspunkt per Konter (84.). „Das Spiel hat einige Schwächen aufgedeckt, aber auch Stärken“, analysierte TSV-Trainer Seuling später. Mit dem Guten meinte er vor allem die 25 Minuten seiner Elf nach der Pause. „Wenn Abtswind sich nicht als Titelkandidat sieht, dann weiß ich auch nicht“, rückte Bambergs Trainer Gerd Schimmer die Verhältnisse zurecht.

Diese Rolle ist nichts Neues für Abtswind. Neu sind aber drei Spieler, die erst seit kurzem dort kicken. Mit Cosmin und Vlad Andrei hat der TSV ein 19jähriges, aus Rumänien stammendes Zwillingspaar verpflichtet. Vlad verstärkt die Abwehr, Cosmin Andrei ergänzt als Torwart den Kader. Beide wechselten, wie auch der Dritte im Bunde, Lukas Zobel, von den Würzburger Kickers zum TSV. Nicht mehr im Kader sind dagegen Patrick Hock (nach Unterpleichfeld) und Alexander Hofmann (Schlüsselfeld).

Die Statistik zum Spiel

TSV Abtswind – DJK Don Bosco Bamberg 4:1 (0:0)

Abtswind: Irnes Husic; Daniel Hey, Tobias Werner (69. Jonas Wirth), Sven Gibfried, Michael Herrmann, Jörg Otto, Jürgen Endres, Michael Seuling (63. Sandro Wolf), Albert Fischer (36. Constantin Paunescu), Sebastian Otto, Pascal Kamolz.

Bamberg: Matthias Kühhorn; Janos Wunder, Felix Strobler, Johannes Jessen, Roland Kropf, Maximilian Hoffmann, Max Häßler (46. Sebastian Fleischmann), Tobias Reissner (58. Sören Keck), Nicolas Wunder, Johannes Rosiwal, Nicolai Schwinn (58. Toyin Ogunjimi).

Schiedsrichter: Markus Windisch (Heßdorf).

Zuschauer: 230.

Gelbe Karten: Werner, Kamolz / Jessen.

Rote Karte: Johannes Jessen (Bamberg, 73., Notbremse).

Tore: 1:0 Jörg Otto (51., Foulelfmeter), 2:0 Pascal Kamolz (58.), 3:0 Sebastian Otto (62.), 3:1 Nicolas Wunder (73.), 4:1 Pascal Kamolz (84.).

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