Verhalten bewertet Coach Martin Lang den bisherigen Saisonverlauf. Den vierten Platz sieht Sulzfelds Trainer als nebensächlich an. "Die Bewertung mache ich weniger an den Tabellenständen fest, die ergeben sich automatisch. Mich interessieren viel mehr die erreichten Punkte", sagt der 40-Jährige, "doch angesichts unserer Möglichkeiten müssen wir mit dem Erreichten zufrieden sein." In Zahlen heißt das: 29 Punkte aus 17 Spielen. Daraus errechnet sich ein Schnitt von 1,7 Punkten pro Spiel.
"Die Breite des Kaders ist recht dünn", nennt Lang die größte Problemzone der Maustaler, "am besten lässt sich das mit der Position des Torhüters belegen. Wir mussten die Halbserie gleich mit fünf Torhütern bestreiten. Für den ständigen Wechsel auf der Position gab es mit Verletzungen, Sperren oder Beruf gleich mehrere Gründe. Das sagt zugleich vieles darüber aus, dass uns vor allem die personelle Konstanz fehlte." Der erfahrenste Torhüter Marcus Orth absolvierte im vergangenen Halbjahr in Bad Kissingen sein zweites Staatsexamen. "Er wollte sich darauf konzentrieren, um die Prüfungen so gut wie möglich zu beenden. Deshalb verpasste er viele Trainingseinheiten und ließ, das war vor der Saison auch so vereinbart, den Jüngeren den Vortritt", berichtet Lang.
So stand am Saisonanfang der aus der eigenen Jugend gezogene Simon Brückner zwischen den Pfosten. "In den ersten Spielen fing er sehr gut an, verletzte sich aber leider vor der Partie in Mainstockheim, womit er für den Rest der Vorrunde ausfiel." Daraufhin stand der von Repperndorf gewechselte Peter Ptok im Tor, handelte sich aber beim 2:2 in Karlstadt bereits nach wenigen Minuten eine Rote Karte ein. Anschließend fiel auch er aus, so dass Michael Damke, Torhüter der zweiten Mannschaft, für ein Spiel aushelfen und auch Orth kurzfristig wieder einspringen musste.
Überhaupt dezimierten sich die Sulzfelder oftmals selbst - insgesamt zehn Platzverweise kassierten die Maustaler im Saisonverlauf. Als alle vier bisherigen Torleute ausfielen, hütete schließlich Thorsten Wahner beim 2:5 in Mönchberg die Aluminiumstangen. "Dankenswerterweise stellte er sich zur Verfügung, als bei uns alle Stricke rissen und kein anderer mehr verfügbar war."

Bestes Spiel gegen Rottendorf


Als das beste Spiel nennt Lang ergebnisunabhängig das 2:1 zu Hause gegen Rottendorf. "Dabei zeigten wir unsere beste Leistung. Der Gegner kam als Tabellenführer zu uns, aber bis auf wenige Ausnahmen gaben wir ihm kaum Möglichkeiten zur Entfaltung", blickt der Trainer auf jene Begegnung zurück und zieht für den weiteren Saisonverlauf daraus eine Lehre: "Man konnte sehen, was in der Mannschaft steckt, wenn alle miteinander an einem Strang ziehen und sich an die gegebenen Vorgaben halten. Jeder muss bereit sein, seine Leistung in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Daran müssen wir arbeiten, denn nur dann können wir gemeinsam erfolgreich Fußball spielen."

Schlechteste Leistung im Derby


Als schlechteste Leistung nennt Lang den äußerst blassen Auftritt beim 0:4 im Landkreisderby in Mainstockheim. "Sowohl von der Leistung als auch von der Einstellung war das unser schwächstes Spiel. Das ärgerte im Nachhinein nicht nur mich, sondern vor allem auch die Spieler, dass wir ausgerechnet gegen einen Lokalrivalen so schlecht aussahen."
Zwei Veränderungen gibt es nun im Sulzfelder Kader zur Winterpause. Zum einen wechselt Thomas Wolf von Biebelried ins Maustal, zum anderen steht Tobias Zehnder nicht mehr zur Verfügung. "Er kann berufsbedingt leider nicht den Aufwand betreiben, um weiter für uns aktiv zu sein", erklärt Lang. Er räumte jedoch ein, dass es gerade in der Winterpause schwierig sei, neue Spieler zu gewinnen, da auch der abgebende Verein sein Einverständnis zum Wechsel geben müsse.
"Ob wir Dritter oder Achter werden, spielt für mich keine große Rolle", sagt Lang über das Saisonziel, "doch fordere ich von meiner Mannschaft bis zum Saisonende einen Schnitt von zwei Punkten pro Spiel." Um dies zu erreichen, muss der TSV noch 31 Zähler holen - das wären zehn Siege und ein Unentschieden aus den verbleibenden 13 Spielen. Dazu gibt der Trainer eine klare Vorgabe: "Wir müssen konsequenter mit unseren Torchancen umgehen, weil wir teilweise in mehreren Spielen fahrlässig die Chancen vergaben. Wenn wir frühzeitig das Tor erzielt hätten, hätten wir uns auch einige Punktverluste sparen können. Zum anderen benötigen wir mehr Konsequenz im Spiel nach hinten, um einfache und vermeidbare Gegentore nicht zuzulassen."
Wie bereits bekannt wurde, läuft die vor einem Jahr geschlossene Vereinbarung zwischen Trainer und Verein nach eineinhalb Jahren am Saisonende ohne Verlängerung aus. "Die Vorstandschaft entschied sich dafür, in der nächsten Saison mit Andi Süßmeier zu arbeiten. Mit dieser Entscheidung muss und kann ich leben", sagt Lang, "denn wenn ein Vertrag ausläuft, ist es meines Erachtens auch legitim, dass sich beide Seiten Gedanken darüber machen, wie es weitergeht. Wir hatten uns zwar an Allerheiligen getroffen, gingen aber ohne ein konkretes Ergebnis auseinander."
Ob Lang in der nächsten Saison eine andere Mannschaft coacht und welche, ist offen: "Falls sich etwas ergibt, wäre das schön, falls nicht, wäre das für mich auch in Ordnung. In dieser Sache bin ich momentan ganz entspannt."