Fußball-Kreisliga 1 Schweinfurt

Tor des Monats reicht Kleinlangheim nicht

Kleinlangheim trifft spektakulär, doch der Sieg gehört Geesdorf. Nach dem 1:2 in der 78. Minute kann der Aufsteiger nicht mehr nachlegen.
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Lieber nicht hinschauen: Kleinlangheims Sebastian Gramlich (links) geht gegen den Geesdorfer Lukas Rößner in Deckung. Foto: Foto: Michael Kämmerer

Gäbe es in der Kreisliga Fernsehkameras, dann besäße Sebastian Hofmann gute Chancen in der „Sportschau“ aufzutauchen. Dem Kleinlangheimer gelang am Sonntag gegen den FC Geesdorf ein spektakulärer Kunstschuss, ein Treffer der Kategorie „Tor des Monats“: Vom Anstoßpunkt trat Hofmann den Ball auf direktem Weg ins Gehäuse – rund fünfzig Meter in hohem Bogen, vorbei am Schlussmann, der im Rückwärtslaufen noch versucht hatte zu fangen. „Ich probiere das öfters, wenn wir ein Tor brauchen“, erzählte Hofmann, als das Spiel vorüber war. Geglückt war ihm das in seiner Laufbahn schon einmal – als Hofmann für die Amateure der SpVgg Greuther Fürth spielte. „Damals war ich technisch versierter“, sagte der 25-Jährige: „In Fürth habe ich aber einiges gelernt, was ich heute noch brauchen kann.“ Der Schuss zum 1:2-Anschlusstor gegen Geesdorf belegte dies auf beeindruckende Manier.

Für die Bundesliga genügten derlei Fähigkeiten allein nicht. „Ich wollte Profi werden, doch es hat nicht ganz geklappt“, blickte Hofmann zurück, der aus dem Geiselwinder Ortsteil Dürrnbuch kommt und über die Stationen Abtswind und Kickers Würzburg in Kleinlangheim landete. Dort kickt er nur aus Spaß. Der Beruf ist heute wichtiger. So groß Hofmanns Freude über sein Tor auch war, das Endergebnis verdarb ihm und der Mannschaft den Sonntagnachmittag. Denn nach dem 1:2 in der 78. Minute konnte Kleinlangheim nicht mehr nachlegen.

„Eigentlich hatten wir uns den Ausgleich verdient“, fand Trainer Michael Ludwig. Aber nur eigentlich. Mit etwas weniger Glück hätten die Hausherren nach einer Halbzeit bereits hoffnungslos zurückliegen können. Geesdorfs Angreifer Stefan Weiglein traf mit seinen wuchtigen Kopfbällen dreimal die Aluminiumstangen, und Lukas Rößner prüfte mit Distanzschüssen Kleinlangheims Torhüter Manuel Tippmann.

„Ich wäre schon mit einem 3:0 zufrieden gewesen“, sagte Geesdorfs Trainer Hassan Remeithi angesichts der Fülle an Chancen bis zur Pause: „Danach hätten wir es ruhig angehen lassen.“ Aber nur einmal hatte es eingeschlagen, als Philipp Weissenseel das aus bedingungsloser Manndeckung errichtete Bollwerk überwand (36. Minute). Bis dahin hatte die Partie nur eine Richtung zugelassen. Mit ihrer geschmeidigen Spielkultur erzeugten die um den Aufstieg buhlenden Gäste Angriff um Angriff. Zwischendurch änderten sie ihre Formation, zogen das Mittelfeld mit vier Mann in die Breite.

Trotz aller Vielfalt hatten die vergebenen Chancen und die vorige Niederlage gegen Herlheim offenbar nachdenklich gemacht, zumal ein Tor Vorsprung keine Sicherheit garantierte. Kleinlangheim traute sich im zweiten Durchgang mehr zu, was Geesdorfs lange unterforderte Abwehrreihe anfällig werden ließ. „Ich dachte, ich könnte für den Rest des Spiels durchschnaufen“, sagte Remeithi, nachdem Weissenseel auch den zweiten Treffer besorgt hatte (77.). Doch Geesdorfs Jubel durchstach Sebastian Hofmann mit seinem Geniestreich, der mehr Beachtung verdient gehabt hätte als die Bewunderung durch 200 Zuschauer. Allein ihm fehlte die große Bühne.

Statistik zum Spiel

VfL Kleinlangheim – FC Geesdorf 1:2 (0:1)

Kleinlangheim: Manuel Tippmann; Moritz Braun, Oliver Hemmeke, Amadou Jallow, Sebastian Hofmann, Sven Radler, Alexander Emmerling (46. Sebastian Gramlich), Michael Ludwig, Timo Wolf (87. Dominik Hubert), Markus Golombek, Alexander Rennert (71. Markus Schellhorn).

Geesdorf: Christian Deppisch; Thomas Lordo, Patrick Beuerlein, Dominik Kober, Lukas Rößner, Simon Weiglein, Daniel Wagner (86. Marco Lutz), Oliver Hahn, Christian Hahn (40. Mohamed Remeithi), Stefan Weiglein, Philipp Weissenseel.

Schiedsrichter: Ali Arslan (FC Wiesenfeld/Halsbach).

Zuschauer: 200.

Gelbe Karten: Hofmann, Braun.

Tore: 0:1 Philipp Weissenseel (36.), 0:2 Philipp Weissenseel (77.), 1:2 Sebastian Hofmann (78.).

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