HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA

Thema Aufstieg ist bei der HSG Volkach tabu

Nach dem Abstieg aus der Landesliga hatten die Handballerinnen der HSG Volkach die direkte Rückkehr angepeilt. Doch die Hürden sind größer als erhofft.
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Zufrieden mit der Entwicklung seiner Mannschaft: Trainer Marcus Müller. Foto: Foto: Hans Will

Groß war die Enttäuschung bei den Handball-Damen der HSG Volkach, nachdem in der Vorsaison der Abstieg aus der Landesliga feststand. Bereits nach einem Jahr musste der Aufsteiger wieder den Rückweg in die Bezirksoberliga antreten. Doch schafften es die HSG-Verantwortlichen, den Frust schnell in neue Energie umzuwandeln. Sie hielten sich nicht lange mit Lamentieren auf, sondern gaben als Ziel den direkten Wiederaufstieg aus.

So viel Mut wirkt, gerade in Zeiten, in denen Tiefstapelei vielerorts zum Tagesgeschäft gehört, erfrischend. Es schürt allerdings auch Erwartungen und sorgt dafür, dass Ergebnisse und Leistungen einer Mannschaft genau unter die Lupe genommen werden. Blickt man auf Volkachs Bilanz nach sechs absolvierten Spieltagen, muss demnach die Frage erlaubt sein, ob sich die Verantwortlichen mit der ambitionierten Vorgabe Wiederaufstieg nicht ein wenig vergaloppiert haben.

Vier Siege aus sechs Partien sind gewiss kein Resultat, für das sich die HSG schämen müsste, allerdings haben die Volkacherinnen eben auch schon vier Minuspunkte gesammelt. Für einen selbsternannten Aufstiegsanwärter ist das zu diesem frühen Saisonzeitpunkt eigentlich zu viel. Erst recht, wenn man bedenkt, dass die HSG in der Aufstiegssaison vor zwei Jahren insgesamt nur drei Minuspunkte anhäufte.

Einen Grund, vom Saisonziel abzurücken, sieht Volkachs Coach Marcus Müller trotz der Anlaufschwierigkeiten in der Saison nicht. Er mag nur nicht mehr so viel über das Thema Aufstieg reden. Insbesondere nicht mit seiner Mannschaft. „Wir haben entschieden, den Gedanken erst mal weit wegzuschieben und nicht mehr über den Aufstieg zu sprechen,“ erläutert Müller, der zugibt, dass das Ziel „vielleicht etwas zu forsch“ formuliert worden sei.

Die neue Marschroute scheint sich auszuzahlen. Denn nachdem Volkachs Damen zwei der ersten drei Saisonpartien verloren hatten, kehrten sie in die Erfolgsspur zurück und gewannen dreimal in Folge. „Die Mannschaft hat sich gefangen. Wir sind zufrieden mit der Entwicklung,“ sagt Müller. Grämen müsse man sich ob der beiden Niederlagen gegen Estenfeld und Bergtheim II nicht. Das könne immer passieren.

Fakt ist aber auch, dass die drittplatzierten Volkacherinnen damit genau gegen jene beiden Gegner verloren haben, die in der Tabelle vor ihnen rangieren. Weil am Saisonende nur der Tabellenerste in die Landesliga aufsteigt, ist es insbesondere die Bergtheimer Bayernliga-Reserve, die der HSG Kopfschmerzen bereitet. Schließlich steht die verlustpunktfrei und mit Vorsprung an der Tabellenspitze. Zurecht, wie Müller findet. Schließlich sei der Spitzenreiter mit einigen ehemaligen Bayernliga-Spielerinnen im Kader stark aufgestellt.

Den Druck auf Volkach verringert das vordergründig nicht, will man das Ziel Landesliga nicht frühzeitig aus den Augen verlieren. Doch Müller fühlt sich in der Rolle des Jägers wohl. „Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, denken jetzt nur noch von Spiel zu Spiel und wollen alle gewinnen.“ Mehr könne man ohnehin nicht beeinflussen und wenn es am Ende nicht zum Sprung nach oben reichen sollte, sei man schlicht nicht gut genug gewesen.

Dass seine Mädels das Zeug dazu haben, ins Titelrennen einzugreifen, davon ist der Übungsleiter indes überzeugt. „Wir verbessern uns von Spiel zu Spiel“, erkennt der Trainer, der ein Freund des Tempohandballs ist, Fortschritte im Spiel nach vorne. In Sachen Abwehrarbeit gäbe es ohnehin keinen Grund zu klagen. Steigere sich das Team jetzt noch in puncto Effizienz, könne man noch einiges erwarten. Müller weiß aber: „Erlauben können wir uns nichts mehr.“ Auch vor diesem Hintergrund wird das anstehende Derby gegen den Tabellenvorletzten SG Dettelbach/Bibergau zur Pflichtaufgabe. Doch Müller, der personell bis auf die länger fehlende Sandra Hämmerlein aus dem Vollen schöpfen kann, hat Respekt vor dem Gegner. „Derbys sind immer heikel. Dettelbach wird motiviert sein und sich etwas überlegen. Aber wir haben sie vor zwei Jahren zweimal geschlagen und wollen das auch wieder tun.“

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