Fussball-Landesliga Nordwest

Tamer Yigits Kurz-Gastspiel

Vor 16 Jahren hat Bayern Kitzingens Trainer für die TG Höchberg gespielt. Gerne erinnert er sich an die Zeit zurück.
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Bayern Kitzingen in Favoritenrolle

Mit der TG Höchberg verbindet Kitzingens Trainer Tamer Yigit positive Erinnerungen. Als 20-Jähriger trug er für eine Saison das Trikot des Landesliga-Dinos, damals unter Trainer Rainer Kilian. Das zählt aber vor dem letzten Vorrundenspiel nicht. Erstens ist es mittlerweile 16 Jahre her, und zweitens reist Yigit als Übungsleiter des Gegners an. Einer Mannschaft, die im bisherigen Saisonverlauf die Konkurrenz verblüfft und sich in der Spitzengruppe festgesetzt hat.

Welche Entwicklung die in der vergangenen Saison lange um den Klassenerhalt kämpfenden Kitzinger genommen haben, bewies der 2:1-Sieg gegen Ebensfeld. Die Mannschaft ist inzwischen so gefestigt, dass sie eine 1:3-Niederlage in Kleinrinderfeld wegstecken und schnell wieder in die Erfolgsspur zurückfinden kann.

Man darf nicht vergessen, dass der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit durch einen abgefälschten Freistoß gefallen ist, aber Glück muss man sich auch erst einmal verdienen. Dennoch hat das Spiel auch negative Spuren hinterlassen, die beim Auftritt in Höchberg nachwirken werden. Ausgerechnet Kapitän und Siegtorschütze Christopher Lenhart fällt wegen seiner nach dem Treffer erhaltenen Roten Karte (Unsportlichkeit gegenüber Zuschauern) aus.

„Er ist ein fairer Spieler und weiß, dass er einen Fehler gemacht hat. Wichtig ist, dass er daraus lernt und seine Emotionen künftig in Zaum hält“, erklärt Yigit den Platzverweis für abgearbeitet.

Wie viele Spiele sein Kapitän ausfallen wird, weiß Kitzingens Übungsleiter noch nicht, was er in Höchberg erreichen will dagegen ganz genau: „Wir wollen die tolle Vorrunde, die wir bisher gespielt haben, auch erfolgreich zu Ende bringen.“ Der Tabellenstand der Gastgeber sage nichts über ihr Leistungsvermögen aus. Ihnen fehle im bisherigen Saisonverlauf die Konstanz, was auch an Verletzungen und Personalproblemen gelegen habe. Mit denen müssen sich die Bayern am Sonntag ebenfalls herumschlagen. Neben Lenhart fallen Benedikt Jandl (Urlaub), Phillip Schlarb (Arbeit) und Shawn Hilgert (Verletzung) definitiv aus. Hinter den Einsätzen von Ahmed Bakare und Sebastian Stumpf stehen Fragezeichen. „Jammern und Heulen gilt nicht“, verspricht Tamer Yigit. Erstmals im Kader der Gäste wird Furkan Balaban stehen. Er trug zuletzt das Trikot des TSV Karlburg, ist aber wegen eines schweren Verkehrsunfalls rund ein Jahr ohne Spielpraxis. Der 20-Jährige spielte schon für Trabzonspor und ist offensiv variabel einsetzbar.

Der TSV Abtswind will wieder in die Erfolgsspur zurückkehren, aus der er von spielstarken und körperlich sehr präsenten Kleinrinderfeldern nach neun Spielen ohne Niederlage gedrängt wurde. Insofern kommt dem Auftritt bei Aufsteiger und Kellerkind Ebensfeld eine ähnlich richtungsweisende Bedeutung zu wie der Partie gegen den Tabellendritten. Gegen den vermisste Abtswinds Trainer Thorsten Götzelmann sowohl die 100-prozentige Einstellung als auch das kämpferische Dagegenhalten. Alleine mit Schönwetterfußball lässt sich in der Landesliga kein Blumentopf erben.

„Wir sind technisch nicht so überlegen, dass wir uns damit über kampfstarke Mannschaften locker hinwegsetzen können. Wir müssen den Kampf annehmen“, fordert Götzelmann. Das gilt insbesondere für das Spiel in Ebensfeld. Er erhofft sich eine Trotzredaktion nach der Niederlage, weiß aber ganz genau, dass „die gegen uns körperliche Präsenz, Einsatz, Laufbereitschaft und Emotionen in die Waagschale werfen werden.“ Hat Abtswind Probleme gegen rustikale Mannschaften? Trainer Thorsten Götzelmann: „Ja!“ Text: wro

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