Etwashausen
Handball Bayernliga Frauen

TV Etwashausen feiert weiße Heimweste und Vize-Titel

Keinen einzigen Punkt gaben die Etwashäuser Damen zu Hause ab - auch nicht am Samstag gegen den Tabellendritten HSG Fichtelgebirge. Mit der besten Rückrundenbilanz in der Bayernliga (20:4) schlossen sie die Runde als Vizemeister ab.
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Etwashausens Melle Meyer ist nicht zu halten und bricht gegen zwei Gegenspielerinnen durch. Foto: Fricke
Etwashausens Melle Meyer ist nicht zu halten und bricht gegen zwei Gegenspielerinnen durch. Foto: Fricke
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TV Etwashausen - HSG Fichtelgebirge 30:29 (13:14).


Ein Sieg fehlte noch für die perfekte Heimbilanz von 24:0-Punkten. Diesen wollten sich die Spielerinnen der scheidenden Trainerin Ela Flohr gegen den Dritten HSG Fichtelgebirge sichern. Das gelang und der TV Etwashausen krönte eine tolle Saison am letzten Spieltag auch noch mit der Vizemeisterschaft in der Bayernliga.
Nach zuletzt acht Siegen in Serie ging der TVE als leichter Favorit in das Spiel und wollte sich für die deutliche Hinspielniederlage (23:33) revanchieren. Dies gelang - wenn auch äußerst knapp. Mit 30:29 kämpfte der TVE die Gäste nieder und feierte absolut verdient den zwölften Sieg im zwölften Heimspiel.

Kein Spaziergang

Schon zu Beginn wurde klar, dass es für die Gärtnerinnen diesmal kein Spaziergang
werden würde. Konnten sie bisher nahezu jeden Gegner vor heimischem Publikum deutlich besiegen, mussten sie dieses Mal an ihr Limit gehen, um die starken Gäste zu bezwingen.
Die Etwashäuserinnen starteten sehr nervös und kamen nicht so recht ins Spiel. Schnell sahen sie sich mit 1:5 in Rückstand. Die Abwehr hatte sich noch nicht gefunden und im Angriff agierten sie sehr hektisch und unkonzentriert. Als Carolin Straßberger in der zehnten Minute zum 2:5 verkürzte, schien ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen. Sie wirkte nun wesentlich konzentrierter und engagierter. 4:5 hieß es nach einem Zwischenspurt. Der TVE war nun im Spiel - so sah es zumundest aus. Doch, als das nicht immer souverän wirkende Schiedsrichtergespann Melle Meyer mit einer Zeitstrafe vom Platz schickte, übernahmen die Gäste wieder das Kommando. Sie nutzten die Überzahl und zogen erneut auf drei Tore davon. Die Kitzinger Vorstädter versuchten dagegenzuhalten. Sie scheiterten aber immer wieder an der starken HSG-Torhüterin Petra Proskova und konnten den Rückstand nicht verkürzen. Sieben Minuten vor dem Halbzeitpfiff versuchte Ela Flohr ihre Schützlinge mit einer Auszeit neu einzustellen. Sie änderte die Abwehrformation und ließ die Spielmacherin der Mittelgebirgsler manndecken - mit Erfolg.

TV Etwashausen mit Energieleistung

Mit einer Energieleistung kämpfte sich der Tabellenvierte abermals heran und glich eine Minute vor der Pause zum 13:13 aus. Den Schlusspunkt in Durchgang eins setzten dann aber die Oberfranken. Mit einem Gegenstoß sicherten sie sich die durchaus verdiente Halbzeitführung. Dennoch war das Spiel völlig offen und für reichlich Spannung in Abschnitt zwei gesorgt.
Auch nach dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer ein Spiel auf des Messers Schneide. Zwar verlor die packende Begegnung zunehmend an spielerischer Klasse, doch an Spannung war sie nicht zu überbieten. Mit fortlaufender Spieldauer wurde das Duell immer verbissener. Es folgten zahlreiche Unterbrechungen. In dieser Phase endete fast jeder zweite Angriff mit einem Siebenmeter. Beide Kontrahenten spielten am Limit und waren weiterhin gleichwertig. Doch nach gut 45 Minuten machte sich ein entscheidender Vorteil zu Gunsten der Etwashäuser bemerkbar. Während die Gäste dem hohen Tempo Tribut zollten und die Kräfte langsam nachließen, marschierte der TVE weiter nach vorne und schaffte mit dem 21:20 in Unterzahl die erste Führung. Diese behauptete der TVE fortan. Als Melle Meyer zehn Minuten vor dem Abpfiff mit einem Kracher unter die Latte zum 26:23 erhöhte, war die Vorentscheidung gefallen. Zwar kämpfte sich die Gastmannschaft noch einmal heran. Alles Aufbäumen nutzte jedoch nichts mehr. Drei Minuten vor der Schlusssirene machte die sehr treffsichere Isabella Renner mit ihrem Tor zum 29:25 endgültig alles klar.

Jubel ohne Grenzen über die Vizemeisterschaft

Nach dem Spiel kannte der Jubel keine Grenzen. Spielerinnen und Fans feierten zusammen den grandiosen und vor der Saison nicht erwarteten zweiten Platz.
Auch Trainerin Ela Flohr, die ihr Team zum letzten Mal betreute, war außer sich vor Freude: "Wir konnten die Woche über nicht optimal trainieren. Wir hatten einige Verletzte und Kranke, somit war die Vorbereitung auf das Spiel sehr schwierig. Daher ist die Leistung heute noch höher einzustufen. Wir haben alles gegeben und wurden richtig gefordert. Wir wollten unbedingt die ´weiße Weste´ verteidigen. Ich bin sehr stolz auf meine Mädels."
Außerdem lobte sie die tolle Organisation im Verein: " Es war keine leichte Saison als relativ kleiner Verein mit wenig Sponsoren. Aber wir haben gezeigt, was möglich ist, wenn alle zusammenarbeiten. Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns so toll unterstützt haben. Es war eine sehr schöne Zeit hier beim TVE", blickt sich auf ihre einjährige Tätigkeit in Etwashausen zurück.


TV Etwashausen:

Daniela Braun - Rickarda Suciu 2, Anja Muther, Laura Knorz 1, Melle Meyer 12/7, Anna-Maria Renner 2, Ann-Kathrin Lang 2, Carolin Straßberger 4, Jessica Ullrich, Isabella Renner 7, Janina Ruschin.


HSG Fichtelgebirge:

Jaroslava Remzova, Petra Proskova, Heike Faltenbacher - Ulrike Zeitler 5, Karina Lenhard, Viktoria Birner, Jessica Schiller, Eva Späthling, Franziska Zeitler, Tanja Lenhard 5, Sabrina Krauß 2, Vera Hermankova 1, Jessica Lenhard 8/5, Anna-Sophie Wölfel 8/1.


Siebenmeter:

TV Etwashausen 9 (7 verwandelt), HSG Fichtelgebirge 7 (6)


Zeitstrafen:

TV Etwashausen 3/HSG Fichtelgebirge 3


Spielfilm:

0:1, 1:5, 4:5, 5:8, 8:11, 10:13, 13:13, 13:14 (Halbzeit) - 13:15, 16:16, 19:19, 21:20, 26:23, 29:25, 30:29 (Endstand).
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