FUSSBALL: BAYERNLIGA

TSV Abtswind wieder im Abwind

Beim 0:2 gegen Ansbach fehlt es dem TSV an der Zuspitzung in der Offensive. Mancher aus der Mannschaft schlägt vor, sich den Trainer zum Vorbild zu nehmen.
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Aus dem Tritt: Abtswinds Christopher Lehmann lässt sich vom Ansbacher Johannes Meyer ins Stolpern bringen. Foto: Andreas Stöckinger

Es sieht im Moment nicht nach frohen Weihnachten aus für die Kicker des TSV Abtswind. Das 0:2 (0:0) zu Hause gegen die SpVgg Ansbach stimmte Uwe Neunsinger, der seit Mitte Oktober Trainer des TSV ist, wenig zuversichtlich. Zwei Spiele hat der 48-Jährige gewonnen, aber nun auch zwei verloren. Noch drei Spiele verbleiben bis zur Winterpause. „Wenn wir da nichts holen, können wir uns schon mal die Termine für die Relegation nächstes Jahr genauer anschauen“, sagt er.

Viele Baustellen hat er nach eigenen Worten. Diesmal gesellte sich in Michael Herrmann der aktuell vierte Ausfall in Folge einer Muskelverletzung hinzu. Deutlich wurde Neunsinger auch am Samstag in der Nachbetrachtung, als es um seine aktuell gebeutelte Mannschaft ging. Er habe nicht den Eindruck, dass sie „kapiert hat, wo wir stehen. Das müssen wir schleunigst ändern“.

Drei Abtswinder fahren zur Studenten-WM

Er hat anscheinend schon angesetzt, das Training nannte Spieler Christian Steinmetz „recht intensiv“. Man merke jedoch auch da, dass der eine oder andere angeschlagen sei. Dazu kommt, dass nach dem nächsten Spiel in Gebenbach Adrian Dußler, Max Wolf und Michael Dietl fehlen werden, die für die Studenten-WM in China berufen sind. Gegen Ansbach spielte keiner der drei: Dußler und Dietl verletzt, Wolf nicht eingewechselt. Alle drei hätten vielleicht offensive Akzente setzen können, die den Abtswindern diesmal fehlten.

„Sie hatten mehr Spielanteile, aber zwanzig Meter vor dem Tor war Schluss“, sagte Helmut Hack. Der Ex-Präsident von Greuther Fürth besuchte mal wieder seinen Abtswinder Geschäftsfreund Christoph Mix. „Das darfst du nicht verlieren“, sagte Hack. Doch nach 90 Minuten musste Neunsinger einen verdienten Erfolg der Gäste konstatieren.

Für Ansbach habe es keiner herausragenden Leistung bedurft, um zu gewinnen. Viele Fehlpässe und Stockfehler habe er gesehen, sagte Neunsinger dazu fehlten seiner Elf im zweiten Abschnitt die Körner, um noch einmal eine Schippe drauf zu legen. Der Trainer zeigte sich fair und ritt deshalb auch nicht zu sehr auf zwei strittigen und wohl auch entscheidenden Szenen herum, die sich fatal für seine Schützlinge auswirkten.

Zwei umstrittene Szenen des Schiedsrichters

Ein sehr umstrittener Abseitspfiff von Schiedsrichter Brandstätter hatte dem TSV einen Strich durch die Rechnung gemacht beim einzigen wirklichen Höhepunkt des Spiels im ersten Abschnitt. Severo Sturm hatte in der 36. Minute bei einem Freistoß nach innen geflankt, Shawn Hilgert ins Tor geköpft. Aber das Team der Unparteiischen entschied auf Abseits. Bei Studium der Videoszenen hinterher lässt sich der Verdacht kaum halten.

Eine zweite Szene ereignete sich just vor Ansbachs Führung. Abtswinds Max Hillenbrand verlor den Ball weit in der Ansbacher Hälfte, sein am Körper angelegter Arm wurde aus kürzester Distanz angeschossen. Ansbach bekam Freistoß, führte den blitzschnell aus, und plötzlich hatte Stefan Hammeter nur noch TSV-Torwart Reusch vor sich. Der Stürmer traf (68.).

„Wir diskutieren noch und spielen auf abseits“, haderte Neunsinger. Kurz danach hätte Niklas Seefried fast das 0:2 erzielt, Christopher Lenhart verhinderte das auf der eigenen Torlinie (70.). Ansbach war im zweiten Abschnitt besser und vorn gefährlicher. „Wir waren griffiger und haben nach hinten nichts zugelassen“, sagte Ansbachs Christoph Hasselmeier.

Braucht es auch auf dem Feld mehr Lautstärke?

In der Folge blieben richtig gefährliche Szenen und Chancen bei Abtswind aus. Da passte es, dass sich TSV-Torhüter Felix Reusch einen Blackout leistete. Nach einer harmlosen „Kerze“ von Ansbachs Silaklang sprang er SpVgg-Stürmer Patrick Kroiß in den Rücken, obwohl in Ruft der eigene Mann geklärt hatte. Es gab Elfmeter, Kroiß traf sicher (81.).

Was der TSV Abtswind nun brauche, um aus der Misere zu kommen? Emotionen, Lautstärke, wie sie Trainer Uwe Neunsinger von außen zeige, sagt Christian Steinmetz. „Vielleicht sollten wir das ja mal auf dem Feld machen, vielleicht kann das positiv sein.“

Die Statistik des Spiels
Abtswind: Reusch – Herrmann (37. Hillenbrand), Graf, Lenhart, Ruft – Wirsching, Steinmetz, Lehmann (83. Riedel), Endres (73. Hummel), Sturm – Hilgert.
Ansbach: Heid – Belzner, Bayerlein, Silaklang, Meyer – Dietrich, Seefeld, Landshuter (70. Manz), Hammeter (83. Sperr), Abadjiew – Kroiß (87. Fürsattel).
Schiedsrichter: Felix Brandstätter (Zamdorf/Gruppe Passau). Zuschauer: 150. Tore: 0:1 Stefan Hammeter (68.), 0:2 Patrick Kroiß (80., Foulelfmeter).
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