Mit einem 5:1 (1:0) gegen Aufstiegsaspirant Dettelbach hat der TSV Sulzfeld seine Serie fortgesetzt: zum sechsten Mal nacheinander ungeschlagen. „Für mich zeichnet sich das ab. Wir sind seit einigen Wochen gut drauf, trainieren gut und setzen das in den Spielen um“, sagte Trainer Christian Hofrichter. Während den Gastgebern die frühe Führung durch Philipp Hemmerich – er setzte sich nach Niklas Pfarrs Freistoß gegen drei umstehende Gegner durch – ins Konzept passte, haderte Dettelbachs Co-Trainer Tim Reiner mit der zuvor verpassten Gelegenheit Julian Deinleins. Deinlein war auf Fabian Weingärtner zugelaufen und mit der ersten Chance der Partie an Sulzfelds Torwart gescheitert.

„Das hätte uns ideal in die Karten gespielt“, stimmte Dettelbachs Trainer Stefan Schöderlein zu. Das frühe Tor blieb bis zum Seitenwechsel das einzige, denn nach Michael Wagenhäusers Freistoß prallte Tim Reiners Kopfball von der Latte ab, und Weingärtner parierte Oliver Starks hart geschossenen Freistoß mit einer Glanzparade. „Wir verteidigten gut, ließen wenig zu, hatten in der ersten Halbzeit aber zweimal Glück“, sagte Hofrichter mit Blick auf die besten Gelegenheiten des Gegners.

Durch Tom Reiners Verletzung kurz vor der Halbzeit musste Schöderlein zum Wechsel umstellen. Für Reiner rückte Moritz Hirth in die Viererkette, Wagenhäuser besetzte dessen Sechser-Position, und der eingewechselte Daniel Barth ging auf die rechte Abwehrseite. Die Dettelbacher drängten auf den Ausgleich, setzten sich am Strafraum fest, doch fehlten ihnen die zwingenden Aktionen.

In Samba Jallow sollte ein weiterer Angreifer für diese Torgefahr sorgen, doch prompt verblüffte Sulzfeld den Gegner mit einem Konter, von Mario Schmidt eingeleitet und von Niklas Pfarr vollendet. „Mit beiden haben sie vorne eine sehr hohe individuelle Qualität“, sagte Schöderlein. Dettelbach kam dagegen mit Weingärtners Unterstützung zurück ins Spiel, als er im Herauslaufen den Ball fallen ließ und der zur Halbzeit eingewechselte Barth daraus seinen Nutzen zog, indem er diesen zum Anschluss ins leere Tor schob.

Hofrichter war trotz des zu befürchtenden Aufbäumens des Gegners nicht bange: „Das Gegentor warf uns nicht um, da wir in solchen Situationen derzeit gefestigt sind.“ Dettelbach versuchte, in der verbleibenden Viertelstunde noch den Ausgleich zu erzwingen. „Wir mussten am Schluss Alles oder Nichts gehen“, sagte Tim Reiner, wusste gleichwohl dass sich die Niederlage abzeichnete, nachdem Mario Schmidt innerhalb einer Minute zweimal nach Vorlagen Nils Kemmers getroffen hatte.

Vor dem ersten Tor schickte Kemmer seinen Mitspieler mit einem Steilpass, vor dem zweiten legte er uneigennützig zu ihm ab, so dass der das leere Tor vor sich hatte. Nach Zuspiel von Manuel Sulz traf Kemmer schließlich auch selbst. „Nachdem er fast eine Stunde lang auf der Bank geschmort hatte, zeigte er eine klasse Leistung“, sagte Hofrichter über die gelungene Einwechslung.

Bei Dettelbach setzte sich derweil die Erkenntnis durch, lieber deutlich statt unglücklich zu verlieren. „Mit unseren Fehlern haben wir ihnen die drei letzten Tore geschenkt“, folgerte Reiner, und Schöderlein richtete den Blick auf das, was bleibt. „Wir haben unsere Erwartungen in dieser Saison übertroffen, dürfen auf unsere Entwicklung stolz und zufrieden sein.“ Am letzten Spieltag muss Dettelbach gewinnen und ist dazu abhängig von der Konkurrenz, um noch Platz zwei oder gar Rang eins zu erreichen. „Wir wollten sie unbedingt schlagen. Deshalb legten wir alles in dieses Spiel“, erklärte Weingärtner den Willen seiner Mannschaft, zwei Spieltage vor Saisonende die Zügel nicht schleifen zu lassen. Um so mehr überwog bei ihm die Freude, da er zum letzten Mal in einem Sulzfelder Heimspiel im Tor gestanden hatte.

Das Spiel in der Statistik

TSV Sulzfeld – Dettelbach und Ortsteile 5:1 (1:0)

Sulzfeld: Fabian Weingärtner; Soumah Aboubacar (84. Sebastian Zobel), Philipp Hemmerich, Christian Aloia, Nicolas Howard, Jannik Pauluhn (79. Tobias Klöber), Gregor Schmidt, Daniel Keßler, Manuel Sulz (58. Nils Kemmer), Mario Schmidt. Niklas Pfarr.

Dettelbach: Bastian Ringelmann; Tom Reiner (46. Daniel Barth), Moritz Hirth, Christian Graber, Lukas Bock (57. Samba Jallow), Johannes Dorsch, Michael Wagenhäuser, Julian Deinlein, Tim Reiner, Michael Lohr (68. Benedikt Schraud), Oliver Stark.

Schiedsrichter: Holger Geis (Unterpleichfeld).

Gelbe Karte: Pauluhn.

Zuschauer: 180.

Tore: 1:0 Philipp Hemmerich (14., auf Freistoß von Niklas Pfarr), 2:0 Niklas Pfarr (63., auf Zuspiel von Mario Schmidt), 2:1 Daniel Barth (73., nach einem Torwartfehler), 3:1 Mario Schmidt (80., nach Steilpass von Nils Kemmer), 4:1 Mario Schmidt (81., auf Querpass Kemmer), 5:1 Nils Kemmer (90.+3, nach Vorlage Manuel Sulz).