Kitzingen

Suchy: Viel früher auf die Jugend setzen

Der Weg der deutschen Mannschaft bei dieser Heim-WM birgt für Radovan Suchy Gefahren. Und Rödelsees Trainer hat auch einen dringenden Rat an den Verband.
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Radovan Suchy (ehemaliger slowakischer Profi, jetzt Trainer beim Bezirksoberligisten TSV Rödelsee): Ich halte in der Gruppenphase vieles für denkbar. Da geht es gegen viele schwächere Teams – das sind die Pflichtspiele, die die deutsche Auswahl gewinnen muss. Dann ist die Frage, wie sie sich gegen die Besseren schlägt.

Auf dem Weg bis ins Halbfinale ist alles möglich. Aber dieser Weg birgt auch Gefahren, weil die Mannschaft noch nicht die nötige Stabilität zeigt. Mal spielt sie gut, dann wieder schlecht. Aber zu Hause kommt die Euphorie dazu. Die deutsche Mannschaft ist jung und willig, das sind sechzehn Spieler, die hungrig sind und ein Ziel haben.

Der DHB sollte nicht so viel Angst haben und den Jungen noch viel früher Vertrauen schenken – so, wie Frankreich das vorbildlich tut. Man hält hierzulande zu lange an den älteren Spielern fest, mit denen man vielleicht vor Jahren Erfolg hatte.

Dass Bundestrainer Prokop auf Bewährung spiele, wie es nun vielfach heißt, halte ich für Quatsch. Er hat nach der EM seine Fehler zugegeben. Was soll er noch mehr tun? Er ist ein guter Trainer, dem man seine Chance geben sollte. Es scheint eben nicht jeden Tag die Sonne, und es ist immer schwer, nach einem so erfolgreichen Mann wie Heiner Brand den Nachfolger zu finden.

Aber Christian Prokop hat seine Theorie vom Handball. Die sollte er jetzt auch durchziehen, ohne sich dabei zu sehr irritieren zu lassen. Er ist ein junger Mann, der das moderne Spiel weiter forcieren sollte.



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