Eibelstadt

Sturz zerstört die Medaillenhoffnungen

Der Eibelstadter Leichtathlet Matthias Hofmann schied bei der deutschen U18-Meisterschaft bereits im Vorlauf aus - in Führung liegend und so gut wie im Endlauf.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bronze hatte Matthias Hofmann bei den süddeutschen U18-Meisterschaften über 800 Meter errungen. Bronze war für ihn auch bei den deutschen Titelkämpfen über 400 Meter drin.

Die deutsche Meisterschaft der U 18-Junioren hätte der Saison-Höhepunkt für Matthias Hofmann werden sollen. Statt in Rostock den angepeilten und durchaus möglichen Sprung auf das Siegertreppchen zu schaffen, stolperte der Eibelstadter Leichtathlet in seinem Vorlauf über 400 Meter – klar in Führung liegend – kurz vor dem Ziel und schied aus.

Hofmann war mit seiner Saisonzeit als Schnellster in seinem Vorlauf gemeldet. „Geplant war deshalb, dass ich gucke, was die anderen machen. Bei einer Führung sollte ich Tempo rausnehmen, um Kraft für den Endlauf am nächsten Tag zu sparen“, verrät der Athlet die Absprache mit seinem Trainer Christian Zillober. Also folgte Hofmann nach gutem Rennverlauf dem Rat seines Übungsleiters und blickte sich nach den Konkurrenten um, ob er den Plan in die Tat umsetzen könnte. Dabei passierte das, was der Läufer selbst mit „ich habe das Knie nicht mehr hoch genug gebracht und bin mit den Spikes im Boden hängen geblieben“ beschreibt.

Christian Zillober, normalerweise um keine Worte verlegen, hatte es dagegen zunächst die Sprache verschlagen. Er entschuldigte sich in seinem Bericht, das er ihn diesmal nicht vorformuliert geliefert hat. „Ich weiß überhaupt nicht, was ich da schreiben soll“, zeigte sich der Trainer ratlos. Schließlich rang er sich doch zu einem Beschreibungsversuch des eigentlich Unbeschreiblichen durch: „Matthias lag in seinem Vorlauf deutlich and er Spitze. Der Vorlaufsieger kam direkt in den Endlauf. Bis 390 Meter war alles gut. Er hatte sogar ab 200 Meter schon etwas Dampf heraus genommen. Dann eine Unkonzentriertheit, ein Hängenbleiber am Boden und schon war alles dahin“, rang er sich als Erklärung ab.

Zillober rechnete hoch, was sein Schützling hätte erreichen können. „Sieht man die Zeit des Laufsiegers und seinen Abstand zu Matthias vor dem Sturz, kann man eine 49,8 unterstellen. Weiß man dann noch, dass er herausgenommen hat und in absoluter Topform war, behaupte ich, dass er im Endlauf Minimum um Bronze mitgekämpft hätte. Beweisen kann ich's aber nicht“, schränkt der Übungsleiter ein. Dafür deckt sich seine Einschätzung mit der von Matthias Hofmann. „Bronze war drin“, behauptet auch er. Den dritten Platz im Endlauf belegte Maurice Rottenberg (TuS Erkenschwick) in 49,76 Sekunden. Genau die Zeit, die auch für den Eibelstadter als persönliche Bestleistung zu Buche stehen.

„Es hat schon etwas dämlich ausgesehen“, nimmt Hofmann seinen Sturz mittlerweile lockerer. Seine Enttäuschung hätte sich bereits am Wettkampftag wieder gelegt. „Ich kann mehr, als ich gezeigt habe“, ist er sich sicher. Gefragt nach der Lehre, die er aus seinem Missgeschick ziehen wird, antwortet er schlagfertig: „Einfach nicht mehr hinfallen.“

ONLINE-TIPP

Matthias Hofmanns Lauf in Rostock finden Sie im Internet unter www.leichtathletik.de

(Tag 1, Teil 1, Startschuss erfolgt bei 2:45 Stunden)



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.