FUSSBALL: LANDESLIGA NORDWEST

Statt Rot reicht künftig Gelb

Wer eine klare Torchance verhindert, fliegt nicht mehr zwingend vom Platz. Das ist nicht die einzige Regeländerung für die kommende Saison.
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Juniorenfußball: U-17-Bezirksoberliga, Würzburger FV - Würzburger Kickers
Die Rote Karte war bisher zwingend bei Verhinderung einer klaren Torchance, künftig ist sie kein Muss mehr. Foto: Foto: Heiko Becker
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Ein neuer hochrangiger Schiedsrichter, ein paar wesentliche Regeländerungen und eine Warnung an alle Pyrotechniker: Auf der ordentlichen Tagung der Fußball-Landesliga im Vereinsheim des TSV Kleinrinderfeld gab es am Mittwochabend einige wichtige Informationen vor der Mitte Juli beginnenden Runde. Landesliga-Spielleiter Bernd Reitstetter begrüßte die vertrauten Kollegen im „Herzen Unterfrankens“: Bezirksvorsitzenden Jürgen Pfau, Thomas Unger, der dem Bayernliga-Ausschuss vorsitzt, und Heinz Ferber, der das bayerische Verbandssportgericht anführt.

Pfau zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung im bayerischen (Profi-)Fußball und im Schiedsrichterwesen. So hat es Benjamin Cortus (Röthenbach a. d. Pegnitz) als weiterer bayerischer Unparteiischer neben Benjamin Brand in die erste Bundesliga geschafft. Pfau verwies schon jetzt auf den bayerischen Verbandstag im Mai 2018, der erstmals vor Rundenende stattfinden wird, um mögliche Änderungen zum 1. Juli umsetzen zu kön-nen. Zuvor soll Anfang Januar 2017 der Kreistag und am zweiten Märzwochenende der Bezirkstag über die Bühne gehen.

Das Ende der Dreifach-Strafe

Michael Walter (Diebach) aus dem Schiedsrichterlehrstab zeigte sich zunächst zufrieden mit den Leistungen der Unparteiischen in der vergangenen Saison. Den Respekt füreinander empfand er als gut, aber ausbaufähig. Auf den nächsten Tagungen wolle er Fallbeispiele verstärkt mit Bildmaterial illustrieren. Dies wird wohl auch nötig sein, betrachtet man die Fülle an Änderungen im Schiedsrichterwesen, die im Zuge der Europameisterschaft umgesetzt wurden. Zwar gebe es noch keine offizielle Übersetzung, dennoch stellte Walter schon einmal die wichtigsten Änderungen in Kürze vor, etwa zur Dreifach-Bestrafung bei Foul im Strafraum. Stoppt der Verteidiger den Angreifer ballorientiert, so wird er künftig mit Gelb statt mit Rot bestraft.

Ein Feldverweis ist weiterhin zwingend, wenn der Verteidiger „gegnerorientiert“ handelt, also zur Verhinderung einer Torchance hält, stößt, zieht oder grob foult. Auch ein Handspiel wird weiterhin mit Rot bestraft. Außerhalb des Strafraums bleibt alles beim Alten. Bei Vergehen außerhalb des Feldes gibt es in Zukunft direkten Freistoß statt Schiedsrichterball. Geschieht die Aktion hinter der Torauslinie auf Höhe des Strafraums, gibt es Elfmeter.

Auch können Trainer ab der kommenden Saison einen Strafstoß verursachen, wenn sie im Strafraum das Spiel beeinflussen. Gleiches gilt für Ersatzspieler oder Teamoffizielle. Bei Vergehen durch Dritte bleibt alles wie gehabt. Dem Schiedsrichter wird zudem das Recht eingeräumt, Disziplinarmaßnahmen ab der Platzbesichtigung bis zum Verlassen des Spielfeldes auszusprechen. Verletzte Spieler müssen nicht mehr zwangsläufig den Platz verlassen, wenn sie Behandlung bedürfen. Dauert das Prozedere weniger als 25 Sekunden, kann es auf dem Feld vollzogen werden. Das liegt aber im Ermessen des Unparteiischen. Zu guter Letzt kann künftig auch ohne Fußballschuh oder Schienbeinschoner ein Tor erzielt werden – wenn der Schütze das verloren gegangene Teil bis zur nächsten Unterbrechung wieder am Mann hat. Die Regeln gelten ab sofort.

Bilder zur Beweissicherung

Nach Walter appellierte Heinz Ferber eindringlich an die Vereine, den Einsatz von Pyrotechnik zu verhindern, da die Strafen drastisch steigen werden. Einen Spielerpass brauche es künftig nicht mehr – sofern ein Bild des Akteurs ins Onlineportal „SpielPLUS“ hochgeladen sei. Eine Vorlage, die der Onlinebeauftragte Philipp Roos dankend aufnahm, um über die medialen Angebote zu informieren. Ab August wird es eine überarbeitete Version der BFV-App geben. Zudem stellt der Verband ein Video-Widget zur Verfügung, um nicht nur Bilder, sondern auch Videos hochzuladen. Das Bildmaterial lasse sich bei strittigen Entscheidungen zur Beweissicherung nutzen.

Die letzten Worte der fast dreistündigen Tagung blieben dem Hausherren Bernd Reitstetter. Er appellierte an die Vereine, Änderungen sofort zu melden und Absagen oder Verlegungen auf den Nebenplatz mit ihm abzusprechen. Eine generelle Verlegung auf Kunstrasen sei nicht möglich. Die Saison startet am Freitag, 15. Juli, mit dem Eröffnungsspiel bei Bayern Kitzingen. Gegner ist die DJK Schwebenried/Schwemmelsbach (18. 30 Uhr). Statt zwei Mittwochs-Terminen wird es einen Doppelspieltag am 1. und 3. Oktober geben sowie einen weiteren am ersten Dezemberwochenende. In der Relegation bleibt alles beim Alten ebenso wie beim Ligavertreter. Nach einstimmiger Wahl wird dies wie bisher Konrad Harant von der TG Höchberg sein.

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