FUSSBALL: KREISLIGA

Sonderhofen gibt sich bescheiden

Den starken Saisonstart in der Kreisliga Würzburg 1 sieht Trainer Christian Hofrichter als Momentaufnahme. Die Erinnerung an die vergangene Rückrunde ist noch zu frisch.
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Sieht den derzeitigen Höhenflug seines SV Sonderhofen als Momentaufnahme: Trainer Christian Hofrichter, auf unserem Archivbild noch Coach des TSV Sulzfeld. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Obwohl er mit seinem SV Sonderhofen eine Rückrunde zum Vergessen hinlegte, hatte Christian Hofrichter am Ende der Vorsaison Grund zu feiern. Parallel zu seiner Trainertätigkeit im Ochsenfurter Gau ist Hofrichter nämlich 2. Vorsitzender des SSV Kitzingen, der sich souverän die Meisterschaft in der Kreisliga 1 sicherte. „Da pochen schon zwei Herzen in meiner Brust. Ich habe mich sehr über den Aufstieg des SSV gefreut und natürlich auch ein bisschen mitgefeiert“, beschreibt Hofrichter seine Gefühlswelt, nachdem den Siedlern der Sprung in die Bezirksliga gelungen war.

Sportlich verteilte er allerdings keine Geschenke an seine Freunde aus Kitzingen. Schließlich blieb der SV Sonderhofen in der Liga als einziges Team ungeschlagen gegen die Übermannschaft des SSV, der nur neun Zähler zur Maximalausbeute fehlten. Vier davon luchste Hofrichters Team dem Klassenprimus durch zwei Unentschieden ab. Das 1:1 Mitte März auf gegnerischem Platz war dabei in der Rückrunde so etwas wie der Saisonhöhepunkt aus Sonderhöfer Sicht. Denn ansonsten hatte der SVS in der zweiten Saisonhälfte wenig zu lachen.

Magere acht Punkte heimsten Hofrichters Mannen in der ersten Jahreshälfte 2019 in zwölf Partien noch ein und gaben damit ihre hervorragende Ausgangsposition, die sie sich in der Hinserie erarbeitet hatten, aus der Hand. Bis zur Winterpause waren die Sonderhöfer nämlich erster Kitzinger Verfolger gewesen, mussten im Frühjahr aber abreißen lassen und landeten am Saisonende schließlich auf Rang sechs.

Vor allem das prall gefüllte Lazarett stand laut Hofrichter einem besseren Ergebnis im Weg. Leistungsträger wie Christian Deppisch, Jochen Müller, Simon Karl oder Felix Dopf kamen in der Rückrunde kaum oder gar nicht mehr zum Einsatz und andere sprangen nicht so in die Bresche, wie es sich Hofrichter gewünscht hätte. Dem Trainer boten sich folglich kaum noch personelle Alternativen. Ein sportlicher Substanzverlust war nicht mehr zu vermeiden.

Spuren hat das aber offensichtlich keine hinterlassen. Denn in der noch jungen aktuellen Spielzeit gelang dem SV Sonderhofen ein Traumstart. Drei Spiele, neun Punkte und bereits 17 erzielte Treffer: Besser geht?s nicht. Doch zum Träumen ist es noch zu früh, findet Hofrichter. Die aktuelle Situation sei eine „super Momentaufnahme. Aber ich weiß das Ganze richtig einzuschätzen,“ gibt sich der Coach zurückhaltend. Ein 9:0-Schützenfest wie am letzten Wochenende gegen Estenfeld verstellt Hofrichter nicht den Blick auf das Wesentliche. Er weiß: Im weiteren Saisonverlauf warten noch ganz andere Kaliber auf seine Mannschaft.

Die Aussichten auf vordere Plätze sieht der Übungsleiter etwa bei Schwarzach, Bayern Kitzingen, Eibelstadt oder auch Maidbronn viel eher gegeben. „Wir wollen solange wie möglich oben mitspielen und die anderen ein bisschen ärgern,“ gibt Hofrichter die Devise aus. Forschere Töne vermeidet er bewusst, schließlich habe die vergangene Rückserie gezeigt, wie schnell sich das Blatt auch zum Negativen wenden kann. „Wenn wir nicht so eine überragende Vorrunde gespielt hätten, wären wir wahrscheinlich noch hinten reingerutscht“, weiß Hofrichter um den bisweilen schmalen Grat zwischen Erwartung und Realität.

Der Ex-Sulzfelder ist jedoch zuversichtlich, dass es für den SV Sonderhofen so bald kein Déja-vu geben wird. Die Verletztenliste hat sich geleert und die Mannschaft konnte sich unter Anleitung des Trainers in der Vorbereitung eine größere Flexibilität auf dem Platz erarbeiten. So besteht nun die Möglichkeit, Spieler auf verschiedenen Positionen einzusetzen und die taktische Formation zu variieren. Wie weit das Team in seiner Entwicklung schon ist, kann es an diesem Freitag bei einem von Hofrichters Favoriten, dem SV Maidbronn beweisen. Ein „ganz schweres Spiel gegen eine sehr gute Mannschaft“ werde das für seine Schützlinge, prophezeit der Coach. „Aber mit solchen Gegnern wollen wir uns messen.“

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