Er gehört zu den Talentiertesten, die derzeit im Raum Kitzingen in unteren Ligen gegen den Ball treten. Nicht nur Erwin Albert, der Trainer des Bayernligisten FC Sand, staunte vergangenen Sommer beim Pokalspiel über Geesdorfs Simon Weiglein, als dieser wieder einmal einige der Sander Bayernliga-Kicker genarrt hatte.

Bodenständig ist der 20-Jährige, und er bleibt lieber bei seinem FC Geesdorf, als seinem fußballerischen Glück höherklassig hinterher zu jagen. „Nein, ich denke nicht darüber nach, wie hoch ich spielen könnte. Erstmal möchte ich versuchen, mit Geesdorf etwas zu erreichen.“ Momentan probiert er es in der Kreisliga, wo sein FC direkt hinter der Reserve des Bayernligisten FC Schweinfurt 05 rangiert.

Satte 14 Punkte Rückstand hat Geesdorf auf die Nullfünf-Zweite. Und das, obwohl die Mannschaft nach dem Traum-Sommer mit den Erfolgen im unterfränkischen Pokal eigentlich eine starke Runde spielt. Erst zweimal verlor der FC in dieser Spielzeit – gegen Schweinfurt 05 II und gegen Herlheim – mehr als Rang zwei wird es wohl nicht werden, da macht sich Simon Weiglein nichts vor. Vor der Runde habe ja keiner den Aufstieg als Muss gesehen für die junge Mannschaft.

Gegen den nächsten Sprung nach oben hätte der Mittelfeldakteur aber natürlich nichts einzuwenden. Dann wäre wieder ein Foto fällig für die Wand im Sportheim, wo Simon Weiglein schon auf einigen verewigt ist. Der Nachwuchs durfte früher schon mit aufs Bild, als die Väter ihre sportlichen Erfolge feierten. Jetzt ist es eben die nächste Generation. „Wir haben vor zehn, zwölf Jahren zusammen auf dem Bolzplatz gekickt, jetzt spielen wir in der ersten Mannschaft. Wir sind ein Dorf mit 400 Einwohnern, mehr als die Hälfte der Mannschaft kommt aus Geesdorf“, verweist er stolz darauf.

Die unbedingte Identifikation mit dem Klub sei das Erfolgsgeheimnis, was ihn stark mache. „Es sind manche dabei, die würden alles für den Verein geben.“ Positiv verrückt eben. Vielleicht ist es das, was ihn beim FC hält. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es für ihn „keinen Grund, weg zu gehen. Irgendwann vielleicht schon mal, aber mich reizt es im Moment mehr, hier etwas zu erreichen“.

Das Talent bekamen Simon und sein vier Jahre älterer Bruder Stefan bereits in die Wiege gelegt. Vater Leo, heute Sportleiter beim FC, galt einst als eleganter Techniker, der das Spiel von hinten heraus dirigierte. Heute führen die beiden Weigleins die Liste der Vorlagen und Tore an beim FC. Mit bislang 13 Treffern steht Stefan noch vor dem jüngeren Bruder (10), der aber bei der Vorlagen-Wertung mit 12:5 laut Vereinsstatistik führt. Auf dem Platz verstehen sich beide fußballerisch gut. „Ich weiß, wie er angespielt werden will.“

Während Stefan noch offensiver im Spiel agiert, wurde Simon von Trainer Hassan Remeithi von der Sechser-Position aus der Zentrale etwas nach außen beordert, um das Spiel variabler zu machen. Kein Problem für den technisch versierten, schnellen und auch im Zweikampf geschickten Akteur. Die Statistik beweist es ja.

Wenn es beim FC Geesdorf derzeit ein Problem gebe, dann ist es in erster Linie der relativ dünne Kader. Simon Weiglein schildert das so: „Wenn alle fit sind, haben wir eine gute Mannschaft. In der Breite müssen wir besser aufgestellt sein. Das ist das Problem. Es ist aber schwer, Spieler mit der Kreisliga zu locken, es gibt ja noch andere Vereine in der Gegend.“

Der Auszubildende zum Elektriker weiß, dass die Ansprüche in Geesdorf bei manchem Zuschauer ein bisschen gewachsen sind durch die letzten Erfolge. „Manche waren durch den Pokal verwöhnt, es war aber abzusehen, dass wir nicht die ganze Runde so spielen würden.“

Diesmal muss Geesdorf in die unmittelbare Nachbarschaft reisen, und zwar zum SV Kirchschönbach. Der braucht jeden Punkt, weshalb Weiglein ein enges Spiel erwartet. „So klar wird das nicht. Es wird wohl kampfbetont, solche Mannschaften liegen uns manchmal nicht so“, meint er. Um Platz zwei zu stabilisieren, darf Geesdorf am Ostersamstag aber keine Geschenke machen. Reizvoll wird auch die zweite Oster-Aufgabe im Pokal. Da kennt sich der FC zwar aus, doch beim nächsten Emporkömmling, der DJK Oberschwarzach, wartet eine ebenso schwierige Aufgabe.