Neuses am Berg, Oberschwarzach, Wiesentheid, Gerolzhofen, Oberschwarzach. Das sind die Stationen, die Simon Müller, 25, ledig, aber in festen weiblichen Händen, in seinem Fußballerleben bislang absolviert hat. Aktuell steht der Spielertrainer der SG Oberschwarzach/Wiebelsberg gleich zwei Mal an der Spitze: Zum einen mit der Mannschaft, die er gemeinsam mit Alexander Gress trainiert, an der Spitze der Kreisliga Schweinfurt 1, zum anderen mit bislang 28 Treffern in der Torschützenliste ganz oben.

In der Kreisklasse 2 war die SG als Aufsteiger in der letzten Saison souverän Meister geworden, mit 18 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten und einem Torverhältnis von 120:22. Momentan steht die SG als Aufsteiger nach 17 Spielen erneut an der Tabellenspitze und nach der Hälfte der Spielzeit lautet die Torbilanz dieses Mal 65:24.

„Ohne die Mannschaft ist es nicht möglich, dass ein Stürmer Tore schießt.“
Simon Müller über die Qualität von Oberschwarzach

Seit gut zweieinhalb Jahren spielt Simon Müller wieder in Oberschwarzach, „gemeinsam mit meinem Sturmkollegen Philipp Mend“. Die beiden sind derart torhungrig, dass sie es zusammen in dieser Zeit auf gut und gerne 180 Tore bringen – und die Saison ist noch lang. Zeit genug also, um noch mehr Tore zu schießen. „Liebend gern“, sagt Müller, der in seinem Leben schon auf allen Positionen gespielt hat. Die ersten Schritte machte er noch im Tor, dann zog es ihn über die Sechser-Position auf die 10 und von da aus in den Sturm, wo er seit der A-Jugend spielt.

In typischer Trainer-Manier macht er den Rest seiner Mannschaft für seinen Erfolg mitverantwortlich: „Das Spiel beginnt beim Torhüter, über die Abwehr ins Mittelfeld und von dort aus in den Sturm. Ohne die Mannschaft ist es nicht möglich, dass ein Stürmer Tore schießt. Mittlerweile spielen bei uns nur noch Spieler aus dem Ort, da kennt man sich sehr gut.“

Er selbst sieht sich als „spielenden Stürmer“, der nicht vorne in Gerd-Müller-Manier auf den Ball lauert, sondern ihn auch aus dem Mittelfeld abholt und, falls nötig, die Kollegen bedient, wenn die besser stehen. Ein eigener Treffer ist ihm noch sehr gut in Erinnerung, vom vierten Spieltag gegen den FC Geesdorf. „Ich bin durch bis an die Grundlinie und habe von der Eckfahne aus den Ball ins Dreieck geschossen“, berichtet er. Das Spiel ging mit 4:1 an Oberschwarzach. Ein weiteres schönes Tor gelang nach einem Freistoß. Im Training am Tag davor hatten die Trainer eine neue Variante ausgeheckt, mit mehreren Kurzpässen, und am Ende der Stafette versenkte der dadurch freigespielte Mend den Ball schulbuchmäßig.

Nicht immer stellen Müller und Gress zwei etatmäßige Stürmer auf. „Es kann auch schon mal vorkommen, dass Philipp alleiniger Stürmer ist, dann spiele ich im offensiven Mittelfeld“, sagt Müller. Das klappt schon seit den Zeiten, als sie noch auf dem Bolzplatz dem Ball nachgejagt sind.

Aus den Augenwinkeln schielt Müller ganz vorsichtig Richtung Bezirksliga. „Das wär‘ schon toll, dort zu spielen“, sagt er, „wenn ich nämlich jetzt sagen würde, ich wäre immer noch mit einem einstelligen Tabellenplatz zufrieden, glaubt mir das sowieso niemand.“ Doch erstmal gelte es, die gewachsene Mannschaft mit einer gesunden Mischung aus Alt und Jung auf die schwere Rückrunde vorzubereiten.

Zum Start geht es schon zum Verfolger FC Geesdorf, der sicherlich gern eine offene Rechnung begleichen möchte.