FUSSBALL: KREISLIGA

Sickershausen siegt in der Nachspielzeit

Wenn aus dem Spiel heraus nichts geht, tun es zur Not zwei Standardsituationen. Auch Bütthards Vereins-Ikone im Tor kann die späte 1:2-Niederlage nicht verhindern.
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Drei auf einem Fleck: Die Büttharder Bastian Kemmer (links) und Niklas Hügel (rechts) verfolgen Sickershausens Dominik Held. Foto: Alexander Rausch

 57 Jahre ist Georg Schwab nunmehr alt, aber sich nicht zu schade dafür, sich ins Tor der ersten Mannschaft zu stellen. Geholfen haben dem SV Bütthard die teils unkonventionellen Paraden seiner Vereinsikone letztlich nicht. Zwei Standardsituationen verhalfen den offensiv behäbigen Gastgebern zu einem letztlich verdienten 2:1 (0:0)-Heimsieg. Ein Punkt wäre Balsam auf die in der ersten Halbserie so geschundene Büttharder Seele gewesen. Der Aufsteiger des Jahres 2018, der eine fulminante Hinrunde hinlegte, ist nach den Abgängen nur noch ein Schatten seiner selbst.

Die personellen Verluste zeigten auch beim Auftritt in Sickershausen Wirkung. In ihren Mitteln begrenzt, versuchten es die Büttharder vornehmlich mit langen Bällen auf Johannes Kemmer oder den emsigen, aber glücklosen Lorenz Brell. Gefährlich wurden sie im ersten Abschnitt nicht. Eingreifen musste SV-Torwart Stefan Röser bei Frostgraden kaum.

Immer ist ein Büttharder Bein oder Kopf dazwischen

Dass sein Arbeitstag allerdings alles andere als entspannt verlief, lag an seinen Kameraden. Die schafften es nämlich nicht, die sich bietenden Räume gegen tief verteidigende Büttharder zu nutzen. Selten landete eine Hereingabe beim gewünschten Abnehmer, immer brachten die Gäste Kopf oder Bein dazwischen – und wenn nicht, war da auch noch Georg Schwab, der mit etwas Glück Markus Dürrs Schuss hielt und kurz darauf gegen Stefan Hülle stark parierte. Auch gegen Dominik Held, der das Leder nicht richtig traf, war er zur Stelle.

„Ich finde es bemerkenswert, dass er sich in seinem Alter noch zwischen die Pfosten stellt und aushilft“, sagte Bütthards Coach Uwe Göb mit viel Respekt vor seinem Aushilfstorwart, der den erstmals in dieser Spielzeit abwesenden Steffen Hofmann ersetzte. Bei Dominik Helds Kopfball kurz vor dem Seitenwechsel wäre er geschlagen gewesen. Doch die Latte rettete für Schwab – und vergrößerte den Unmut der Gastgeber merklich.

Kritische Töne von Sickershausens Trainer

Sickershausens Coach Albert Fischer wollte unbedingt mit einem Sieg in die Winterpause. Schließlich hatten sich die Seinen in den vergangenen Wochen mit regelmäßigen Punktgewinnen im hinteren Mittelfeld gehalten. „Wir hatten viel Ballbesitz, aber den haben wir nicht in Zählbares umgesetzt und viel zu statisch gespielt. Unserem Spiel fehlte das Tempo“, so Fischer.

Nach der Pause waren es die Büttharder, die plötzlich wieder dick im Geschäft waren und dem Befreiungsschlag ganz nahe. Hatte Philipp Dappert Lorenz Brells Schuss – Röser war bereits geschlagen – gerade noch von der Linie gekratzt, wurde Maximilian Hemms Schuss nach der darauffolgenden Ecke unhaltbar abgefälscht. Trotz aller Unterlegenheit hatten die Blau-Weißen stets den Kopf oben behalten und verteidigten ihren Vorsprung leidenschaftlich. Sickershausen fiel nichts ein gegen Bütthards vielbeinige Abwehr.

Nach einem Freistoß gelingt der Ausgleich

Erst ein Freistoß Felix Rahmanns brachte die Erlösung: Michael Alesi köpfte vehement zum 1:1 ein. Gästetrainer Göb nahm den Ausgleich als zumindest strittig wahr, nachdem Alesi Georg Schwab im Fünfmeterraum übersprungen hatte. Bütthard gab nicht auf und wäre nach einem Handspiel im Sickershäuser Strafraum beinahe erneut zur Führungschance gekommen. Doch Schiedsrichter Udo Fleck gab keinen Elfmeter und Thomas Neckermann wegen Reklamierens die Ampelkarte.

„Da hatten wir Glück“, sagte auch Fischer. Aber das war ihm egal. Denn die Seinen schlugen nach einer Ecke Kretzers erneut zu. Markus Dürr traf spät zum 2:1 und ließ die aufopfernd kämpfenden Büttharder ernüchtert zurück. „Der Sieg war verdient. Dennoch müssen wir hier mindestens einen Punkt mitnehmen“, sagte Göb, dessen Klub auf einem Abstiegsplatz überwintert.

Die Statistik des Spiels
Sickershausen: Röser – Müller, Alesi, Dappert, Dürr, Hülle, Kretzer, Moritz Rahmann, Felix Rahmann, Held, Julian Rahmann. Eingewechselt: Lukas Köhler, Julian Köhler, Bäuerlein.
Bütthard: Schwab – Lukas Kemmer, Hügel, Patrick Fuchs, Neckermann, Bastian Kemmer, Brell, Schiller, Hemm, Christian Fuchs, Johannes Kemmer. Eingewechselt: Erhardt, Beck.
Schiedsrichter: Udo Fleck (Apfelbach/Herrenzimmern). Zuschauer: 70. Tore: 0:1 Maximilian Hemm (54.), 1:1 Michael Alesi (75.), 2:1 Markus Dürr (90.+2). Gelb-Rot: Neckermann (Bütthard, 89., Meckern).

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