Die Spieler des SV Sickershausen hatten zuletzt genug Zeit, um vom Fußball abzuschalten. Sie hätten ohne Weiteres in Urlaub fahren können, ohne eine Partie zu versäumen. Mancher nutzte die Unterbrechung, um Verletzungen heilen zu lassen. Der Terminplan schenkte ihnen zwei spielfreie Sonntage und damit drei Wochen Pause, während die anderen Teams in der vierten Staffel der Würzburger A-Klasse unvermindert antraten. Sickershausens Trainer Thomas Beer mochte die Auszeit nicht gefallen.



„Das hat uns den Rhythmus und die Spielpraxis gestohlen“, meinte der 40-Jährige, nachdem seine Elf voriges Wochenende wieder einmal hatte eingreifen dürfen. Die zweite Mannschaft Dettelbachs und seiner Ortsteile war zu Besuch gekommen. Allein der Blick auf die Tabelle verdeutlichte den Wert der Begegnung: Im Duell der Punktgleichen konnte der Gewinner seine Aufstiegschance erhöhen. Nach dem 1:0 (0:0)-Sieg darf sich Sickerhausen ein höheres Ziel einfallen lassen, wenn in zwei Wochen Tabellenführer DJK Effeldorf im Kitzinger Vorort erscheint: Meister zu werden.

Platz zwei wäre für Dettelbach noch eine Option gewesen. Dafür hatte der Klub gegen Sickershausen zwei Stammspieler aus seiner Kreisliga-Mannschaft mobilisiert. Knapp eine Stunde spielte Dettelbach in gewohnter Besetzung, ehe Michael Wagenhäuser und Christian Graber zum Einsatz kamen. Doch schon im ersten Angriff nach deren Einwechslung trafen die Sickershäuser entscheidend. Martin Köhler schob den Ball im zweiten Versuch über die Linie (54. Minute). „Wochenlang trainieren wir Diagonalpässe. Endlich klappt es“, rief Thomas Beer in den Jubel.

Sein Team hatte eine Weile gebraucht, um Fuß zu fassen. Die Gäste legten den Vorwärtsgang ein und gingen mit dem Leder harmonischer um. „Wir waren schon zu verspielt“, sagte Dettelbachs Vorsitzender Stefan Ebel, der das Coaching übernommen hatte. 10:2 Chancen zu Gunsten der eigenen Mannschaft hatte er gezählt. Eine etwas eigenwillige Deutung der Verhältnisse auf dem Rasen, wenngleich Dettelbach nach dem Rückstand seine Drangphase erlebte und mehrmals hochgradig gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse aufkreuzte.

„Sickershausen kann nichts dafür, dass wir zu dumm waren, ein Tor zu treffen“, sagte Ebel. Immerhin konnte sich so Torsteher Christian Kehrer der Auszeichnung als Tagesbester seiner Truppe sicher sein. Die Gastgeber mussten sich über das Kämpfen wehren und später auf Konter setzen. Dettelbach versuchte, durch zahlreiche Rückwechsel konditionelle Vorteile zu erwirken – und womöglich auch Verwirrung zu stiften. Alle Maßnahmen aber liefen ins Leere.
Am Ende hatten sich beide Seiten auf Schiedsrichter Kurt Kemmer eingeschossen, dem es zuweilen schwerfiel, den Überblick zu behalten. Am liebsten wäre den Mannschaften gewesen, Kemmer hätte häufiger auf Foul entschieden und Strafen ausgesprochen – zum jeweils eigenen Vorteil. „Er erst hat Hektik ins Spiel gebracht“, fand Thomas Beer. Stefan Ebel wurde noch deutlicher: „Das Einzige, was das sehr gute Spiel nicht verdient hatte, war der Schiedsrichter.“

Die Statistik zum Spiel

SV Sickershausen – Dettelbach und Ortsteile II 1:0 (0:0)

Sickershausen: Christian Kehrer; Martin Fink, Jens Heinkel, Christoph Wiedemann, Martin Köhler, Christian Schöffberger, Thomas Hess, Timo Held, Alexander Kehrer (46. Andreas Schwab), Felix Rahmann (72. Thomas Beer), Anton Sizov (66. Marco Tratschke); Rückwechsel: Alexander Kehrer für Marco Tratschke (84.).

Dettelbach und Ortsteile II: Jochen Rettner; Thomas Scheller, Janek Schiller, Simon Thomaier, Stefan Wagenhäuser, Sebastian Weiß, Julian Pfister (54. Christian Graber), Lukas Nagel (46. Julian Deinlein), Markus Schimmel (54. Michael Wagenhäuser), Max Walter, Christian Mack; Rückwechsel: Schimmel für Stefan Wagenhäuser (62.), Stefan Wagenhäuser für Weiß (71.), Pfister für Mack (77.), Weiß für Walter (82.), Mack für Stefan Wagenhäuser (90.), Walter für Thomaier (90.).

Schiedsrichter: Kurt Kemmer (TSV Markt Bibart).

Zuschauer: 70.

Gelbe Karten: Beer, Heinkel; Nagel, Deinlein.

Gelb-Rote Karte: Wiedemann (Sickershausen, 83., Foulspiel).

Tor: 1:0 Martin Köhler (54.).