Glücklich, aber verdient hat die SG Seinsheim/Nenzenheim im Kirchweihspiel in Markt Einersheim noch ein 1:1 (0:0) erzielt. Andreas Braun glich in letzter Minute die Führung der Markt Einersheimer durch den Treffer Tobias Zobels (66.) aus. Spielerisch brachten beide zuvor noch ungeschlagenen Mannschaften nicht viel zu Stande. „Wir wussten, dass die Einersheimer auf Konter setzen würden. Deshalb wollten wir den Spieß umdrehen“, sagte Seinsheims Spielertrainer Markus Wolf nachher. „Was ich der Mannschaft vorgegeben hatte, hat sie sehr gut umgesetzt. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass wir offensiver hätten auftreten und uns mehr am Spiel hätten beteiligen müssen.“

Aussichtsreich wurde zu Gunsten seiner Mannschaft hatte es erstmals nach gut einer halben Stunde ausgesehen. Nach einem Foul gegen Andreas Braun nahe der Strafraumgrenze schlenzte Fabian Rabenstein den Ball um die gegnerische Mauer, scheiterte aber am linken Pfosten. Vor der Halbzeit kamen auch die Einersheimer zu einer guten Gelegenheit: Florian Ittner hatte sich vor dem Tor durchgesetzt und aus nächster Nähe den Abschluss gesucht, doch der nach mehr als zehn Jahren reaktivierte Matthias Schenk, der Markus Körner nun zum dritten Mal im Tor vertrat, hielt.

Die zweite Hälfte begann wiederum aussichtsreich für die Gäste. Mit einem Pass auf den rechts gestarteten Daniel Neuser öffnete Braun das Spiel, sein zur Halbzeit eingewechselter Kollege zog auf und davon, suchte vor Einersheims Torwart Stephan Schmer aber den eigenen Abschluss, statt den mitgelaufenen Rabenstein im Zentrum zu bedienen.

Als Julius Wich seine Einersheimer Mitspieler auf Abseits hinwies, bezog Schiedsrichter Michael Moritz diese Bemerkung auf sich, und er hielt dem wegen der vermeintlich versuchten Beeinflussung die Gelbe Karte vor. Es herrschte helle Aufregung. Denn für Wich war es nach einem Foul in der ersten Hälfte die zweite Verwarnung. Er musste das Feld nach einer Diskussion mit dem Unparteiischen verlassen. Dass er sich in seiner Entscheidung getäuscht hatte, räumte Moritz nach dem Spiel bei Einersheims Trainer Josef Unser entschuldigend ein: „Er erklärte mir die Situation aus seiner Sicht und meinte, er bedaure den Platzverweis.“

Im Gefühl, benachteiligt worden zu sein, wurden bei der Heimelf neue Lebensgeister geweckt. Nachdem Ittner zuerst an Schenk gescheitert war, nahm Tobias Zobel im Rückraum aus zwanzig Metern Maß. Sein platzierter Schuss schlug zum 1:0 ein. Nur kurz darauf bewahrte Thomas Volkamer die Einersheimer vor dem schnellen Ausgleich: Er rettete nach einer Hereingabe Rabensteins von links und einem Kopfball von Max Dorsch auf der Linie.

Die tief stehenden und auf Konter lauernden Gastgeber hatten das zweite Tor bereits auf dem Fuß, doch Christoph Heinritz vergab fünf Minuten vor Spielende frei vor dem gegnerischen Tor die Entscheidung. „Wir haben unsere Konter in Unterzahl nicht clever genug zu Ende gespielt“, sagte Trainer Unser. „Das war die Kirchweih. Wegen ihr fehlte uns am Ende zu sehr die Konzentration.“ Sie fehlte vor allem im entscheidenden Moment.

Als die Einerheimer den Vorsprung noch immer durch ein zweites Tor erhöhen, statt die Führung verteidigen wollten, stand der nach einer kurzen Pause ausgeruhte Andreas Braun auf Höhe der Mittellinie frei, ohne Gegner, auf rechts. Angespielt von Lion Paxton, ging Braun noch zwei, drei Schritte mit dem Ball, schaute noch einmal auf und erspähte so die entscheidende Lücke. „Ich sah, dass der Torwart zu weit vor seinem Kasten stand. Eigentlich dachte ich, dass er ebenfalls schon gesehen hatte, dass ich in Richtung Tor gehe“, wunderte sich der Torschütze im Nachhinein. In letzter Spielminute düpierte er den gegnerischen Torhüter mittels einer Bogenlampe aus vierzig Metern zum späten 1:1.

„Ein bisschen Glück gehört dazu“, sagte der Siegtorschütze, musste aber auch zugeben. „Es war ein schwaches Spiel. Wir waren sehr nervös, spielten zu überhastet. Hätte es den Platzverweis nicht gegeben, wäre es schwierig geworden, hiermit einem Punkt vom Platz zu gehen.“ Einig waren sich die beiden Seiten, wer das Rennen in der A-Klasse unter sich entscheiden werde: Bibergau, Dettelbach, Einersheim und Seinsheim, so lautete hüben wie drüben ein weiteres Fazit nach dieser Partie.

Das Spiel in der Statistik

SV Markt Einersheim – Seinsheim/Nenzenheim 1:1 (0:0)

Markt Einersheim: Stephan Schmer; Christoph Heinritz, Julius Wich, Johannes Gegner, Daniel Eckstein (2. Tobias Schramm), Nico Gerhardt, Thomas Volkamer, Domenic Spiller (37. Tobias Zehnder), Marco Gröll (46. Dominik Zitzmann), Tobias Zobel, Florian Ittner.

Seinsheim/Nenzenheim: Matthias Schenk; Patrick Hertel, Thomas Wolf, Matthias Volkamer (23. André Müller), Lion Paxton, Hannes Schöller, Andreas Braun (46. Daniel Neuser), Florian Sieber, Andreas Walter (59. Max Dorsch), Fabian Rabenstein, Stefan Bauer.

Schiedsrichter: Michael Moritz (SV Kist).

Zuschauer: 250.

Gelbe Karten: Spiller, Volkamer; Walter, Sieber, Dorsch.

Gelb-Rote Karte: Wich (Markt Einersheim, 57., Meckern).

Tore: 1:0 Tobias Zobel (66.), 1:1 Andreas Braun (90.).