Einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib abblitzen lassen und dabei über weite Strecken überlegen gespielt. „Es ist überragend, wie die Jungs das machen“, sagte Trainer Gerd Klaus nach dem 4:3 (2:1) des FC Schweinfurt 05 gegen den SV Heimstetten. Mit Blick auf die kurze Sommerpause freute er sich über die überraschend konstante und gute Leistung seiner Schützlinge. „Ich hoffe bloß, wir kriegen im Oktober oder November kein Loch.“ Das Geheimnis des Erfolgs beschrieb Innenverteidiger Manuel Müller so: „Jeder läuft, bietet sich an. Es passt derzeit alles.“

Wann hat der FC 05 das letzte Mal derart gewirbelt? Hochpräzises Kurzpassspiel, Tempo, Hacke, Spitze, alles dabei. Vorgeführt wurden die Heim-stettener in der ersten halben Stunde. Ein Beinahe-Eigentor ihres Verteidigers Clemens Kubina (4. Minute), ein Kopfball von Joseph Mensah (5.), ein Volleyschuss von Michael Kraus, den Torwart Krasnic abwehrte (19.)– angesichts dieser Chancen hätte es früh ein Debakel für die Oberbayern werden können. Und dann trafen sie, die Schweinfurter. Krautschneiders Ecke wurde abgeblockt, Kevin Fery zog aus dem Hinterhalt ab zum 1:0 (25.). Wenig später war Mensah nach erneuter Ecke Krautschneiders zur Stelle, und es hieß 2:0 (30.). Da schien der Grün-Weiß-Express Tempo aufzunehmen. Bis der ehemalige Rosenheimer Danijel Majdancevic die rote Kelle hob, das Stopp-Signal. Seinen Traumpass von der rechten Seite nahm Valentin de la Motta elegant auf und legte auf Torjäger Sammy Ammari – nur noch 2:1 (42.).

In der Tat waren die Nullfünfer damit ein Stück weit ausgebremst. Um ein Haar wäre Sebastiano Nappo gar noch der Ausgleich geglückt. Torwart Christopher Pfeiffer lenkte den Ball zur Ecke. Doch das 3:1 war nach dem Wechsel schnell geschafft: Nachdem Tom Jäckel zweimal spektakulär verpasst hatte (47., 52.), nutzte Steffen Krautschneider eine Unstimmigkeit in der SV-Abwehr, um aus halblinker Position ganz cool ins linke Eck einzuschieben (55.). Einige Minuten sah es so aus, als könnten die Gastgeber Ball und Gegner souverän kontrollieren. Aber eben nur ein paar Minuten, denn dann kam erneut Majdancevic, der Kubinas Freistoß zum 3:2 verlängerte (66.).

Plötzlich war der grün-weiße Spielzauber dahin. Die Gäste griffen nun im Mittelfeld beherzter zu, besaßen zwei erstklassige Chancen – öffneten aber auch Räume, die der FC nutzte. Pigl sauste links davon, seinen Querpass verstolperte zunächst der eingewechselte Adrian Dußler zunächst, doch im Nachsetzen zwirbelte er den Ball doch noch zum erlösenden 4:2 ins Netz (83.). Schweinfurt 05: Pfeiffer – Mache, Manuel Müller, Mensah, Pigl – Fery – Häcker, Kraus (72. Dußler), Krautschneider – Jäckel (72. Mandelkow), Marino Müller (86. Kleinhenz). Tore: 1:0 Fery (25.), 2:0 Mensah (30.), 2:1 Ammari (42.), 3:1 Krautschneider (55.), 3:2 Majdancevic (66.), 4:2 Dußler (83.), 4:3 Ammari (90.). Schiedsrichter: Baumann (Seebach). Zuschauer: 958.