Dieser Tage feiert Lena Marie Hofmann ihren 24. Geburtstag. Einen sportlichen Grund zum Feiern hatte die aus Marktbreit stammende Tennis-Profispielerin in letzter Zeit nicht. Eine Schulterverletzung, die sie sich Ende Juni 2014 bei einem Schmetterball zugezogen hat, legt die Wahl-Münchnerin seit damals auf Eis.

Zwei Sehnen und eine Kapsel in der Schulter ihres rechten Schlagarms waren so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie operiert werden musste. Dass es kein leichter Eingriff werden würde, wusste Lena bereits im Vorfeld. „Es ist normal, dass es so lange dauert.“ Anstatt den Aufschlag zu trainieren, muss sich Tennis-Profispielerin Lena-Marie Hofmann derzeit eben in einer anderen Sache üben: In Geduld.

Das ist nicht ganz einfach für sie, wie sie zugibt. „Im Moment ist noch eine Entzündung drin. Ich soll bis Mitte Februar Pause machen und dann wieder langsam anfangen“, schildert Lena Hofmann ihren Gesundheitszustand. Dabei sah es zwischendurch mal ganz gut aus mit dem Genesungsprozess. Ende November schien die Schulter zu halten. Sie trainierte zweimal am Tag auf dem Platz, allerdings ohne Aufschlag. Zu früh, wie sich herausstellen sollte. „Es wurde danach wieder schlechter. Die Kapsel entzündete sich, ich bekam Kortison gespritzt. Jetzt muss ich eben warten.“

Die mittlerweile bereits sieben Monate lange Zwangspause hat dazu geführt, dass die Tennisspielerin um rund 500 Plätze in der Weltrangliste abgerutscht ist und derzeit um die Position 820 herum rangiert. Wann Hofmann wieder richtig einsteigen wird, will und muss sie offen lassen. „Ich kann mir kein Datum setzen, weil ich nicht weiß, wie sich die Schulter entwickelt. Im Moment nehme ich noch Schmerzmittel und bekomme Spritzen. Dazu mache ich eine Eigenblut-Behandlung, das regt die Heilung an“, erzählt sie.

So fand Tennis zuletzt für Lena Hofmann meist im Fernseher statt, wo sie natürlich interessiert bei den Australian Open zuschaute. Dort sorgte mit Carina Witthöft eine 19-Jährige für die wenigen guten Schlagzeilen aus deutscher Sicht. „Die kenne ich ganz gut, ich habe bereits ein paar Mal gegen sie gespielt. In Australien hat sie mich wirklich überrascht und ein tolles Turnier gezeigt“, sagt Lena über die junge Kontrahentin.

Ein bisschen aktives Tennis geht aber zum Glück für Lena doch. Seit kurzem gibt sie am Stützpunkt in München Trainingsstunden für jüngere Jugendliche auf leistungsbezogener Basis. „Es ist schon etwas anderes, aber es macht mir Spaß“, berichtet sie über die Arbeit mit dem Nachwuchs. Daneben absolviert Lena nahezu täglich ihr Fitnesstraining in München, wo sie außerdem physiotherapeutisch behandelt wird.

Ziel ist das Comeback, das sich die ehrgeizige junge Frau in den Kopf gesetzt hat. „Ich will auf jeden Fall wieder angreifen und bin auch schon richtig motiviert, wenn ich sehe, wie die anderen spielen, während ich zuhause sitze. Wann ich wieder starte, weiß ich nicht, aber zum Saisonauftakt meiner Mannschaft TC Luitpoldpark in der Zweiten Bundesliga möchte ich schon dabei sein“, verrät sie. Das wäre am 3. Mai in Ludwigshafen.

Ein Gutes hat die Zwangspause für Lena Hofmann. Sie hat momentan mehr Zeit für ihr Studium (Internationales Business und Sportmanagement), wo sie zum Ende des Semesters Prüfungen in den Fächern Rechnungswesen und Sportrecht schreiben muss. Etwa eineinhalb Jahre hat die junge Marktbreiterin hier noch vor sich. Spätestens bis dann wird sich wohl auch zeigen, wohin der sportliche Weg für sie führt.