Juniorenfußball

SSV-Nachwuchs steht vor neuem Abenteuer

Erstmals hat sich ein Team des SSV Kitzingen für die U17-Landesliga qualifiziert. Doch gerade in den letzten zwei Wochen fehlten Trainer Hartsch zwei Drittel seines Kaders wegen Ferien oder anderer Dinge. „Ich wäre zu jedem Gegner mit dem Fahrrad gefahren“, sagt er.
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Mit breiter Brust: Nils Lange und die U17-Junioren des SSV Kitzingen gehen selbstbewusst in ihr neues Abenteuer in der Landesliga. Foto: Foto: Michael Kämmerer

Hin und her gerissen ist Markus Hartsch vor dem Saisonstart der U17-Landesliga-Fußballer an diesem Wochenende. Erstmals hat sich ein Team des SSV Kitzingen in dieser Altersstufe für die Klasse qualifiziert, die nach Bundesliga und Bayernliga immerhin die dritthöchste ist, die es in Deutschland gibt. Doch gerade in den letzten zwei Wochen fehlten ihm zwei Drittel seines 19 Spieler umfassenden Kaders wegen Ferien oder anderer Dinge.

„Darüber bin ich etwas enttäuscht. Ich dachte, dass man seinen Urlaub entsprechend legen könne. Manche sagen wegen jedem kleinen Wehwechen das Training ab, das kann nicht sein“, sagt er über die bisweilen laxe Einstellung der heutigen Generation. „Ich wäre zu jedem Gegner mit dem Fahrrad gefahren, wenn ich die Chance gehabt hätte, in dem Alter in so einer Liga zu spielen“, sagt Hartsch.

Drei Testspiele musste er aus Personalmangel absagen – und doch lässt sich Hartsch nicht groß erschüttern, er glaubt trotz der zuletzt so widrigen Umstände an seine Mannschaft. Sie habe Talent, auch auf neuem Terrain Fuß zu fassen. „Fußballerisch werden wir nicht die Schlechtesten in der Liga sein“, sagt der Berufsoptimist. Mut gibt ihm die Partie in Baiersdorf, wo die Kitzinger im Juli – noch mit komplettem Kader – 3:2 gewannen.

Auch beim Würzburger FV hielten sie lange gut mit. Am Ende verlor die mit einigen Ersatzkräften bestückte Elf 1:3. Ein wenig stolz schwingt bei Hartsch mit, besteht sein Team doch zum Teil noch aus Akteuren, die er einst in der U13 nach Kitzingen geholt und trainiert hatte: Felix Derr, Angelo Gnirck, Pascal Kapp, Sebastian Stumpf, Maximilian Meyer, Dominik Laudenbach oder Nils Lange.

Im U15-Bereich schoss dieser Jahrgang den SSV bis in die Bayernliga, konnte die Früchte aber nicht ernten, da die Spieler aus Altersgründen eine Stufe höher in die U17 rückten. Dort gelang ihnen schon in der ersten Saison der Sprung aus der Bezirksoberliga, so dass es nun eine Treppe höher geht in Richtung Fußball-Oberhaus. Dort werden sich die Siedler mit Vereinen messen, die großteils über ganz andere Voraussetzungen verfügen als sie. „Die meisten haben ja Leistungszentren hinten dran“, so Hartsch mit Blick auf Jahn Regensburg, die SpVgg Weiden, Bayern Hof, die SpVgg Ansbach oder den FC Schweinfurt 05, der an diesem Sonntag (13 Uhr) der erste Gegner ist.

Sieben bis acht Mannschaften der Zwölfer-Liga sieht der Trainer in etwa „auf unserem Niveau“. Den größten Unterschied zur Bezirksoberliga stellt sich Hartsch so vor: „Das Körperliche. Das haben mir viele Trainer bestätigt. Es wird mit Tempo, Druck und eben dem Körper gespielt. In der U15-Bayernliga hat man viel Wert auf Taktik gelegt, hier wird es über Zweikämpfe gehen.“ Den meisten Kontrahenten wird der SSV eher mit defensiver Ausrichtung begegnen, aber es wird Ausnahmen geben.

Gegen Schweinfurt sieht er seine Schützlinge in der Außenseiterrolle. „Wir können locker ins Spiel gehen, einen Punkt traue ich uns schon zu. Wir wollen kein frühes Tor kriegen“, sagt er. Die Mannschaften, die es zu schlagen gelte, kämen später. Ziel für den SSV ist „der Klassenerhalt, nichts anderes“. Zumal man nicht über den üppigsten Kader verfüge. Im Tor steht nur Tobias Uhl zur Verfügung. Fällt er aus, muss Mathies Kempf aus der U15 einspringen.

Aufgebot

Trainer: Markus Hartsch.

Zugänge: Dominik Laudenbach (FSG Wiesentheid), Sebastian Hehn (SG SC Mainsondheim), Turgay Senel (Würzburger Kickers).

Tor: Tobias Uhl.

Abwehr: Kai Lutz, Maximilian Meyer, Özer Gisi, Johannes Grieb, Nils Lange, Yanik Unger, Fabian Reuter, Sebastian Dappert.

Mittelfeld: Sebastian Hahn, Dominik Laudenbach, Mario Paul, Daniel Veeh, Felix Derr, Turgay Senel, Pascal Kapp, Jakob Rohr.

Angriff: Angelo Gnirck, Sebastian Stumpf.

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