FUSSBALL: KREISKLASSE

SG Sommerhausen/Winterhausen zieht die richtigen Lehren

Die Spielgemeinschaft Sommerhausen/Winterhausen bezwingt den TSV Rottenbauer mit 4:1. Warum die SG sportlich funktioniert.
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Torschützen im Zweikampf: Philipp Kessler (hinten) von der SG Sommerhausen/Winterhausen und Rottenbauers Samuel Braun. Foto: Foto: Hans Will

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Kreisklasse 1 Würzburg SG Sommer-/Winterhausen – TSV Rottenbauer 4:1 (1:0)

Nicht wenige Beobachter waren vor Monaten bass erstaunt, als sie vom Zusammenschluss der TSG Sommerhausen und des FC Winterhausen hörten. Nun gut, mit ihren Reserveteams machen die beiden Klubs schon seit Jahren gemeinsame Sache. Aber als bekannt wurde, dass ab diesem Sommer auch die ersten Garden der beiden einst rivalisierenden Nachbarn an einem Strang ziehen, stellte sich unweigerlich die Frage: Kann das gut gehen? Bereits im Herbst 2019 muss man festhalten: Es kann. „Unser wichtigstes Ziel war es von vorne herein, so schnell wie möglich als Team zusammenzuwachsen,“ erklärt Felix Vetter, Spielertrainer der neu gegründeten SG Sommerhausen/Winterhausen. Den Nährboden für diesen Entwicklungsprozess bereitet – wie sollte es anders sein – der sportliche Erfolg. Und in dieser Hinsicht können sich die SG-Verantwortlichen nicht über zu wenig Ertrag beklagen.

Sportlicher Höhenflug

Nach elf Spieltagen steht die neu formierte Mannschaft mit schon acht Siegen auf dem zweiten Tabellenplatz. Gar die Tabellenspitze in der Kreisklasse 1 Würzburg hatte die SG zwischenzeitlich schon einmal erklommen, diese aber in der vergangenen Woche durch eine 1:2-Niederlage gegen den Liga-Vorletzten DJK Würzburg eingebüßt. Eine unerwartete Pleite, aus der es aus Sicht der Schützlinge von Felix Vetter die richtigen Lehren zu ziehen galt. Schließlich wartete am Samstag in der Partie gegen den Tabellenletzten TSV Rottenbauer eine ähnliche Ausgangsposition: Wieder waren die SG?ler klarer Favorit, wieder konnten sie auf dem Papier eigentlich wenig gewinnen, aber viel verlieren.

Diesmal jedoch meisterte die Spielgemeinschaft die Herausforderung, wenngleich der Spielverlauf gegen den Würzburger Stadtteilklub längst nicht so eindeutig war, wie es das Ergebnis aussagen mag. Denn der Gast aus Rottenbauer präsentierte sich wahrlich nicht wie ein Abstiegskandidat und wurde gegen cleverere Hausherren letztlich etwas unter Wert geschlagen. „Das Ergebnis ist vielleicht ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen,“ gaben Vetter und sein Co-Trainer Christian Kohl hernach unisono zu. In der Tat hätte die Partie auch einen anderen Verlauf nehmen können, hätte etwa Benedikt Preisendörfer gleich zu Beginn aus Sicht der Gäste nicht freistehend vorbeigeschossen (2.) oder wäre der Versuch Philipp Hildmanns nicht gerade noch abgeblockt worden. (7.) Alles Makulatur. Die Heimelf, die zunächst ebenfalls zwei gute Gelegenheiten durch Philipp Obenhuber (9.) und Martin Pöhland (14.) liegengelassen hatte, zeigte Mitte des ersten Durchgangs dann doch, wer in der Tabelle unten und wer oben steht. Nach einem wie an der Schnur gezogenen Angriff stand es 1:0. Michael Morawietz schickte Christian Schwarz steil über rechts und der fand in der Mitte seinen mitgelaufenen Trainer Felix Vetter, der zur Führung einschoss (20.). Aus Rottenbaurer Sicht stand nun Schlimmes zu befürchten. Würde das Liga-Schlusslicht, das nach dem Rücktritt von Trainer Jochen Reinhart in der vergangenen Woche ohnehin ereignisreiche Tage hinter sich hatte, nun in sich zusammenfallen? Zumal die Gäste nach einer halben Stunde für den verletzt ausgeschiedenen Schlussmann Manuel Haberzettl in Kevin Ziegler auch noch einen Feldspieler zwischen die Pfosten beordern mussten. Doch aller Widrigkeiten zum Trotz blieb der TSV standhaft, und auch Ziegler machte, nachdem er gegen den Schuss von Philipp Keßler gleich seine liebe Müh' und Not hatte, einen guten Job.

Alles konnte aber auch er gegen die starke SG-Offensive nicht verhindern. „Wir hatten heute im letzten Drittel mehr Zug drin,“ freute sich Felix Vetter über die größere Zielstrebigkeit seiner Jungs im Vergleich zur Vorwoche. Diese konnte sich der spielende Trainer an diesem Nachmittag zuvorderst selbst auf die Fahnen schreiben. Denn zu Beginn des zweiten Durchgangs tauchte Vetter nach einem Freistoß samt Kopfballverlängerung frei vor Ziegler auf und vollendete zum 2:0 (49). Damit war sein Torhunger jedoch noch nicht gestillt. Den schönsten Treffer hatte sich Vetter nämlich für seinen dritten Streich aufgehoben. Per sehenswerter Volleyabnahme aus über zwanzig Metern besorgte er das entscheidende 3:1 (83.) – nachdem Samuel Braun für Rottenbauer zwischenzeitlich verkürzt hatte (60.).

Lob vom gegnerischen Trainer

„Sommerhausen hat uns einfach einiges voraus, ist deutlich abgezockter,“ gestand Rottenbauers Interimstrainer Dieter Deckert hinterher. Aber ich denke, man hat heute eine Reaktion unserer Mannschaft auf den Trainerwechsel gesehen. Auf der Leistung können wir auf jeden Fall aufbauen.“ Spielerisch hatte seine Mannschaft gute Ansätze gezeigt, war aber letztlich im Abschluss nicht effizient genug. Ganz im Gegensatz zu den Hausherren, die zum Schluss in Person von Philipp Keßler sogar noch einen weiteren Treffer nachlegten.

„Wir müssen in dieser Klasse um jeden Punkt kämpfen. Es wird viel robuster gespielt als in der Kitzinger Kreisklasse, beschreibt Sommerhausen/Winterhausens Co-Coach Christian Kohl die Unterschiede nach der Umgruppierung der SG in eine neue Spielklasse. Sein Kollege Vetter will die geschaffene gute Ausgangsposition nichtsdestotrotz natürlich nutzen. „Wir wollen uns im oberen Tabellendrittel etablieren,“ sagt der Spielertrainer, nur um gleich darauf einzuschränken: „Wir müssen am Boden bleiben. Wenn es nicht klappt, ist es auch kein Drama.“

Sommerhausen/Winterhausen: Guller – Pöhland, Wilbald, Hofmann, Philipp Keßler, Obenhuber, Schwarz, Mainberger, Morawietz, Vetter, Daniel Keßler Eingewechselt: Sebastian Keßler (54.), Herrhammer (75.), Kernwein (84.) Rottenbauer: Haberzettl – Meigen, Philipp Ziegler, Deckert, Weisenberger, Schneider, Braun, Hildmann, Zänglein, Sopp, Preisendörfer. Eingewechselt: Kevin Ziegler (31.), Desor (82.) Schiedsrichter: Niklas Bornhorst. Zuschauer: 100. Tore: 1:0 Felix Vetter (20.), 2:0 Felix Vetter (49.), 2:1 Samuel Braun (60.), 3:1 Felix Vetter (83.), 4:1 Philipp Keßler (90.). Gelbe Karten: Daniel Keßler, Morawietz, Guller, Philipp Keßler – Sopp, Philipp Ziegler, Kevin Ziegler.

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