FUSSBALL: KREISLIGA

SC Schwarzach will keine rosarote Welt

Trotz zweier fulminanter Siege in den letzten Spielen neigt Thomas Redelberger nicht zum Überschwang. Für den Trainer sind grundsätzlichere Dinge viel entscheidender.
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Ruhiger Entwickler: Trainer Thomas Redelberger neigt beim SC Schwarzach nicht zum Überschwang. Will Foto: Foto: Hans

Gäbe es in Schwarzach eine Melodie, die bei Treffern der eigenen Mannschaft gespielt würde, der Song wäre in den letzten beiden Auftritten in Dauerschleife gelaufen. Schließlich ließen es die Kicker des SC Schwarzach zuletzt mächtig krachen im Gebälk des Gegners.

Einem 8:1 in Dettelbach folgte am vergangenen Wochenende ein 7:1 zu Hause gegen Estenfeld. 15 Tore in zwei Spielen – Schwarzach rockt die Liga. Wie ein auf der Erfolgswelle schwebender Rockstar fühlt sich Thomas Redelberger gleichwohl nicht, wenn er auf die jüngsten Glanzleistungen seiner Elf blickt.

Auf die Frage, was seine Jungs in den Tee bekommen hätten, dass es offensiv gerade derart rund laufe, erwidert Schwarzachs Trainer wie aus der Pistole geschossen: „Wir haben auch zwei Gegentore bekommen.“ Statt seine Mannschaft über den grünen Rasen für ihren zuletzt kaum zu stillenden Torhunger zu loben, mäkelt Redelberger an zwei Gegentörchen herum, die angesichts der eigenen Trefferquote vordergründig kaum ins Gewicht fallen. Sucht da etwa einer das Haar in der Suppe? Nein, die Aussage zeigt letztlich nur, dass der Perfektionist Redelberger ein Trainer ist, der über den Tellerrand hinausblickt und sich nicht vom Überschwang der Gefühle treiben lässt.

Trainer glaubt nicht an Zufall

An Zufälle glaubt der ehemalige Coach des Landesligisten TSV Unterpleichfeld schon mal gar nicht, weshalb er Schwarzachs jüngste Torflut als Produkt harten Trainings sieht: „Wir haben viel am Abschluss gearbeitet. Schließlich hatten wir diese Saison schon einige Spiele, in denen wir viele Chancen liegengelassen haben.“ Nun scheint der Knoten aber geplatzt zu sein und der SC – derzeit Tabellenzweiter der Kreisliga 1 Würzburg – hält seinen eingeschlagenen Erfolgskurs.

Führt der womöglich zurück in die Bezirksliga, wo sich Schwarzach in der Saison 2017/18 schon einmal versuchte? „Das geht mir alles zu schnell“, sagt Redelberger. Vor ein paar Wochen, nach den Niederlagen gegen Buchbrunn/Mainstockheim und Marktbreit, sei er noch gefragt worden, ob die Euphorie jetzt verflogen sei. Da wolle er die Welt jetzt, wo es gut laufe, auch nicht zu rosarot malen.

Stattdessen ist Nachhaltigkeit eines der Worte, die Redelberger gerne benutzt. Er ist nicht nur auf den kurzfristigen Erfolg aus, sondern legt Wert darauf, die Mannschaft kontinuierlich zu entwickeln. „Schritt für Schritt“ wolle man sich verbessern und in der Kreisliga oben mitspielen. Nur zwei Zähler trennen den SC von Tabellenführer SG Buchbrunn/Mainstockheim.

Veranstaltet das Team weiter einen solchen Angriffswirbel wie zuletzt, könnte der knappe Rückstand bald Geschichte sein. Insbesondere dann, wenn Simon Pauly seine Top-Form noch eine Weile konservieren kann. Allein sieben der 15 Treffer gingen in den vergangenen beiden Begegnungen auf das Konto des 33-jährigen Angreifers. Fünfmal traf Pauly gegen Estenfeld. 16 Tore hat der Routinier in dieser Spielzeit insgesamt erzielt. „Es freut mich für ihn“, sagt Redelberger über seinen Torgaranten, für den sich auszahle, „dass er konstant trainieren kann“.

Zudem sei Pauly ehrgeizig und lasse sich nicht nur als Vollstrecker feiern, sondern arbeite auch viel für die Mannschaft. Die steht bei Redelberger ohnehin im Vordergrund. Keinen Torerfolg versteht der Trainer als reine Individualleistung, schließlich beginne das Herausspielen von Torchancen bereits im Spielaufbau. Einstudiert werden die Angriffszüge im Training, in dem Schwarzach davon profitiert, dass in Wolfgang Schneider ein weiterer ganz erfahrener Mann auf dem Platz steht. Die Zusammenarbeit mit seinem Co-Trainer, der früher selbst als Chef beim SC fungierte, mache „unheimlich viel Spaß“, sagt Redelberger.

Redelbergers alte Bekannte

Dank zweier Trainer könne man viel individueller mit den Spielern arbeiten. Der SC Schwarzach ist gerade dabei, die Früchte zu ernten. Auch an diesem Sonntag beim Gastspiel beim SV Maidbronn, der im Saisonverlauf schon so manchem Favoriten ein Schnippchen schlug, hoffen Redelberger und die Seinen wieder auf reichlich Ertrag. Für den in Güntersleben wohnenden Trainer geht es dabei in die Nachbarschaft. „Ich kenne viele Spieler sehr gut. Das wird ein enges Match“, sagt er vor dem Wiedersehen.

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