Die Gewichtheber des Kraftsportvereins (KSV) Kitzingen haben schon bessere Tage gesehen. Sie mussten vor und in der laufenden Saison einen personellen Aderlass verkraften und stehen nach vier Wettkämpfen sieglos mit trostlosen 0:12 Punkten am Tabellenende.

Vor der Saison gab Erwin Gilch seinen Trainerjob auf, weshalb die Aufgaben neu verteilt werden mussten. Die Mannen um Abteilungsleiter Kai Kasper gewannen Harald Sauf als neuen sportlichen Leiter. Michael Fischer ließ sich überreden, Saufs Stellvertreter zu werden. Thomas Stöhr ist als aktiver Heber auch Mannschaftsführer und damit für die Aufstellung verantwortlich. Zudem kümmert sich sein Vater Horst als Betreuer um die Mannschaft.

Der personelle Aderlass setzte sich derweil bei den Aktiven fort. Verlor der KSV in den vergangenen Jahren schon mehrere sehr gute Heber, überraschte vor der Saison Nicole Aßmann die Verantwortlichen. Sie wolle in dieser Runde pausieren. Mit Jaqueline Schroll sollte ein junges Talent derweil für viele Relativpunkte sorgen. Sie fiel aber wegen einer Handgelenks-Operation aus und steht erst 2014 wieder zur Verfügung. Dazu kam, dass Kevin Rüffer die Hantel komplett zur Seite legte. Auch Joshua Nelkowski kam wegen Trainingsrückstandes nicht mehr für die Bayernliga-Mannschaft in Frage. Deswegen freuten sich die Kitzinger umso mehr über Neuzugang Ralph Krebs. Der 38-Jährige ist gebürtiger Rosenheimer und hob bis vergangenes Jahr beim SV/DJK Kolbermoor in Oberbayern. Da er 100 Kilogramm auf die Waage bringt, kann er allerdings weit weniger an Relativpunkten beitragen wie Frauen oder jüngere Heber. Mit Krebs als Ersatzmann stellt sich die Mannschaft derzeit praktisch von selbst auf. Thomas Stöhr, Stefan Aßmann, Benjamin Uhl, Johannes Dworschak, Oliver Schroll und Alexander Meinhardt-Heib bilden aktuell den Stamm, wie auch beim letzten Heimkampf des Jahres gegen die HG Regensburg.

„Das Reißen wird ein hartes Brot“, ahnte Thomas Stöhr vor dem Wettkampf, gab sich aber zuversichtlich, die Einzeldisziplin Stoßen und auch im Zweikampf gegen die bisher ebenfalls sieglosen Regensburger gewinnen zu können. Doch Stöhrs Vorhersage traf nicht ein. Der Regensburger Stefan Gradl lieferte mit einer Nullnummer im Reißen zwar eine Vorlage, die die Gastgeber aber nicht nutzten. Nach dem Reißen verloren sie noch das Stoßen und zogen zwangsläufig auch im Zweikampf mit 291,5:303,4 Relativpunkten den Kürzeren. „Das war heute ein Schlag ins Gesicht“, haderte Thomas Stöhr mit dem Ausgang der Begegnung, in der mehrere Regensburger persönliche Bestleistungen hoben und als Mannschaft erstmals in dieser Saison die 300-Punkte-Marke überboten. Thomas Stöhr stellte sachlich fest, „dass in dieser Saison der Wurm bei uns drin ist“. Der 32-jährige Mannschaftsführer und Benjamin Uhl boten am Samstag gute Vorstellungen, doch insgesamt fehlt es der KSV-Riege am Potenzial um zu alter Stärke zurückzufinden.

Zumindest über die Jahreswende wird die Rote Laterne in der Glauberstraße brennen, wo sich die KSV-Halle befindet. Ende Februar 2014 treffen die Kitzinger auf die Mannschaften aus München-Freimann und Erding, die eine ähnliche Kragenweite haben. „Gegen diese beiden Konkurrenten wollen wir gewinnen“, erklärt Stöhr. Zumal die Kitzinger die Hoffnung hegen, dass Jaqueline Schroll bis dahin wieder einsatzfähig ist.