Kitzingen
Handball Bayernliga Männer

Rödelsees großer Wurf gegen Waldbüttelbrunn?

Ein Sieg fehlt dem TSV Rödelsee, dann ist die perfekte Hinrunde vollendet. Nach den letzten Erfolgen hegt kaum jemand Zweifel daran, dass der TSV auch im 13. Spiel siegreich bleiben wird.
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In dieser Spielzeit könnte Maximilian Häckner (rechts, beobachtet von Mannschaftskollege Andreas Paul) mit dem TSV Rödelsee der ganz große Wurf gelingen. Zunächst soll heute Abend die Hinrunde verlustpunktfrei abgeschlossen werden.  Foto: Kiemer
In dieser Spielzeit könnte Maximilian Häckner (rechts, beobachtet von Mannschaftskollege Andreas Paul) mit dem TSV Rödelsee der ganz große Wurf gelingen. Zunächst soll heute Abend die Hinrunde verlustpunktfrei abgeschlossen werden. Foto: Kiemer

TSV Rödelsee - DJK Waldbüttelbrunn (Samstag, 19 Uhr Sickergrundhalle Kitzingen).


Vor allem der Erfolg gegen den ärgsten Verfolger TSV Lohr sorgt verständlicherweise im Umfeld der Mannschaft für eine kleine Euphorie. Schließlich führt der TSV Rödelsee vor dem heutigen Spiel gegen die DJK Waldbüttelbrunn die Tabelle souverän mit 24:0-Punkten an. Das Team selbst will sich davon jedoch nicht anstecken lassen, meint etwa Rückraumakteur Jan Kästner. "Dass es so gut läuft, hätte ich, ehrlich gesagt, vor der Runde nicht erwartet. Wir haben uns das aber auch erarbeitet. Ich bin nun schon etwas länger dabei und weiß, dass es uns jetzt aber nichts bringt, auf die Tabelle zu schauen. Wer jetzt schon das Wort Meisterschaft in den Mund nehme, habe keine Ahnung.
"Wir sind gerade bei der Hälfte der Runde und haben noch einige schwere Spiele vor der Brust", warnt Kästner vor verfrühtem Jubel.
Diese Worte dürften seinen Trainer Dusan Suchy durchaus freuen, denn auch dieser ist seit Wochen darum bemüht, die Euphorie von seiner Mannschaft fernzuhalten, obgleich er den Funktionären und Fans das Träumen natürlich nicht verbieten möchte. "Das Umfeld kann in Euphorie schwimmen. Man spürt da ja auch eine gewisse positive Energie. Das heißt Fans und Verantwortliche dürfen träumen. Trainer und Mannschaft müssen aber am Boden bleiben. Möglicherweise wird es in der Rückrunde Rückschläge geben. Damit müssen wir dann umgehen können", stellte Suchy unter der Woche klar.
Ein wichtiger Bestandteil seiner Mannschaft ist seit dieser Spielzeit eben Jan Kästner, der vom Drittligisten HSC Coburg an den Schwanberg wechselte. Gleich von Beginn an etablierte sich der groß gewachsene und wurfstarke Spieler in Suchys Mannschaft. Unter anderem gelang ihm am zweiten Spieltag gegen Bayreuth wenige Sekunden vor der Schlusssirene der entscheidende Treffer zum 24:23-Sieg.
Bescheiden will er seine Leistung jedoch nicht überbewerten. "Das war sicherlich unser schwächstes Spiel, aber wenn man am Ende dann glücklich gewinnt, gibt das zusätzlich Motivation. Uns zeichnet momentan einfach aus, dass wir uns eben nicht von Tiefs verunsichern lassen. Wir haben nun das Selbstbewusstsein, das es braucht, um sich aus solch einem Tief herauszuziehen. Und handballerisch gesehen, ist die Abwehr unsere große Stärke", erklärt Kästner die bislang anhaltende Siegesserie, die er so nicht erwartet hatte.
Vergleicht man den Kader mit dem der Vorsaison, so kann festgestellt werden, dass der momentane Rödelseer Erfolg zwangsläufig etwas mit der Personalie Jan Kästner zu tun haben muss. Sein Trainer findet jedenfalls nur positive Worte für seinen neuen Schützling. "Er ist ein kompletter Spieler, der zudem viel Erfahrung hat. So hat er sich auch von Anfang an präsentiert. Er ist ein Führungsspieler und immer positiv. So gesehen hat er bei uns auch sofort super reingepasst. Er ist alles in allem ein sehr guter Zugang für uns", weiß Suchy um die Qualitäten Kästners, der sich selbst allerdings gar nicht als Führungsspieler sieht. "Ich würde mich nicht so bezeichnen. Ich bin es aber durchaus gewohnt, meine Meinung zu sagen und das Gute bei uns ist eben, dass die Mitspieler das auch annehmen. Bei uns ist eine sehr gute Kommunikation vorhanden. Das zeichnet eine gute Mannschaft auch aus. Das funktioniert bei uns reibungslos, was ich derart auch noch nicht erlebt habe. Dennoch müssen wir weiterhin vorsichtig sein, denn bislang können wir noch nicht von Erfolg sprechen." Abgerechnet würde erst am Schluss und bislang seien sie weitgehend von Verletzungen verschont geblieben, schildert Kästner die Situation.
Ganz offenbar gelingt es Coach Suchy bislang vortrefflich, seine Mannschaft auf dem Boden zu halten. Der nächste Sieg sollte heute Abend demnach eine Formalie sein.
"Wir haben gegen Waldbüttelbrunn noch nie in der Bayernliga gewonnen. Zudem haben wir die Möglichkeit, eine Hinrunde ohne Minuspunkte abzuschließen. Motivation sollte also ausreichend vorhanden sein", erwartet Suchy einen engagierten Auftritt seiner Mannschaft. Leichter wird es für die Weindörfler in der Position des Gejagten nun allerdings nicht. "Sicherlich wird es von Spiel zu Spiel schwerer, denn die Gegner haben gegen uns nichts zu verlieren. Punkte, die sie gegen uns holen, sind Bonuspunkte. Und jeder will natürlich der Erste sein, der uns schlägt", weiß Suchy um die Motivation der Konkurrenz. Verzichten muss der Coach heute wahrscheinlich ausgerechnet auf Kästner, der dienstlich auf einer Skifreizeit weilt. Zudem fällt Andre Deiß vermutlich aus. Kästner glaubt dennoch an seine Kameraden. "Wenn das Spiel so läuft, wie die letzten Derbys gegen Lohr und Rothenburg, bin ich unbesorgt. Natürlich zollen wir Waldbüttelbrunn den nötigen Respekt. Wir müssen uns aber auch vor niemandem verstecken und wissen um unsere Stärken", rechnet Kästner mit einem weiteren Sieg, ob mit oder ohne ihn.
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