Trotz einer engagierten und über weite Strecken ordentlichen Leistung verlor der TSV Rödelsee am Ende deutlich mit 28:33 (15:18) gegen die SG Leutershausen. Während die Gäste feierten, weil sie den noch zur Meisterschaft notwendigen Punkt geholt hatten, zogen die Rödelseer mit nachdenklicher Miene vom Feld. Ihnen hätte bereits ein Punkt gereicht, um den Verbleib in der Dritten Liga klar zu machen.

Die gute Nachricht traf erst wenige Minuten nach Spielende im Kitzinger Sickergrund ein. Rödelsees Konkurrent um den Abstieg, der TuS Fürstenfeldbruck, hatte gleichzeitig seine Partie in Hochdorf verloren, so dass es bei zwei Zählern Vorsprung für Rödelsee bleibt. Nun reicht dem TSV im abschließenden Spiel am kommenden Samstag beim bereits abgestiegenen TSV Friedberg ein Zähler, um ganz sicher zu gehen. Fürstenfeldbruck trifft daheim auf den TSV Großsachsen.

Nach Spielschluss sinnierte Rödelsees Dennis Orf vor der Auswechselbank sitzend über die Situation. „Jetzt haben wir wieder ein Endspiel. Wir hätten es diesmal schon zumachen können, das ärgert uns noch mehr. Es sind die kleinen Fehler, die sich eben summieren“, meinte er rückblickend. Da hatten sich Orfs Rödelseer eben einige dieser kleinen Fehler zu viel und im falschen Moment geleistet, um das durchaus Mögliche zu schaffen. Denn der Gast aus dem 6 500-Einwohner-Ort an der Bergstraße wirkte keineswegs übermächtig und wäre durchaus zu bezwingen gewesen.

Eine – wenn nicht sogar die – spielentscheidende Szene ereignete sich nach 13 Minuten. Bei einem Gegenzug wurde TSV-Spielmacher und Kapitän Andi Paul von zwei Gegnern etwas unsanft in die Zange genommen, knickte dabei etwas um und verletzte sich am Knie. „Das ist, wie wenn sich Arjen Robben bei Bayern München verletzt“, verglich es später TSV-Spielertrainer Radovan Suchy. Andi Paul wurde neben dem Spielfeld lange behandelt und kehrte erst zu Beginn der zweiten Hälfte sichtlich angeschlagen aufs Spielfeld zurück.

Zu dem Zeitpunkt, als Paul verletzt raus ging, führte Rödelsee 8:6. Bostjan Hribar erhöhte wenig später auf 9:6. Er und vor allem sein slowenischer Rückraum-Kollege Rok Ivancic schienen einen Sahne-Tag erwischt zu haben. Ivancic war vor dem Anpfiff offiziell verabschiedet worden, weil er nach der Runde wieder zurück nach Slowenien geht. „Wir verlieren spielerisch und auch menschlich einen Riesen-Typen“, bedauerte Spielertrainer Suchy hinterher den Weggang des 35-Jährigen.

Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto mehr schmolz der Vorsprung. Leutershausen erwies sich als die ausgeglichener besetzte Mannschaft und ging mit 14:13 in Führung (26.). Rödelsee hatte durchwechseln müssen, und schon kam Sand ins Getriebe- Mehr und mehr leichte Fehler schlichen sich ein. Mit einem Siebenmetertor zum 15:18 hielt Hribar den Rückstand der Gastgeber zur Pause noch akzeptabel.

Anfangs der zweiten Hälfte näherte sich Rödelsee sogar auf 17:18 an (33.), doch Leutershausen profitierte nun mehr und mehr von den Nachlässigkeiten des Gegners. Vorne hatte der Gast im Kreisläufer-Hünen Kai Dippe seinen überragenden Akteur, hinten wehrte SG-Torhüter Sebastian Ullrich einige Bälle der Rödelseer aus bester Position ab. Bei Orfs Tor zum 25:27 (48.) und bei Weinhardts 26:28 keimte kurz Hoffnung für die kämpfenden Gastgeber auf.

Leutershausen bejubelte am Ende den Meistertitel. „Es war ein schweres Stück Arbeit! Ich weiß nicht, wie es gelaufen wäre, hätte sich Andi Paul nicht verletzt“, gab SG-Trainer und Ex-Nationalspieler Marc Nagel hinterher zu. TSV-Spielertrainer Radovan Suchy mochte seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Er hätte den fehlenden Punkt in seinem letzten Heimspiel als TSV-Spieler natürlich gerne eingefahren.

Die Statistik zum Spiel

TSV Rödelsee – SG Leutershausen 28:33 (15:18)

Rödelsee: Thomas Paul, Ozren Kvrgic, Marvin Munoz, Bostjan Hribar (7/1), Gabor Csorba, Julius Weinhardt (6), Bastian Demel, Radovan Suchy (2), Dennis Orf (5), Andreas Paul (2), Rok Ivancic (6), Franz-Xaver Hetterich.

Leutershausen: Alexander Hübe, Sebastian Ullrich, Marc Wetzel, Rico Wilde, Christopher Räpple (3/1), Sascha Pfattheicher (3/1), Benjamin Prestel (5/1), Pascal Durak (5/2), Jochen Geppert (4), Valentin Spohn (3), Michael Gerlich, Matthias Conrad (3), Kai Dippe (9).

Schiedsrichter: Andreas Jakob (Erfurt)/Maik Kuss (Viesselbach).

Zuschauer: 450.

Zeitstrafen: 2x Orf, Hribar, Demel, Ivancic – Conrad, Dippe, Spohn, Wetzel.

Siebenmeter: 2:4 (1:4 verwandelt).

Spielfilm: 2:2 (4.), 4:5 (10.), 9:6 (15.), 12:11 (22.), 14:14 (27.), 15:18 - 18:19 (35.), 19:23 (39.), 23:25 (44.), 25;27 (48.), 26:30 (53.), 26:32 (57.), 28:33.

3. Liga Süd Männer
 
TV Großsachsen – TGS Pforzheim 28:29  
TSV Rödelsee – SG Leutershausen 28:33  
TV Hochdorf – TuS Fürstenfeldbruck 27:25  
SG Kronau/Östringen II – HSG Konstanz 31:37  
Balingen/Weilstetten II – TSV Neuhausen/Filder 27:25  
SV Kornwestheim – TSB Horkheim 31:25  
Köndringen/Teningen – SG Nußloch 34:28  
SG Herrenberg – TSV Friedberg 39:27  
 
1. (1.) SG Leutershausen 29 21 2 6 820 : 723 44 : 14  
2. (2.) SG Nußloch 29 17 4 8 888 : 832 38 : 20  
3. (3.) TV Hochdorf 29 17 3 9 801 : 759 37 : 21  
4. (6.) HSG Konstanz 29 17 1 11 775 : 725 35 : 23  
5. (4.) SG Kronau/Östringen II 29 16 2 11 815 : 808 34 : 24  
6. (7.) SV Kornwestheim 29 15 3 11 859 : 852 33 : 25  
7. (5.) TSB Horkheim 29 15 3 11 799 : 771 33 : 25  
8. (8.) Köndringen/Teningen 29 14 2 13 804 : 802 30 : 28  
9. (9.) TGS Pforzheim 29 13 4 12 742 : 753 30 : 28  
10. (11.) SG Herrenberg 29 13 2 14 794 : 825 28 : 30  
11. (12.) Balingen/Weilstetten II 29 10 6 13 852 : 851 26 : 32  
12. (10.) TV Großsachsen 29 10 6 13 792 : 804 26 : 32  
13. (13.) TSV Rödelsee 29 12 0 17 795 : 835 24 : 34  
14. (14.) TuS Fürstenfeldbruck 29 9 4 16 839 : 845 22 : 36  
15. (15.) TSV Neuhausen/Filder 29 7 2 20 745 : 807 16 : 42  
16. (16.) TSV Friedberg 29 4 0 25 751 : 880 8 : 50