Handball-Bayernliga Männer

Rödelsee siegt mit Kampf und Krampf

Drittes Spiel, dritter Sieg: Aber ist Rödelsees Trainer Dusan Suchy zufrieden mit dem 31:25 gegen Unterhaching? „Wir haben den Krampf vom Spiel in Bayreuth mitgenommen“, sagt er.
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Aufgabe erfüllt: Rödelsees zweiter Torwart Max Steppan entschärfte zwei Siebenmeter der Unterhachinger. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Die Halle im Sickergrund kennt Steffi Placht bestens aus ihrer Zeit als Trainerin beim TV Etwashausen. Beim Spiel des TSV Rödelsee gegen den Aufsteiger TSV Unterhaching hatte sie vom Spielfeldrand aus einen exklusiven Blick auf das Geschehen, wie auch auf die Trainerbänke. Der 31:25 (13:12)-Sieg des TSV Rödelsee hinterließ aber auch aus der Sichtweise keinen nachhaltigen Eindruck bei der ehemaligen Nationalspielerin und Auswahltrainerin. „Ich habe mir ein bisschen mehr vom TSV Rödelsee erwartet. Wenn sie den Anspruch eines Spitzenteams haben wollen, dann war das zu wenig. Mir fehlte das Tempo“, zog sie ihre Bilanz.

Weil Unterhachings Trainer Thomas Eck „ein Trainerkollege von mir beim Bayerischen Handballverband“ ist, war Placht wieder einmal zum Spiel der Rödelseer Männer, die sie ja in den 90er-Jahren selbst einmal trainierte, gekommen. Immer wieder traf sie auf alte Bekannte, man grüßte sich, plauschte kurz. „Das freut einen, man ist immer willkommen hier“, sagte sie. Gut gelaunt war auch ihr Trainerkollege Eck nach der Partie. Seine Mannen waren nach fünfstündiger Anreise dank einiger Staus erst 30 Minuten vor dem Spiel eingetroffen, angeblich ohne acht Akteure aus dem Stamm. „Das Ergebnis ist ja noch einigermaßen okay, am Ende lag es auch am Kräfteverschleiß bei uns, dass es etwas deutlicher wurde“, kommentierte er das Geschehen.

Thomas Eck hatte sogar etwas Verständnis für die Rödelseer. „Gegen uns als Aufsteiger muss man nicht unbedingt glänzen, man muss einfach nur gewinnen.“ Das sah sein Kollege Dusan Suchy beileibe nicht so entspannt. „Wir haben den Krampf vom Spiel in Bayreuth mitgenommen“, haderte er über das zähe Ringen seiner Mannen zuvor. „Kein schöner Handball“ sei das gewesen. „Wir müssen uns enorm steigern und können nicht von dem Ruhm vergangener Erfolge leben“, monierte er. Er kritisierte die Einstellung seiner Akteure, die sich nicht an taktische Anweisungen gehalten und zu unkonzentriert abgeschlossen hätten.

Das ging bereits in der Anfangsphase los. „Der nächste, der hoch wirft, kommt raus“, drohte Suchy bereits nach zwei Minuten. Unterhachings Torwart Stefan Marquart hatte beim Konter gegen Radovan Suchy und gleich gegen Gabor Csorba zwei hoch geworfene Bälle entschärft. Die Drohung verhallte, die Rödelseer erzielten ihre Tore, aber irgendwie stotterte der Motor immer wieder. Vorne wie hinten gab es manche Aussetzer. Nach dem 10:12 der Gäste durch Beiches Hüftwurf hatte Rödelsees Trainer Suchy genug und nahm eine Auszeit. Es folgte der 12:12-Ausgleich Unterhachings, wenigstens Gabor Csorba traf einigermaßen von außen, wie beim 13:12. Trotz mancher Wechsel kam kein richtiger Spielfluss zustande gegen die unkonventionell spielenden Aufsteiger.

Wenigstens ein Rödelseer durfte ganz zufrieden gewesen sein mit seinem Spiel. In der 37. Minute ging Torhüter Max Steppan für einen Siebenmeter ins Tor, und parierte gleich den Wurf von Borschel. Bei seinem zweiten Einsatz reckte er erneut die Faust nach oben, als er erneut einen Siebenmeter parierte (46.). „Das hat heute gepasst. Mund abputzen, weiter trainieren. Ich kenne meine Rolle und versuche, mich kontinuierlich von Training zu Training zu steigern“, wollte der 22-Jährige seine Leistung nicht überbewerten.

Bei Steppans zweiter Parade hatten sich die Gastgeber mit 23:18 doch etwas abgesetzt. Rödelsees 5:1-Deckung zeigte Wirkung, Unterhachings Rückraum wurde effektiver gestört, der TSV lief einige erfolgreiche Gegenstöße. Zudem hatte er ja noch Michal Tonar, der unaufgeregt wie immer auf seine Chancen lauerte und diese dann auch nutzte. Neun seiner zehn Treffer gelangen ihm in der zweiten Halbzeit, darunter fünf sicher verwandelte Siebenmeter. Nach drei Tonar-Toren in Folge war das Spiel beim Stand von 28:20 (53.) entschieden. Der Tscheche räumte seinen Platz für den Nachwuchs, die Gäste durften das Ergebnis noch etwas schönen.

Statistik zum Spiel

TSV Rödelsee – TSV Unterhaching 31:25 (13:12)

Rödelsee: Thomas Paul, Maximilian Steppan, Jan Kästner (2), Franz-Xaver Hetterich, Gabor Csorba (6), Lukas Demel, Andreas Paul (4), Andre Deis, Christian Häckner, Radovan Suchy (4), Bastian Demel (1), Michal Tonar (10/5) Maximilian Häckner (3).

Unterhaching: Stefan Marquart, Marek Schulze, Marvin Dellner, Johannes Borschel (9/4), Skander Bouasker (2), Fabian Wenger (1), Martin Dauhrer (4), Julius Beiche (6), Thomas Mc Kie, Alexxander Schulze (3), Anton Gebert.

Schiedsrichter: Klaus Kauschke (TV Herzogenaurach)/Klaus-Dieter Sahrmann (ATS Kulmbach).

Zuschauer: 280.

Zeitstrafen: 2x Kästner, Andreas Paul, Maxi Häckner – Dellner, Borschel, Alex Schulze.

Siebenmeter: 7:6 (6:4 verwandelt).

Spielfilm: 2:2 (6.), 7:4 (13.), 8:7 (16.), 12:8 (24.), 12:11 (27.), 13:12 - 14:13 (33.), 18:16 (39.), 20:18 (42.), 26:18 (49.), 30:21 (55.), 31:25.

Bayernliga Männer

TSV Simbach – TSV Rothenburg 21:24  
TSV Rödelsee – TSV Unterhaching 31:25  
TSV Lohr – HC Erlangen II 28:20  
TG Landshut – TSV Haunstetten 34:35  
TSV Ottobeuren – TuS Fürstenfeldbruck 22:27  
HSC Coburg II – HaSpo Bayreuth 31:26  

1. (1.) TSV Rödelsee 3 3 0 0 95 : 77 6 : 0  
2. (2.) TSV Rothenburg 3 3 0 0 84 : 72 6 : 0  
3. (5.) TSV Haunstetten 3 2 1 0 85 : 83 5 : 1  
4. (6.) TSV Lohr 3 2 1 0 84 : 68 5 : 1  
5. (9.) TuS Fürstenfeldbruck 3 2 0 1 96 : 79 4 : 2  
6. (3.) TG Landshut 3 2 0 1 88 : 80 4 : 2  
7. (4.) HC Erlangen II 3 2 0 1 74 : 74 4 : 2  
8. (7.) TB 03 Roding 2 1 0 1 59 : 58 2 : 2  
9. (8.) DJK Waldbüttelbrunn 2 1 0 1 53 : 56 2 : 2  
10. (13.) HSC Coburg II 3 1 0 2 89 : 97 2 : 4  
11. (10.) HaSpo Bayreuth 3 0 0 3 68 : 80 0 : 6  
12. (11.) TSV Ottobeuren 3 0 0 3 70 : 83 0 : 6  
13. (12.) TSV Unterhaching 3 0 0 3 72 : 89 0 : 6  
14. (14.) TSV Simbach 3 0 0 3 68 : 89 0 : 6  

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