Handball-Bayernliga Männer

Rödelsee siegt bei Schiedsrichter-Panne

Zwei Schiedsrichter erleben ihre Bayernliga-Premiere, weil das eingeteilte Paar nicht kommt. Es bleibt die einzige Panne eines aus Rödelseer Sicht gelungenen Abends. Jetzt kann das Spitzenspiel in Lohr kommen.
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Gut gemacht, Schiris: Rödelsees Trainer Dusan Suchy bedankt sich bei den Aushilfs-Unparteiischen Michael Troll (links) und Christian Schneider. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Da konnte der als Beobachter des Schiedsrichter-Duos eingeteilte Wolfgang Benzinger machen, was er wollte, es kam keiner mehr. Auch auf dem Telefon ließ sich keiner der beiden Herren aus dem Münchner Raum, Alexander Novakovic und Matthias Schwer, erreichen. „Das ist der Super-Gau“, meinte Benzinger. Also musste der erfahrene Unparteiische den beiden Herren vom Vorspiel eröffnen, dass sie auch das Bayernliga-Spiel leiten werden.

Das Marktstefter Schiedsrichter-Paar Christian Schneider und Michael Troll, als Spieler selbst einst bis zur Landesliga aktiv und seit sieben Jahren zusammen als Duo an der Pfeife, erlebten so ihre unverhoffte Bayernliga-Premiere beim letztlich klaren Rödelseer 32:25 (16:15)-Sieg gegen den TSV Ottobeuren. Der bleibt auch so bestehen, denn beide Mannschaften hatten sich bereits im Vorfeld darauf verständigt, dass die Partie ausgetragen und gewertet werde.

Daran ließ Ottobeurens Trainer Thomas Lang hinterher auch keinen Zweifel. Hatte er sich während der 60 Minuten teilweise gehörig an der Seitenlinie echauffiert, so zeigte er sich danach als fairer Sportsmann. „Die Schiedsrichter haben im Großen und Ganzen einen sehr guten Job gemacht. Für uns war sofort klar, dass das Spiel ausgetragen wird. Es macht ja keinen Sinn, unter der Woche noch einmal hier rauf zu fahren, außerdem haben die Zuschauer Eintritt bezahlt und wollen ein Spiel sehen.“ Wohl gemerkt, Lang steckt mit seinen Ottobeurern, die er erst im Januar übernommen hat, noch im Abstiegskampf.

Christian Schneider gab nach getaner Arbeit zu, „dass uns zuerst ganz schön der Stift gegangen ist, als Herr Benzinger in die Kabine kam und fragte, ob wir das Spiel pfeifen würden. So eine Chance wollten wir nutzen, als haben wir gesagt, wir machen es.“ Beide pfeifen im Jugendbereich bereits auf bayerischer Ebene und bis zur Frauen-Landesliga. Im Spiel vor der großen Kulisse hatten sie nur anfangs etwas Probleme, „da waren wir noch nervös“, so Schneider. Sie redeten viel mit Spielern und Offiziellen und beruhigten so die nur manchmal etwas hitzigeren Gemüter auf und neben dem Parkett. „Da hatten wir schon schlechtere, die bereits länger in der Bayernliga pfeifen“, merkte Rödelsees Trainer Dusan Suchy hinterher an.

Er durfte mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden sein. mit einem Turbo-Start und offensiver 3:3-Abwehr legte sie los, doch nach wenigen Minuten riss der Faden etwas, auch weil manche Chance zu leicht vergeben wurde. „Ottobeuren spielte die erste Halbzeit hervorragend“, fand Trainer Lang zurecht. Rödelsee lag zwar nie zurück, führte zur Pause jedoch nur mit einem Tor.

Die ersten zehn Minuten im zweiten Abschnitt sorgten dann für eine Vorentscheidung. Hinten bekam der zunächst etwas unglücklich agierende Torhüter Thomas Paul mehr und mehr Bälle zu fassen, vorne lief vor allem Jan Kästner heiß. Der Halblinke bot, wie schon in den letzten Wochen, eine starke und treffsichere Vorstellung. Zum 21:16 gelang ihm sogar ein Kempa-Tor nach Anspiel von Michal Tonar. „Im Moment läuft es ganz gut, auch wenn man bei uns die drei Wochen Pause zuletzt gemerkt hat.“ Der Blick sei irgendwie schon auf nächste Woche gerichtet gewesen, gab er zu. „Das ist heute ein Pflichtsieg gewesen, den man einfahren muss. Jetzt kommt Lohr, wir brauchen uns auf jeden Fall nicht zu verstecken, wir haben eine souveräne Saison gespielt“, sage der 26-jährige Lehrer. Ob die Rödelseer dort bereits den Meistertitel klar machen, beantwortet Trainer Suchy kurz und präzise: „Ja!“

Das Spiel in der Statistik

TSV Rödelsee – TSV Ottobeuren 32:25 (16:15)

Rödelsee: Thomas Paul, Maximilian Steppan, Jan Kästner (11/5), Gabor Csorba (4), Lukas Demel, Julius Weinhardt (2), Maximilian Häckner (2), Andreas Paul (6), Andre Deis (3), Christian Häckner, Radovan Suchy (1), Bastian Demel, Franz-Xaver Hetterich.

Ottobeuren: Zoltan Varga, Christoph Schwarz, Patrick Kofler (7), Roman Polyfka, Philipp Dündar, Attila Susan (1), Andras John (1), Benedikt Bartenschlager (1), Luca Kaulitz (1), Michael Hobel (5), Tim Ramsauer (1), Christian Schaupp, Markus Müller (8/2), Christian Stumpf.

Schiedsrichter: Christian Schneider/Michael Troll (TV Marktsteft).

Zuschauer: 350 (geschätzt).

Zeitstrafen: Deis, Paul, Suchy; Stumpf.

Siebenmeter: 5:3 (5:2) verwandelt).

Spielfilm: 3:0 (2.), 5:5 (9.), 9:9 (19.), 13:11 (25.), 13.13 (27.), 15:13 (129.), 16:15 – 20:16 (37.), 23:16 (41.), 27:19 (50.), 29:22 (53.), 31:23 (56.), 32:25.

Bayernliga Männer

HaSpo Bayreuth – TB 03 Roding 30:27  
TSV Unterhaching – TSV Rothenburg 25:27  
TSV Rödelsee – TSV Ottobeuren 32:25  
TSV Haunstetten – TuS Fürstenfeldbruck 23:33  
TG Landshut – TSV Lohr 24:31  
HC Erlangen II – DJK Waldbüttelbrunn 26:20  
HSC 2000 Coburg II – TSV Simbach 31:22  

1. (1.) TSV Rödelsee 23 20 0 3 724 : 623 40 : 6  
2. (2.) TSV Lohr 23 16 4 3 638 : 551 36 : 10  
3. (4.) HC Erlangen II 23 16 2 5 635 : 565 34 : 12  
4. (5.) TuS Fürstenfeldbruck 23 16 1 6 715 : 622 33 : 13  
5. (3.) DJK Waldbüttelbrunn 23 15 2 6 677 : 630 32 : 14  
6. (6.) TB 03 Roding 23 10 2 11 660 : 636 22 : 24  
7. (9.) TSV Rothenburg 23 10 1 12 591 : 596 21 : 25  
8. (7.) TSV Haunstetten 23 9 2 12 679 : 671 20 : 26  
9. (8.) TG Landshut 23 10 0 13 611 : 664 20 : 26  
10. (10.) TSV Unterhaching 23 9 0 14 631 : 637 18 : 28  
11. (11.) HSC 2000 Coburg II 23 8 0 15 633 : 690 16 : 30  
12. (12.) TSV Ottobeuren 23 6 0 17 577 : 663 12 : 34  
13. (13.) HaSpo Bayreuth 23 5 0 18 587 : 692 10 : 36  
14. (14.) TSV Simbach 23 4 0 19 571 : 689 8 : 38  

 

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