Wenn Tobias Demel über die Situation seiner Mannschaft spricht, gibt er eher den Realisten als den Träumer. Zwar können Rödelsees Handballer nach ihrem ersten Auswärtserfolg zuletzt in Auerbach sogar noch auf direktem Weg den Verbleib in der dritten Liga schaffen. Aber davon ist zwei Spieltage vor Saisonende nur noch theoretisch auszugehen bei drei Punkten Rückstand. „Sicher ist es noch direkt möglich, aber ich gehe von der Relegation aus. Ich verlasse mich ungern auf andere, das sind Planspiele“, sagt Rödelsees Teammanager.

Für das kleine Wunder müsste Rödelsee in Zweibrücken und zu Hause gegen Heilbronn gewinnen. Konkurrent Kornwestheim müsste in Konstanz und gegen Kronau/Östringen verlieren. Oder aber die ebenfalls drei Punkte bessere SG Herrenberg verlöre gegen Pforzheim und in Auerbach. „Wir müssen unsere zwei Spiele gewinnen. Ob es machbar ist, steht auf einem anderen Blatt“, sagt Demel. Er weiß auch schon, dass eine mögliche Relegationsrunde der vier Tabellendrittletzten der dritten Ligen im niedersächsischen Fredenbeck zwischen Hamburg und Bremerhaven gespielt werde. Auf Platz vierzehn der Nordstaffel liegen derzeit die fast 550 Kilometer entfernten Niedersachsen. Für den Fall, dass es Rödelsee in die Relegation schafft, sieht Demel sein Team „schon etwas benachteiligt“, weil es dann die mit Abstand weiteste Anreise habe.

Zunächst gelte es jedoch, sich auf die Begegnung mit Zweibrücken einzustellen. Der Auswärtssieg in Auerbach habe bewiesen, dass die Mannschaft unter dem neuen Trainer Fritz Zenk auch gewinnen könne. Überhaupt, so Demel, weise die Formkurve nach oben. Die Spieler setzten die Vorgaben des Trainers um. „Es war ja klar, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis sich alles eingespielt hat. Zenk hat nicht so viel verändert, denn die Basis war ja gut. Die Mannschaft hat das das Erfolgserlebnis gebraucht. Jetzt sieht sie, dass es geht“, sagt Demel im Blick zurück.

In seinen und den Gedanken der Vereinsspitze spiele die Klasse, in der Rödelsee in der kommenden Saison sein wird, natürlich eine Rolle, aber nicht die entscheidende. Seit Januar plane man zweigleisig, also auch für die Bayernliga. Einfach sei das Ganze nicht, das Grundgerüst stehe jedoch, so Demel, egal für welche Spielklasse. Und: Es soll breiter sein als in dieser Runde. Zum Spielerkader wird dann wieder Andre Deis stoßen, der im vorigen Herbst wegen zu wenig Einsatzzeit gegangen war. Er habe zugesagt, die medizinische Untersuchung fiel positiv aus, meldet der Teammanager. Dafür erreichte ihn eine andere Hiobsbotschaft: Der für die nächste Runde verpflichtete Dennis Orf wird nach einem Achillessehnenriss sechs Monate fehlen.

Offen ist weiter die Besetzung der Trainerposition, die davon abhängt, in welcher Klasse der TSV Rödelsee im Herbst antreten wird. Es gebe verschiedene Optionen, so Demel, man sei in guten Gesprächen. Kein Thema sei Heiko Karrer, der gerüchteweise gehandelt wurde. „Aus wirtschaftlichen Gründen unmöglich“, sagt der Teammanager. Möglich ist, dass der TSV mit Fritz Zenk als Trainer weitermacht. Zenk habe schon angedeutet, dass er auch im Falle eines Abstiegs in die Bayernliga auf seinem Posten bleiben würde. Zunächst muss Zenk seine Mannen auf den bereits abgestiegenen VTZ Saarpfalz vorbereiten, zu dem es am Sonntag geht. Bostjan Hribar und Andreas Paul plagten sich zuletzt mit Blessuren. Beim Hinspiel setzte sich Rödelsee ungefährdet mit 33:24 durch.