Handball-Bayernliga Männer

Rödelsee mit glänzender Ouvertüre

Der Auftakt macht Appetit auf mehr: Locker, leicht und ungefährdet siegt der TSV Rödelsee 40:29 gegen Coburgs zweite Mannschaft. Die Partie prägen zwei Novizen und ein jung gebliebener Altstar.
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Applaus, Applaus: Rödelsees Neue Jan Kästner (links) und Andre Deis hatten sich Beifall verdient. Foto: Foto: Stöckinger

Der Auftakt machte Appetit auf mehr. Locker, leicht und ungefährdet durfte der TSV Rödelsee ein 40:29 (20:14) gegen die zweite Mannschaft des HSC Coburg bejubeln und dabei deutlich zeigen, dass mit ihm in dieser Bayernliga-Runde wieder zu rechnen sein wird. Nicht nur der eine oder andere Neue hinterließ zum Saisonauftakt am Samstag gleich einen nachhaltigen Eindruck, wenngleich die Neuankömmlinge bei ihrer Premiere natürlich besonders im Fokus standen. 

In Jan Kästner durfte einer der Novizen gleich gegen seinen vormaligen Klub ran. Der aus Rödental stammende Rückraumspieler hatte zuletzt fünf Jahre lang in Diensten der Coburger gestanden, wo er lange Zeit zum Kader der ersten Garnitur gehörte und auch in der zweiten Bundesliga mitmischte. Kästner brauchte exakt zwei Minuten und fünfzig Sekunden, ehe sein erster Wurf aus dem Rückraum zum 3:0 für Rödelsee im Netz eingeschlagen hatte. Zehn Minuten später durfte er auch beim Siebenmeter ran, den er zum 8:4 verwandelte.

Selbstbewusst, spielstark, mit hohem Tempo und zudem ordentlich in der Abwehr fügte sich der 26-Jährige nicht nur wegen seiner acht Treffer bestens ein im Rückraum des TSV. „Ein bisschen Brisanz war heute schon dabei, aber nervös war ich vorher nicht. Mit meinem Einstand bin ich zufrieden, überhaupt wurde ich perfekt aufgenommen in Rödelsee“, sagte Kästner nach seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz beim TSV.

Erst vorige Woche hatte er einen weiteren Einstand gegeben, denn als Referendar hält er seit Freitag Unterricht an einem Schwabacher Gymnasium in Mathematik und Sport. Sein Job als Lehrer sei auch der Grund gewesen, dass er in Coburg nicht mehr weitermachte. „Achtmal Training die Woche, zum Teil auch vormittags, ist nicht machbar für mich“, so Kästner. Da reizte ihn das Angebot aus Rödelsee mehr. Auch der zweite Neue, Andre Dies, gab einen verheißungsvollen Einstand. Nach 17 Minuten erstmals aufs Feld gekommen, hatte er vier Minuten später auch schon zum ersten Mal getroffen. Wie Kästner wirkte er schon gut ins Spiel eingebunden, etwa bei einem Spielzug im Rückraum, als er mit Kästner kreuzte, ehe dann Michal Tonar kurz vor der Pause das 20:13 erzielte.

Überhaupt Tonar – der Routinier hat den Sommer über nicht nur seine Haarpracht verloren, er wirkte so fit, dass man ihm die 42 Jahre nicht anmerkte. Zu Beginn gelangen ausgerechnet ihm zwei Tore nach Gegenstoß. „Das mache ich nicht so oft, das ist nicht gesund für mich“, meinte er augenzwinkernd über seine Sprinterqualitäten. Sehr zufrieden ist er mit seinen neuen Kollegen im Rückraum. „Mit uns, das klappt schon. Wir kön-nen jetzt von jeder Position im Rückraum Druck machen.“ Was am Ende seiner letzten Saison in Rödelsee herauskommen wird, das ließ er offen.

Allerdings blieb Coburgs Reserve ein eher harmloser Gegner, der zum Lernen und Staunen angereist schien. Das Team von Trainer Zdenek Vanek hatte außer Andreas Wolf kaum Personal aus dem Kader der ersten Garde mitgebracht. Der schlaksige 22 Jahre alte „Halblinke“ blieb der auffälligste Akteur bei den Gästen, die nach dem 10:5 für Rödelsee nie mehr als bis auf sechs Treffer an die Gastgeber herankamen.

Zum Ende hin gewährte TSV-Trainer Dusan Suchy auch seinem Nachwuchs mit Lukas Demel (20), Franz-Xaver Hetterich (17) und Simon Weigand (18) einige Minuten Bayernliga. Dazu konnte Bastian Demel (19) am Kreis weitere Pluspunkte sammeln. „So ein Spiel zum Auftakt wünscht sich wohl jeder Trainer. Ich hatte es schwieriger erwartet“, gab Suchy zu. Die Positionswechsel seiner Mannen gefielen ihm wie auch die Neuen Deis und Kästner. „Zwei komplette Spieler mit viel Spielverständnis. Ich hoffe, sie können die Erwartung erfüllen.“

Sein Gegenüber aus Coburg, Trainer Vanek, musste eingestehen, dass Rödelsee für sein Team mindestens eine Nummer zu groß gewesen sei. „Nach dem 0:4 am Anfang war der Zug für uns doch fast schon abgefahren. Wir haben dem Gegner viel zu viele Räume gelassen“, sagte Vanek. So leicht wie diesmal dürfte es den Rödelsee in der Bayernliga nicht sehr oft gemacht werden.

Bayernliga Männer

TB 03 Roding – TuS Fürstenfeldbruck 30:25  
TSV Rödelsee – HSC 2000 Coburg II 40:29  
TSV Simbach – HC Erlangen II 20:21  
TSV Lohr – TSV Unterhaching 29:21  
TG Landshut – HaSpo Bayreuth 25:19  
TSV Ottobeuren – TSV Haunstetten 22:23  
TSV Rothenburg – DJK Waldbüttelbrunn 27:22  

Das Spiel in der Statistik

TSV Rödelsee – HSC 2000 Coburg II 40:19 (20:14)

Rödelsee: Thomas Paul, Max Steppan; Andreas Paul (4), Jan Kästner (8/3), Franz-Xaver Hetterich, Gabor Csorba (9/4), Lukas Demel, Andre Deis (4), Radovan Suchy (2), Michal Tonar (8), Maximilian Häckner (2), Bastian Demel (3), Simon Weigand.

Coburg: Howanes Karpetjan, Michael Wolf; Tom Rehm, Dominik Baucke, Moritz Weitz, Alexander Kurtenbach (1), Andreas Wolf (12), Stefan Schuhmann (4/2), Daniel Metz (5/1), Andreas Wolf (12), Tim Böhme (1), Lukas Tendeira, Christian Schuhmann (1), Torsten Zimmermann.

Schiedsrichter: Thomas Hörath (TV Eibach) und Timo Hofmann (TV Helmbrechts).

Zuschauer: 400 (geschätzt).

Zeitstrafen: 2x Kästner, 2x Suchy, 2x Häckner, Lukas Demel; Rehm, Tendeira, Stefan Schuhmann, Weitz.

Spielfilm: 3:0 (3. Minute), 6:2 (10.), 11:5 (19.), 17:11 (26.), 20:14 (Halbzeitstand) – 24:16 (37.), 31:19 (42.), 33:23 (47.), 39:26 (54.), 40:29 (Endstand).

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