Karneval in Rödelsee und das bereits am sechsten Spieltag. Als am Samstag mit dem 31:24 (14:12) gegen TuS Fürstenfeldbruck der erste Heimsieg des TSV in dieser Runde besiegelt war, mussten die Spieler des Siegers gleich mal in die Knie gehen. Das Publikum hatte es gefordert, um seine Helden gebührend hochleben zu lassen. Maximilian Häckner gab den Einpeitscher, schließlich folgte das obligatorische Humbatäterä. Der schräge Text von Häckners Schlachtruf: „Gebt mir ein erster Heimsieg.“ Und: „Gebt mir ein 8:4 Punkte.“ Das hinterließ vor allem einen strahlenden Rödelseer Spielertrainer Radovan Suchy. Auf die Frage nach seiner erst vor drei Spielen übernommenen Aufgabe als Verantwortlicher für die erste Mannschaft und seine Bilanz sagte er später: „Bisher scheint es zu funktionieren, 6:0 Punkte sind ein gutes Ergebnis.“

Abschied vom alten Trainer

Suchys Vorgänger Fritz Zenk weilte am Samstag ebenfalls in der Halle, er wurde nach seinem selbst gewählten Abschied vor offiziell vom Verein verabschiedet. „Vielen Dank für deine Unterstützung in den letzten sieben Monaten“, sprach Geschäftsführer Tobias Demel, ehe er ein Präsent überreichte. Zenk, der sich fortan um seinen selbst gegründeten „Ostbayerischen Handballklub“ in der Region Cham kümmert und sich dazu in der Trainerausbildung in Österreich engagieren will, schaute zufrieden auf das von ihm in Franken Hinterlassene.

Ganz schön mitgefiebert habe er bei der Partie gegen Fürstenfeldbruck von der Tribüne aus, erklärte er. „Abstand ist noch keiner da. Man freut sich, wenn was funktioniert.“ Seine Rödelseer sieht er „auf einem guten Weg, wenn die nächsten vier Spiele auch noch gut laufen. Sie dürfen den Klassenerhalt nicht aus den Augen verlieren.“

Gegen Fürstenfeldbruck bewiesen die Rödelseer ihre ganze Cleverness, der Vorsprung an Erfahrung und an spielerischer Klasse zeigte sich besonders im zweiten Abschnitt. Zu Beginn hatten sie sich noch schwer getan ge-gen die bekannt offensive Deckung und Spielweise der Gäste. Zwar hatte Spielertrainer Suchy bei den Seinen Geduld angemahnt, doch bisweilen ging es ihm wohl zu langsam. Zu fahrig wirkten die Rödelseer in etlichen Szenen, mit zu vielen leichten Ballverluste unterstützten sie die Tempogegenstöße der Fürstenfeldbrucker.

Erst mit Andreas Pauls Tor zum 11:10 (22. Minute) zog Rödelsee erstmals in Führung. Klasse war dann die Minute vor der Halbzeit. Erneut machte Paul das 13:12 schlitzohrig aus einer Freiwurf-Variante, der Gegner hatte fünfzehn Sekunden Zeit für den letzten Angriff, wählte jedoch die Risiko-Variante. Ein misslungener Kempa-Versuch landete bei TSV-Torwart Badura, sein Abwurf erwischte nach Zwischenstation den gestarteten Maximilian Häcker, der just vor der Halbzeitsirene zum 14:12 gegen verdutzte Gäste traf.

Im zweiten Durchgang agierte Rödelsee vorne von Beginn an mit mehr Zug und hinten aggressiver, was Wirkung zeigte. Zudem zog TSV-Torwart Rostislav Badura mit manchen Paraden gegen frei vor ihm auftauchende Spieler dem Gegner etwas den Zahn. Vorne schoss sich auch Bostjan Hribar mit der Zeit langsam warm, Rödelsee fand gegen die offene TuS-Abwehr immer wieder Lücken am Kreis. Der Vorsprung wuchs nun mehr und mehr.

Als Rödelsee mit drei Toren in Folge von 24:19 auf 26:19 (52.) wegzog, schwand des Gegners Glaube an zumindest einen Punkt. TuS-Trainer Martin Wild, zuvor sehr engagiert an der Linie, blieb fortan stumm. „Mit der ersten Hälfte war ich sehr zufrieden, aber in der zweiten Halbzeit ist uns das Spiel aus der Hand geglitten. Da brachten wir keine Emotionen mehr auf den Platz“, urteilte Wild später.

Bei den Rödelseern ist das anders, seitdem Radovan Suchy den Posten übernommen hat – da musste Maximilian Häckner nicht lange überlegen. „In der Mannschaft ist ein ganz anderes Klima, jeder kämpft für den anderen.“ Routinier Bostjan Hribar sprach von einer „guten Stimmung, etwas mehr Disziplin und Geduld. Es ist einfach eine positive Energie, ein paar Siege, einige Fehler weniger, und schon geht alles leichter.“ So einfach kann Sport zuweilen sein. Nicht nur Hribar möchte, dass es in Rödelsee so weitergeht.

Das Spiel in der Statistik

TSV Rödelsee – TuS Fürstenfeldbruck 31:24 (14:12)

Rödelsee: Thomas Paul, Rostislav Badura; Marvin Munoz (2), Bostjan Hribar (7/1), Gabor Csorba (2), Julius Weinhardt (4), Andreas Paul (10/3), Radovan Suchy, Lukas Demel (1), Dennis Orf, Rok Ivancic (2), Maximilian Häckner (1), Bastian Demel (2).

Fürstenfeldbruck: Dubravko Grgic, Robert Vuskovic; Falk Kolodziej (4/1), Christian Haller (1), Marcus Hoffmann (7/6), Korbinian Lex, Andreas Knorr (4), Markus Dangers, Sebastian Meinzer (2), Johannes Stumpf (4), Julian Prause (2), Maximilian Lentner, Korbinian Sparn, Tobias Prestele.

Schiedsrichter: Viltali u. Waldemar Ohm (Dietenheim/Illertissen).

Zuschauer: 400.

Zeitstrafen: 3x Häckner, Demel, Munoz, Paul; 2x Lex, Hoffmann, Stumpf.

Rot: Häckner (Rödelsee, 42., 3x2 Minuten).

Siebenmeter: 6:7 (4:7 verwandelt).

Spielfilm: 1:3 (5.), 4:5 (11.), 8:8 (19.), 11:10 (22.), 12:12 (28.), 14:12 – 14:13 (33.), 18:13 (36.), 19:16 (40.), 21:17 (42.), 23.19 (49.), 26:19 (52.), 29:20 (55.), 31:22 (59.), 31:24.

3. Liga Süd Männer
 
TSB Horkheim – SG Köndringen/Teningen 32:25  
TSV Rödelsee – TuS Fürstenfeldbruck 30:21  
TSV Friedberg – TV Großsachsen 24:34  
SG Herrenberg – TGS Pforzheim 31:25  
SG Kronau/Östringen II – SG Nußloch 26:28  
HSG Konstanz – TSV Neuhausen/Filder 28:18  
SV Kornwestheim – Balingen/Weilstetten II 34:33  
 
1. (1.) SG Leutershausen 6 5 1 0 173 : 140 11 : 1  
2. (2.) SG Nußloch 6 5 1 0 189 : 156 11 : 1  
3. (3.) SG Kronau/Östringen II 5 4 0 1 138 : 122 8 : 2  
4. (5.) TSB Horkheim 6 4 0 2 164 : 150 8 : 4  
5. (6.) TSV Rödelsee 6 4 0 2 164 : 153 8 : 4  
6. (4.) TV Hochdorf 5 2 2 1 143 : 136 6 : 4  
7. (9.) SG Herrenberg 5 3 0 2 139 : 145 6 : 4  
8. (7.) Köndringen/Teningen 6 3 0 3 160 : 167 6 : 6  
9. (13.) HSG Konstanz 6 2 1 3 151 : 154 5 : 7  
10. (8.) TGS Pforzheim 6 2 1 3 140 : 151 5 : 7  
11. (12.) TV Großsachsen 6 2 1 3 155 : 156 5 : 7  
12. (14.) SV Kornwestheim 6 1 2 3 160 : 169 4 : 8  
13. (10.) Balingen/Weilstetten II 6 2 0 4 174 : 178 4 : 8  
14. (11.) TuS Fürstenfeldbruck 5 1 1 3 133 : 143 3 : 7  
15. (15.) TSV Neuhausen/Filder 6 1 0 5 130 : 159 2 : 10  
16. (16.) TSV Friedberg 6 0 0 6 138 : 172 0 : 12