Fußball-Kreisliga 1 Schweinfurt

Rimer trifft zum Kirchschönbacher Derbysieg

Der Ortsnachbar entwickelt sich langsam zum Angstgegner für die Wiesentheider Reserve. Kirchschönbach siegt im Derby durch ein einziges Törchen, erzielt vom früheren Wiesentheider Alexander Rimer.
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Volle Dynamik: Kirchschönbachs Alexander Rimer (links) zieht ab und rasiert den Wiesentheider Tobias Kopp. Das entscheidende Tor hat er schon zuvor erzielt. Foto: Foto: Hartmut Hess

Da arbeiteten und rackerten die Kicker auf dem holprigen Prichsenstädter Rasen noch lange für ein Erfolgserlebnis in Form eines Volltreffers, da hatte Rainer Nahler-Vogt sein Tagwerk schon fast vollbracht und durfte eine positive Bilanz dieses Sonntags ziehen. Denn während es fast 70 Minuten dauerte, ehe Kirchschönbachs Alexander Rimer den Bann brach und den Treffer zum 1:0 (0:0)-Sieg über die FSG Wiesentheid II erzielte, hatte der Bratwurstgriller seine Ration fast an den Mann gebracht.

Auf dem Spielfeld blieb das fußballerische Niveau lange hinter der Qualität der Bratwurst zurück, und die Torgelegenheiten erwiesen sich über eine Stunde lang nur als zweitklassig. Sebastian Saugel, der eine Teil des Kirchschönbacher Trainer-Duos, hatte in der Pause von seinem Personal gefordert, mehr über die Außen zu kommen. Doch auch in der Folgeverhallten Saugels Worte weitgehend ungehört. Auf der Gegenseite boten die Gropps, Solfs und Wartas zu wenig, von langjähriger Bezirksoberliga- Erfahrung war da nichts zu sehen.

Ob Jochen Rehberger das Leder im Sechzehnmeterraum kläglich vergab, ob Steffen Kübler an Gastgeber-Torwart Hans-Werner Schättler scheiterte: Es häuften sich die Unzulänglichkeiten. FSG-Trainer Thomas Weigand durfte in Vertretung Andreas Heckels beileibe nicht zufrieden sein mit der Vorstellung der Seinen im Kreisliga-Derby. Rund 150 Zuschauer sahen eine kampfbetonte Partie mit einem souveränen Schiedsrichter Björn Söllner aus Schonungen, dessen Spielleitung auswies, dass er für höhere Aufgaben befähigt ist.

Nach der Führung der Kirchschönbacher, die Andreas Loebl genau auf den Kopf Alexander Rimers vorbereitete, kam in den Prestigevergleich mehr Leben. Damit hatte Loebl die beste Empfehlung bei seinem künftigen Verein abgegeben, der 31 Jahre alteEx-Landesligaspieler will es noch einmal höherklassig wissen und geht im Sommer als Spieler zur FSG Wiesentheid. Loebl erwies sich als ständiger Gefahrenpunkt für die Gäste, die nicht erkennen ließen, weshalb sie in der Tabelle neun Punkte vor dem Ortsnachbarn hatten. Kreuzten die Wiesentheider doch einmal aussichtsreich vor dem Prichsenstädter Tor auf, fehlte es an der Kaltschnäuzigkeit.

„Wir wollten hinten sicher stehen“, meinte Thomas Weigand, und er lief Gefahr, fürs Phrasenschwein blechen zu müssen. Er wäre nicht unzufrieden mit einem 0:0 nach Hause gefahren, aber der ausgeprägtere Siegeswille gab letztlich den Ausschlag zu Gunsten der Platzherren. Weigand ärgerte es nur, dass seine Mannschaft nach der Niederlage gegen Abtswind die zweite Derby-Pleite erlebte. Zudem musste er bilanzieren, nach zwei Jahren in der Kreisliga immer noch nicht gegen Kirchschönbach gewonnen zu haben. „Die sind jetzt langsam unser Angstgegner“, bekannte der Coach.

Dagegen sprach Sebastian Saugel von drei Punkten, „die uns gut tun“. Trotzdem stufte er die Mission Klassenverbleib als noch lange nicht erledigt ein, „wir brauchen schon noch zwei Siege“, so der Kirchschönbacher vor den fünf noch ausstehenden Begegnungen. Er machte die neun Remis in dieser Spielzeit verantwortlich für die prekäre Lage, in die sein Klub sich gebracht hat. Die Zahl der Niederlagen hält sich bisher in Grenzen, nur hat die Mannschaft manch gute Chance zum Befreiungsschlag nicht genutzt.

„Die Einstellung und die kämpferische Komponente haben gepasst“, sagte Saugel, und genau diese Tugenden braucht es um im Abstiegskampf zu bestehen. Zum Schluss stürmten die Gäste fast mit allen Mann, doch auch eine Doppelchance setzten sie nicht in einen Treffer um. Michael Linz kratzte obendrein noch einen von Benjamin Förster getretenen Ball von der Linie. Und damit avancierte Rimers Treffer zum „Tor des Tages“. Freilich hätte Thorsten Seufert die FSG noch abschließen können, doch donnerte er in der 73. Minute an den Pfosten, nach 86 Minuten stand ihm der gut reagierende Sebastian Solf im Wege.

Das Spiel in der Statistik

SV Kirchschönbach – FSG Wiesentheid II 1:0 (0:0)

Kirchschönbach: Hans-Werner Schättler; Michael Linz, Alexander Rimer (90. Veit Ortel), Thomas Kühnl, Steffen Feth, Andreas Loebl, Tobias Meister (77. Andre Hildmann), Alexander Kühnl (59. Waldemar Becker), Christian Loebl, Thorsten Seufert, Sascha Hartmann.

Wiesentheid: Sebastian Solf; Stefan Zehnder, Tobias Kapp, Dominik Sturm (68. Bernd Rjinbek), Joachim Warta, Dominik Holzberger (56. Matthias Grießmann), Steffen Kübler, Sebastian Koßner, Benjamin Förster, Holger Gropp, Joachim Rehberger (68. Martin Krapf).

Schiedsrichter: Björn Söllner (TSV Schonungen).

Zuschauer: 150.

Gelbe Karten: Feth; Zehner

Tor: 1:0 Alexander Rimer (69.).

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