Mainsondheim

Reiz des Wettkampfs gegen sich selbst

Was Moritz Fürste, der Welt-Hockeyspieler des Jahres 2016, am Golf so liebt und warum er in Mainsondheim um den Präsidentencup gespielt hat.
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Moritz Fürste.

Die Teilnehmer des Präsidentencups im Golfclub Schloss Mainsondheim hatten mit Moritz Fürste einen prominenten Mitspieler. Der Hamburger war mehrfacher Welt- und Europameister, zweifacher Olympiasieger und Welt-Hockeyspieler des Jahres 2016. Im Rahmen des Mainsondheimer Turniers unterhielt sich diese Redaktion mit Moritz Fürste.

Frage: Herr Fürste, sie sind im In- und Ausland unterwegs, wie kamen sie aus Hamburger in die fränkische Provinz?

Moritz Fürste: Ich habe von meinem Freunde Matze Bielek eine sympathische Einladung bekommen, die ich nicht ausschlagen konnte. Ich habe Matze bei einem meiner eigenen Golfturniere auf Mallorca kennen gelernt. Da er Mitglied hier in Mainsondheim und Co-Sponsor des Präsidentencups ist, habe ich gerne ja gesagt.

Ist das Golfen im Vergleich mit dem Hockey nicht eher eine langweiligere Sportart für sie?

Fürste: Ich bin ein großer Golf-Fan, denn als ehemaliger Mannschaftssportler fasziniert mich die Challenge gegen mich selbst. Mich reizt die Konstellation des Golfens, dass auf das himmelhoch jauchzend oft sofort das zu Tode betrübt folgt. Man kann eigentlich mit jedem spielen und ich nutze eine Golfrunde oft dazu ein paar Stunden mit Freunden zu quatschen.

Was machen sie seit ihrem Karriere-Ende im Jahr 2016?

Fürste: Ich bin Geschäftsführender Gesellschafter der Sportmarketing-Agentur Upsolut. Dabei haben wir ein Running-Fitness-Event-Format entwickelt. Das Format ist eine moderne Form eines einstigen Trimm-Dich-Pfads mit mehreren Laufeinheiten und dazwischen Fitness-Einlagen. Wir machen das als Indoor-Events und damit auch in den Wintermonaten an acht Standorten in Deutschland und zusätzlich in Wien.

Wo sehen sie ihre ehemalige Sportart Hockey heute stehen?

Fürste: Leider steht Hockey im Konzert der Sportzarten weit unter Wert eingruppiert. Das Hockey müsste sich besser verkaufen, was aber ein komplexes Unterfangen ist. Denn Deutschland hat als ziemlich einziges Land eine Monokultur im Sportfernsehen, wo der Fußball alles dominiert. Dass mehrere Sportarten sich komprimiert präsentieren wie kürzlich in Berlin und Glasgow war eine Super-Idee. Doch nur wer permanent im Fernsehen präsent ist, kann sich für Sponsoren und Zuschauer attraktiv machen.



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