In gut einer Woche soll der Ball wieder über die Fußballplätze im Kreis Würzburg getreten werden. Für Ende Februar hat Bernd Reitstetter, der lokale Spielleiter des Bayerischen Fußball-Verbands, Nachholpartien angesetzt, bevor Anfang März die zweite Saisonhälfte regulär beginnen soll. Doch der Schnee, unter dem sich die Spielfelder in den letzten Tagen versteckt haben, droht die Terminpläne aufzumischen. „Wenn ich nach draußen blicke, wird mir angst und bange“, sagte Reitstetter bei einer Tagung vor Vereinsvertretern in Ochsenfurt: „Immerhin haben wir genügend Möglichkeiten, um Ausfälle aufzufangen.“

Die Mannschaften müssten dann im April und Mai zusätzlich mittwochabends antreten; auch Ostermontag ist noch frei für Nachholspiele. In seiner Bilanz zum ersten Saisonhalbjahr stellte Reitstetter fest, wie problemlos der Wettbewerb verlaufen war. Allein die hohe Zahl an Spielabsagen und Verlegungen, an denen zweite Mannschaften beteiligt waren, fielen ihm auf. Die vor dem Sportgericht verhandelten Fälle bewegten sich indessen auf dem Niveau des Vorjahres.

Für Helmut Wittiger, den Obmann der Schiedsrichter, stellte sich die Situation nicht derart entspannt dar. Im Kreis Würzburg sind für den Spielbetrieb 477 Unparteiische erforderlich. Doch von den 393 aktiven pfeifen lediglich 226 regelmäßig. „Dass die Vereine dafür hohe Ausfallgebühren an den Verband zahlen, hilft uns nicht weiter“, sagte Wittiger und warb um neue Schiedsrichter. Ständige, oft unangebrachte Kritik sowie verbale, mitunter körperliche Angriffe auf Schiedsrichter durch Spieler und Zuschauer sieht Wittiger als Gründe für den Mangel. Immerhin existieren auch Musterbeispiele unter den Vereinen: Die FG Marktbreit/Martinsheim und der Ochsenfurter FV haben die meisten Schiedsrichter angemeldet.

Neben allerlei Hinweisen auf Organisatorisches wie die Bildung von Spielgemeinschaften, Anstoßzeiten, Satzungsänderungen infolge der Ligenreform und das neue Zweitspielrecht informierte Bernd Reitstetter über die Reform des Toto-Pokals, die bereits ab Oktober gelten könnte. Die im Juli beginnende Pokalsaison wird hingegen nochmals im bisherigen K.o.-Modus stattfinden. Der Verbandsspielausschuss in München beabsichtigt eine neue Form des Wettbewerbs, um dessen Attraktivität zu erhöhen. Derzeit stehen verschiedene Modelle zur Diskussion. Möglich wäre unter anderem, dass die ersten beiden Runden künftig als Wochenendturnier im Herbst organisiert sind, um nicht mehr wochentags im Juli und August Pokalspiele anzusetzen. Statt Ende August würde das Kreisendspiel dann auf Mai terminiert. „Die Reform wird kommen, doch wie und wann genau, vielleicht auch erst 2013, ist momentan noch nicht sicher“, sagte Reitstetter, der sich bei der jüngsten Spielgruppentagung der Meinungen der Vereine versichern wollte. Die allerdings konnten sich für den Pokal im Turniermodus nicht begeistern.

Vielmehr steht manchem Klubfunktionär der Sinn danach, die Winterpause in Zukunft um einige Wochen zu verlängern. „Betrachtet man das Wetter, ist ein normales Training auf dem Platz momentan nicht möglich“, sagte Claus Bidner von der SpVgg Gülchsheim. Ein späterer Beginn der Rückrunde sei prinzipiell möglich, erklärte Reitstetter und verdeutlichte die Folgen für die Vereine: Die Ligen müssten durch einen verschärften Abstieg in den Kreisklassen und A-Klassen von sechzehn auf vierzehn Teams verkleinert werden. Dadurch fielen zwei Heimspiele weg und somit auch Einnahmen für die Vereine. Außerdem sei es bei der Organisation des Spielplans nicht mehr möglich, dass die zweite Mannschaft eines Vereins das Vorspiel zur ersten Mannschaft bestreitet. „Wenn die Mehrheit im Kreis Würzburg das möchte, bin ich dazu gerne bereit“, sagte Reitstetter. Ob der Vorteil einer späteren Rückkehr aus der Winterpause die Nachteile für die Klubs aufzuwiegen vermag, bleibt abzuwarten.