Fussball-Kreisliga 1 Würzburg

Reiner macht das Beste aus der Reservistenrolle

Er kam, sah und siegte: Zur Halbzeit eingewechselt, entscheidet Dettelbachs Stürmer Tim Reiner mit zwei Treffern das Duell gegen Bayern Kitzingen.
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Auf Schritt und Tritt: Kitzingens Marcel Döblinger (vorne) kommt nicht vorbei an seinem früheren Mitspieler Tom Reiner, heute im Trikot von Dettelbach und Ortsteile. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Dass es nach den vielen Abgängen und dem überraschenden Rücktritt Andreas Karls zum Beginn der Vorbereitung ein schwieriges Jahr würde für Bayern Kitzingens zweite Mannschaft, dieses Wissen nahmen die Verantwortlichen mit in die neue Kreisliga-Saison. Beim 0:4 (0:1) gegen Dettelbach und Ortsteile wurden am Samstag die unterschiedlichen Ambitionen der beiden Teams deutlich. „Wir stehen hinten, sie spielen vorne mit“, sagte Burkhard Straßberger zur Ausgangslage der untereinander gut bekannten Gegner. Straßberger hatte die Betreuung der Kitzinger Elf übernommen, weil Sohn Benedikt nicht da war.

Den Bayern fehlten in Maximilian Köhler und Tim Kressmann zudem zwei defensive Stützen, was den personellen Spielraum einengte. Auch Raphael Fuss und Maximilian Wunder standen nicht zur Verfügung. Zumindest offensiv boten sich mehrere Varianten an, zumal sich Tamer Yigit als erfahrener Spieler in den Dienst der Reserve stellte. Im Vergleich zum 3:2-Sieg in Kirchheim die Woche zuvor hatte sich die Mannschaft somit auf fünf Positionen geändert. „Unser großes Problem sind noch die personellen Wechsel“, so Burkhard Straßberger. „In einer zweiten Mannschaft ist eine gewisse Rotation jedoch normal, damit müssen und können wir auch leben.“

Dettelbach ruht sich aus

Dagegen änderte Dettelbachs Trainer Stefan Schöderlein, am Bayernplatz ein guter und gerne gesehener Bekannter, seine Startformation zum vorherigen 1:0 gegen Sulzfeld nicht. Der aus dem Urlaub zurückgekehrte Tim Reiner schaute sich das Spiel in der ersten Halbzeit von der Seite aus an. „Für mich gilt das gleiche wie für alle anderen“, erklärte der 27-Jährige sein anfängliches Reservistendasein. Vor dem Tor führten diesmal andere das Kommando.

So brachte Benedikt Schraud die Gäste nach einem Vorstoß Lukas Bocks über die linke Flanke bereits nach wenigen Minuten in Führung. Dass sich seine Mannschaft danach auf dem Vorsprung ausruhte, missfiel Schöderlein: „In der ersten Halbzeit sind wir unserem Anspruch in keiner Weise gerecht geworden“, sagte er und führte Details seiner Unzufriedenheit an: „Wir ließen die Aggressivität in den Zweikämpfen vermissen und gingen nicht den letzten Meter, um überhaupt in diese Duelle zu kommen.“

Dettelbach brachte trotz größerer Spielanteile den Ball nicht mehr konsequent genug nach vorne – und benötigte einen Eckball, um die größte Gelegenheit vor Seitenwechsel zu erwirken: Julian Deinlein traf aus kurzer Entfernung die Latte. Die Bayern, die aufgrund der ungewohnten personellen Besetzung zunächst Abstimmungsprobleme gezeigt hatten, stabilisierten sich mit wachsender Spieldauer und brachten einige Aktionen in der gegnerischen Hälfte zustande. Gefahr entwickelte sich daraus trotz aussichtsreicher Ansätze über Justin Mariano und Marcel Döblinger aber nicht. „Der Gegner hätte womöglich größere Probleme bekommen, wenn uns mit unseren zwei bis drei halben Chancen der Ausgleich gelungen wäre“, meinte Straßberger.

Die häufigen Personalwechsel in der zweiten Halbzeit begründete er so: „Manche sind aufgrund der fehlenden Vorbereitung noch nicht topfit.“ Er hatte in Tobias Böhm, Markus Dietz, Marcel Scherpf und Jonas Weber vier Jugendspieler zugleich auf dem Platz. Als er Mitte der zweiten Halbzeit zudem Gürkan Gür angeschlagen vom Feld nehmen musste, fehlte den Bayern in den folgenden Minuten der Rückhalt in der Abwehr. „Am liebsten hätte ich ihn auf dem Platz gelassen“, so Straßberger, „aber wenn er sagt, dass er nicht mehr kann, geht bei ihm wirklich nichts mehr.“

Schon zuvor waren die Torgelegenheiten der Dettelbacher deutlich gestiegen, doch so zielstrebig sie auch agierten, im Angriff fehlte der letzte Pass. Das änderte sich, als Schraud in Tim Reiners Lauf spielte. Der eingewechselte Stürmer spielte noch Nico Gaubitz aus und schob den Ball dann ins leere Tor (70.). Erneut freigespielt von Schraud, ließ Reiner nur drei Minuten später einen gegnerischen Abwehrspieler stehen und schoss den Ball aus sechszehn Metern zentraler Position oben rechts ins Tor.

Als auch Marcel Geitz nach Vorarbeit Michael Wagenhäusers gegen seine früheren Kollegen traf, hatten sich die Spielanteile der zweiten Halbzeit auch im Ergebnis niedergeschlagen. Das hinderte Schöderlein nicht daran, über die Schwankungen seiner Schützlinge in Bezug auf den Gegner zu sinnieren. Und Straßberger erklärte: „Wir hatten nur eine Chance – indem wir möglichst lange ein knappes Ergebnis halten.“ Trotz der Höhe sei diese Niederlage „gar nicht so nicht dramatisch“.

Das Spiel in der Statistik

Bayern Kitzingen II – Dettelbach und Ortsteile 0:4 (0:1)

Kitzingen: Nico Gaubitz; Tobias Böhm, Severin Wagner, Markus Dietz (32. Jonas Weber), Gürkan Gür, Justin Mariano (52. Marcel Scherpf), Tobias Böhm, David Ryba, Florian Gaubitz, Tamer Yigit, Marcel Döblinger, Felix Straßberger.

Dettelbach: Bastian Ringelmann; Moritz Hirth, Tom Reiner, Daniel Barth (46. Michael Lohr), Michael Wagenhäuser, Philipp Waigandt (74. Lukas Lohr), Julian Deinlein, Marcel Geitz, Lukas Bock, Johannes Dorsch, Benedikt Schraud (46. Tim Reiner).

Schiedsrichter: Christian Sinne (FC Adler Weidhausen).

Gelbe Karte: Straßberger.

Zuschauer: 70 (geschätzt).

Tore: 0:1 Benedikt Schraud (6.), 0:2 Tim Reiner (70.), 0:3 Tim Reiner (73.), 0:4 Marcel Geitz (86.).

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