Was war das nur für ein Spiel, nach dem der FC Iphofen durch seinen bereits früh fest stehenden 4:0-Erfolg über den SC Mainsondheim etwas aufatmen darf? Ob es für die enttäuschend in die Runde gestarteten Iphöfer eine Wende darstellt? Dazu stellte der mit dem allerletzten Aufgebot angetretene Aufsteiger Mainsondheim nicht den richtigen Prüfstein dar, der in allen Belangen zu deutlich unterlegen war. Trainer Wolfgang Frisch blieb an der Seitenlinie ruhig ob der hohen Fehlerquote seiner Elf.

Anstatt einer Aufstiegseuphorie hat seinen SC die blanke Realität eingeholt, und die meint es derzeit gar nicht gut mit den Mainsondheimern. Sieben, acht Fehlende, zum großen Teil auch noch längerfristig, dazu musste ein Feldspieler in Gestalt von Dominik Nuß ins Tor – damit war nichts zu holen. „Ich dachte mir vor der Runde, dass ich Probleme bekomme, alle Spieler bei Laune zu halten, wenn wir komplett sind. Aber jetzt? Das geht schon seit dem dritten, oder vierten Spieltag so“, schaute Frisch auf sein Häuflein der übrig Gebliebenen.

„Es sind nicht mehr viele Spieler da, wir müssen schauen, dass wir in die Winterpause kommen.“Dabei zeigt der Kalender erst Ende September an. Etwas Trost spendete Iphofens Trainer Thomas Bergner seinem Gegenüber Wolfgang Frisch, den er aus alten gemeinsamen Fußball-Zeiten kennt. „Wir trinken nachher einen zusammen, die Rechnung zahlt natürlich der Sieger“, zeigte sich Bergner großzügig gegenüber seinem Lehrling. Frisch spielte einst unter Spielertrainer Thomas Bergner beim VfL Kleinlangheim. „Wir schätzen uns sehr und haben uns seitdem immer wieder mal besucht. Ich habe viel von ihm übernommen“, beschrieb Wolfgang Frisch das freundschaftliche Verhältnis der beiden.

Dass allerdings seine arg gebeutelte Mainsondheimer Mannschaft es mit dem Gegner allzu freundlich auf dem Platz meinte, gefiel Frisch nicht. Eklatante Schnitzer und einfache Fehler machten es den Iphöfern relativ einfach. „Ja, sind denn die farbenblind“, wunderte sich eine Mainsondheimer Zuschauerin einmal, als während des Spiels wieder ein Pass ihres SC in den Beinen des Gegners landete. Bereits nach acht Minuten war Iphofen in Führung gegangen, als Markus Bäuerlein eine Freistoß-Flanke von Benni Jandl per Kopf verlängerte. Den vom Innenpfosten zurück springenden Ball köpfte Sebastian Klinger mühelos in die Maschen.

Der 34-jährige Bäuerlein, der bereits vor zwei Jahren sein Abschiedsspiel hatte, wirkte diesmal von Beginn an mit. Dazu hatte FC-Trainer Bergner hinten auf eine Dreierkette ungestellt.

Direkt vor Tor Nummer zwei folgte die beste Gästechance, als Maximilian Günzel nach schönem Rückpass von Emanuel Kretzer knapp vorbei zielte. Im Gegenzug ging es zu schnell für die Gästeabwehr. Andreas Grüns vorgelegten Ball verwandelte Lukas Weigand beim Konter zum 2:0 (15.). Wenig später zeigte sich, dass Dominik Nuß kein gelernter Torhüter ist. Bei Sebastian Schneiders nicht eben knallhartem Schuss aus spitzem Winkel ins kurze Eck zum 3:0 (20.) machte Nuß keine gute Figur.

Als Lukas Weigand gleich darauf locker und leicht die Gegner im Strafraum vernaschte und zum 4:0 nahezu ungehindert einschob (28.), drohte den Mainsondheimern eine Packung. Die blieb aber aus, weil Iphofen im zweiten Durchgang nicht mehr so recht zu wollen schien. Allzu leichtfertig wurde manche Konterchance vergeben, wie etwa von Benni Jandl, der in der Schlussphase gleich zweimal über den Kasten zielte. Dass der Sieg doch ein wenig Balsam für Iphofens Nerven waren, ließ sich am kollektiven Jubelschrei hinterher erahnen. Zumindest die Kirchweih war für Iphofen gerettet, die Saison ist es noch lange nicht.

Die Statistik zum Spiel

FC Iphofen – SC Mainsondheim 4:0 (4:0)

Iphofen: Philip Straub, Lukas Freygang, Benedikt Jandl, Mathias Müller, Christian Ziller, Andreas Grün (51. Markus Dörr), Sebastian Schneider, Lukas Weigand, Sebastian Klinger (82. Lutz Ziegler), Markus Bäuerlein (70. Michael Rügamer), Lukas Büchner.

Mainsondheim: Dominik Nuß, Markus Schiffler (46. Dominik Kapp), Julian Apfelbacher, Alfred Gaßner, Dirk Bergner (46. Dominik Burger), Maximilian Günzel, Dominik Martin, Emanuel Kretzer, Nicholas Vollhals (70. Thorsten Gimperlein), Marco Burkard, Maximilian Hehn.

Schiedsrichter: Michael Moritz (Würzburger FV).

Zuschauer: ca. 120.

Gelbe Karten: Bäuerlein -- Kapp.

Tore: 1:0 Sebastian Klinger (8.), 2:0 Lukas Weigand (15.), 3:0 Sebastian Schneider (20.), 4:0 Lukas Weigand (28.).