FUßBALL

Qualifikationsspiele bei U19- und U17-Kickern

Eine Strukturreform plant der Bayerische Fußballverband im Nachwuchsbereich. Das Pilotprojekt wird im Kreis Würzburg gestartet.
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Würzburgs Fußball-Kreisjuniorenleiter Claus Höpfner stellt am 26. April das Nachwuchs-Pilotprojekt beim ETSV Würzburg vor.

Beim Rundenspielbetrieb der U-19- und U-17-Fußballer soll es ab kommender Saison auf Kreisebene eine Änderung geben. „Alle Mannschaften beginnen bei null. Jeder Verein macht vor Saisonbeginn seine Meldung und gibt an, ob er in der Kreisliga oder in der Gruppe spielen will“, erklärt Kreisjuniorenleiter Claus Höpfner die geplante Umstrukturierung.

Dies bedeutet, dass es künftig pro Altersklasse eine Kreisliga und zwei Gruppen geben wird. Bei den A-Jugendlichen gab es bereits bisher keine Kreisklasse mehr dazwischen, bei den B-Jugendlichen wird diese zur Saison 2018/19 ebenfalls aufgelöst. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen im U-19-Bereich im Kreis Würzburg insgesamt 33 Teams, aufgeteilt auf eine Kreisliga und zwei Gruppen, an den Start. Bei der U 17 sind es 42 Mannschaften, verteilt auf jeweils eine Kreisliga und Kreisklasse sowie zwei Gruppen.

Künftig wird es jeweils eine Kreisliga geben, die mit einer Sollgröße von zwölf Mannschaften festgelegt ist. „Wenn nur elf Bewerbungen für die Kreisliga vorliegen, finden keine Qualifikationsspiele statt. Bewerben sich jedoch beispielsweise 20 Vereine für die Kreisliga, benötigen wir eine Quali“, gibt Höpfner an. Der Martinsheimer hatte das Amt des Kreisjugendleiters im August 2017 kommissarisch übernommen und wurde im Januar 2018 beim Kreistag offiziell gewählt.

Und genau diese Qualifikationsspiele sind derzeit noch die große Unbekannte. Wann und in welcher Form führt man diese am besten durch? „Ursprünglich war ein Termin Ende Juli angedacht, aber das wird nicht kommen“, macht Claus Höpfner angesichts des Ferienbeginns deutlich.

Mittlerweile plant er eher mit dem letzten Wochenende in den Sommerferien oder dem ersten Wochenende nach den Ferien. Denkbar wäre die Qualifikation in Turnierform oder mit einem Hin- und Rückspiel. Demnach könnte sich eine Mannschaft, die die aktuelle Runde auf dem fünften Rang der Kreisliga beschließt und nicht absteigen müsste, sich in der nächsten Runde in der Gruppe widerfinden. Denn sollte sich diese Mannschaft für die neue Kreisliga bewerben, in der Qualifikation aber scheitern, muss sie in der untersten Klasse an den Start.

Was ist also der Vorteil des neuen Systems? „Erfahrungsgemäß haben die Jugendmannschaften alle zwei Jahre einen guten Jahrgang. Wenn ein Verein jetzt nur Zweiter war und nicht aufsteigen durfte, hat er so eher die Chance, den Aufstieg über die Quali zu schaffen“, nennt Höpfner die Vorzüge. Somit wäre der starke Jahrgang in der niedrigeren Klasse nicht ständig unterfordert und die Gefahr, dass die Jugendlichen die Lust am Fußball verlieren, nicht so groß. Auf der anderen Seite können die Verantwortlichen bei einem absehbar schwächeren Jahrgang gleich auf die Bewerbung für die Kreisliga verzichten.

Auch die Fahrtstrecken führt der Fußballfunktionär als mögliches Kriterium für die Wahl der Spielklasse an. „Wenn beispielsweise die Mannschaft aus Ruppertshütten sagt, sie will nicht bis nach Kitzingen fahren, entscheidet sie sich eben für die Gruppe, der Mannschaften aus dem Landkreis Main-Spessart und vereinzelt aus Würzburg angehören.“

Das neue System wird es als Pilotprojekt im Kreis Würzburg und im oberpfälzischen Amberg geben. Um den Vereinen die Neuerung vorzustellen, hat der Kreisjuniorenleiter für Donnerstag, 26. April, zu einer Spielgruppentagung für die A- und B-Junioren beim ETSV Würzburg eingeladen.

„Mir ist es wichtig, die Vereine mit ins Boot zu nehmen“, betont Höpfner, der sich bei der Tagung zudem bereits eine grobe Angabe erhofft, wie viele Vereine in der neuen Runde für die Kreisliga melden werden. Außerdem will er im Rahmen der Tagung ausloten, welche Form der Qualifikation die Verantwortlichen bevorzugen. Auf die Bezirksoberliga wirkt sich die Reform nicht aus, der Meister der Kreisliga darf weiterhin in die nächsthöhere Spielklasse aufsteigen. Allerdings wird es am Ende dieser Runde keinen Absteiger aus der Kreisliga geben – denn in der neuen Saison fangen alle bei null an.

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