Schach

Prichsenstadt stürzt den Tabellenführer

In großer Not gelingt dem Schlusslicht der Unterfrankenliga ein unerwarteter Befreiungsschlag: Ausgerechnet gegen den Tabellenführer landet Prichsenstadt seinen ersten Saisonsieg.
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Siegreicher Stratege: Prichsenstadts Johannes Arens. Foto: Foto: Stöckinger
Regionalliga Nord-West

SV 1865 Würzburg II – FC Nordhalben 5,0 : 3,0  
FC Marktleuthen – SC Bamberg 3,5 : 4,5  
PTSV SK Hof – Kronacher SK 4,0 : 4,0  
SC Kitzingen 05 – SK Mainaschaff 5,5 : 2,5  
TSV Kirchenlaibach – SK Bad Neustadt 5,5 : 2,5  

1. (1.) SC Bamberg 5 5 0 0 24,5 : 15,5 10 : 0  
2. (2.) SC Kitzingen 05 5 4 0 1 28,5 : 11,5 8 : 2  
3. (3.) PTSV SK Hof 5 2 2 1 22 : 18 6 : 4  
4. (5.) TSV Kirchenlaibach 5 3 0 2 21,5 : 18,5 6 : 4  
5. (4.) FC Marktleuthen 5 2 1 2 21 : 19 5 : 5  
6. (7.) Kronacher SK 5 1 2 2 19 : 21 4 : 6  
7. (9.) SV 1865 Würzburg II 5 2 0 3 16,5 : 23,5 4 : 6  
8. (6.) SK Bad Neustadt 5 1 1 3 18 : 22 3 : 7  
9. (8.) SK Mainaschaff 5 1 1 3 17,5 : 22,5 3 : 7  
10. (10.) FC Nordhalben 5 0 1 4 11,5 : 28,5 1 : 9  

Einen glänzenden Start ins neue Jahr hat die erste Mannschaft des Schachclubs Kitzingen hingelegt. Die Gäste aus Mainaschaff, die vergangene Saison immerhin einen Punkt entführt hatten, gingen beim 2,5:5,5 leer aus. Kitzingen bleibt damit erster Verfolger des unbesiegten Tabellenführers Bamberg.

Gemächlich ließen es die Gastgeber an den Spitzenbrettern angehen. Trotz zum Teil deutlicher Spielstärkevorteile beschieden sich Konstantin Kunz, Karl-Heinz Kannenberg sowie Alexander Kliche nach nicht einmal zwei Stunden Spielzeit jeweils mit Remis. Zu einem sicheren Sieg kam Kitzingens Mannschaftsführer Matthias Basel. Bereits nach 25 Zügen musste sein überforderter Gegner strategisch völlig überspielt kapitulieren.

Georg Kwossek setzte seinen Kontrahenten von Anfang an mittels Bauernopfer unter Druck und nutzte clever dessen Zeitnot aus. Den komplizierten taktischen Möglichkeiten zeigte sich dieser nicht gewachsen, und unter dem Druck der Uhr leistete sich der Mainaschaffer den entscheidenden Fehler, der einen deutlichen Materialgewinn Kwosseks und dessen Sieg zur Folge hatte.

Leo Eckert sah sich aus der Eröffnung heraus dem Ansturm des „Altmeisters“ Werner Fleckenstein ausgesetzt. Eckert ließ die Chance, taktisch zu kontern, ungenutzt und flüchtete sich mit Mühe in ein schlechtes Endspiel, das trotz kreativer Gegenwehr nicht zu halten war. Eine unauffällige Partie spielte Ingolf Gernert. Zug um Zug gelang es ihm, den leichten Eröffnungsvorteil seines Opponenten zu neutralisieren. Dieser setzte dann alles auf eine Karte – und wurde von Gernert mit einigen exakten Zügen ausgekontert. Alparslan Yalcin lehnte ein Remisangebot seines Gegners ab und sicherte sich in der Abwicklung ins Endspiel Vorteile, die er zum Sieg brachte.

Unterfrankenliga

SC Unterdürrbach – SC Prichsenstadt 3,0 : 5,0  
SC Kitzingen 05 II – SF Sailauf 2,5 : 5,5  
SK Mömbris – SB Versbach 3,5 : 4,5  
SpVgg Stetten – TSV Rottendorf 6,0 : 2,0  
SK Schweinfurt 2000 II – SC Schweinheim 5,5 : 2,5  

1. (3.) SpVgg Stetten 5 4 1 0 27,5 : 12,5 9 : 1  
2. (1.) SC Unterdürrbach 5 4 0 1 27 : 13 8 : 2  
3. (2.) TSV Rottendorf 5 4 0 1 24,5 : 15,5 8 : 2  
4. (4.) SK Schweinfurt 2000 II 5 4 0 1 22,5 : 17,5 8 : 2  
5. (7.) SF Sailauf 5 2 1 2 19,5 : 20,5 5 : 5  
6. (5.) SK Mömbris 5 2 0 3 21 : 19 4 : 6  
7. (6.) SC Schweinheim 5 1 1 3 19,5 : 20,5 3 : 7  
8. (8.) SB Versbach 5 1 1 3 14,5 : 25,5 3 : 7  
9. (9.) SC Prichsenstadt 5 1 0 4 16,5 : 23,5 2 : 8  
10. (10.) SC Kitzingen 05 II 5 0 0 5 7,5 : 32,5 0 : 10  

Nach einem völlig missglückten Saisonstart mit vier Niederlagen in Serie hat sich Prichsenstadt erfolgreich aus aus der kurzen Weihnachtspause zurückgemeldet. Dabei stellte der überzeugende 5:3-Sieg gegen Unterdürrbach den bisherigen Rundenverlauf beider Mannschaften auf den Kopf. Der verlustpunktfreie Tabellenführer spielte gegen den sieg- wie punktlosen Letzten. Da schienen die Rollen klar verteilt.

Prichsenstadts Sieg ging auf die erstarkten Spitzenbretter zurück. Allein 3,5 Punkte errang die Mannschaft an den ersten vier Brettern. Die Vorgabe an die übrigen Spieler lautete somit, möglichst rasch auf das Remis zuzusteuern. Diese hatten Werner Klüber und Peter Kriener bereits nach rund einer Stunde Spielzeit umgesetzt. Richard Hilgert folgte nur wenig später.

Die Position von Johannes Arens verhieß zu dieser Zeit auch schon Erfolg. Allerdings musste er gegen den russischen Spitzenspieler der Unterdürrbacher noch einige exakte Züge finden. Arens schaffte dies souverän. Etwas hektischer ging es an Brett zwei bei Michael Ziegler zu. Wie so oft bei ihm fiel die Entscheidung zu seinen Gunsten in einer Zeitnotschlacht mit nur wenigen Sekunden Restbedenkzeit.

Angesichts der Siege Zieglers und Arens' sowie der günstigen Position von Dieter Krenz entschied sich auch Thomas Steinhauser dafür, ein Remis zu vereinbaren. Seine Position drohte zu kippen, und so konnte zumindest der wertvolle vierte Punkt gesichert werden. Den entscheidenden Zähler steuerte Dieter Krenz nach fünf Stunden bei, so dass die Niederlage Wolfgang Schmitz' zu verschmerzen war. In zwei Wochen steht für die Prichsenstädter die Partie gegen Kitzingen an, eine wichtige Etappe im Abstiegskampf.

Kitzingens zweite Mannschaft war beim 2,5:5,5 gegen Sailauf erstmals in dieser Saison nah an einem Punktgewinn. Trotz erneut großer Personalprobleme stand sie vier Stunden lang ziemlich ausgeglichen. Nach frühen Unentschieden von Johannes Falkenstein und Fabian Link unterlag Hans Nußbaumer am Spitzenbrett. Tobias Volkamer glich mit einer starken und konzentrierten Partie über rund fünf Stunden wieder aus. Wie schon oft in der Saison kippten die umkämpften Stellungen dann aber zu Gunsten des Gegners.

Thomas Gebauer drosselte in aussichtsreicher Position das Tempo und gestattete dem Gegner, seine Stellung zu konsolidieren und Material zu gewinnen. Moritz Basel lieferte sich von Beginn an ein spannendes taktisches Gefecht, in dem mal er und mal sein Gegner obenauf schien. Nach mehr als fünf Stunden Spielzeit beging er in weiterhin guter Position den entscheidenden Patzer. Martin Kwossek konnte seine gedrückte Stellung trotz zäher Gegenwehr nicht mehr halten und resignierte. Das finale Remis von Armin Seifert hatte nur statistischen Wert.

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