Kitzingen

Placht: Ein Weltstar ist nicht zu sehen

Für die ehemalige Nationalspielerin Steffi Placht ist Frankreich der Titelfavorit. Über Bundestrainer Prokop wundert sie sich etwas. Und was traut sie Deutschland zu?
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Steffi Placht (Ex-Nationalspielerin, Jugendauswahltrainerin beim BHV und Trainerin beim Frauen-Landesligaklub HSG Mainfranken): Deutschland hat in seiner Gruppe schlagbare Gegner und wird die Vorrunde auf jeden Fall überstehen. Und dann? Wird es schwer.

Die Mannschaft hat starke Individualisten, einen echten Anführer oder Weltstar aber sehe ich nicht. Dabei weiß ich aus Erfahrung, dass man sich mit so einem Führungsspieler in der Mannschaft leichter tut, zum Beispiel, wenn es darum geht, während des Spiels sein System zu ändern.

Der Bundestrainer stand nach der letzten EM ja wegen der Zusammenstellung seines Kaders in der Kritik. Mich hat gewundert, dass er jetzt Rechtsaußenspieler Tobias Reichmann aussortiert hat. Aber das sagt sich von außen immer leicht.

Mit entscheidend für den Erfolg werden der Teamgeist und die Stimmung sein. Und: Trägt der Heimvorteil? Für mich sind die Franzosen Favorit auf den Titel; sie besitzen Turniererfahrung und hohe individuelle Qualität. Dass die Spiele jetzt wieder bei ARD und ZDF übertragen und damit von der breiten Masse zu sehen sein werden, ist sehr positiv. Ich werde am Montag nach München reisen und mir dort drei Spiele im Paket anschauen.

Den Handball hierzulande sehe ich gut aufgestellt. Hinter Fußball ist er die Ballsportart Nummer 2 mit seiner Athletik und seinem Tempo. Den Zweikampf von Schütze und Torwart gibt es beim Basketball oder Volleyball nicht. Das macht es doch aus.



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