Pläne macht Andreas Schaub im täglichen Leben häufiger. Schließlich ist er Architekt. Nebenher betreut er seit dieser Saison die Handballer des TV Ochsenfurt, die an diesem Wochenende in der Relegation um den Aufstieg in die Bezirksoberliga antreten. Ochsenfurts Gegner ist die zweite Mannschaft des Drittligaklubs HSC Bad Neustadt. An diesem Samstag steigt das Hinspiel in Ochsenfurt (19.30 Uhr), einen Tag später wird in Bad Neustadt die Entscheidung fallen.

Erfolge oder Ergebnisse lassen sich im Sport zwar schlecht am Reißbrett planen, aber Schaub und seine Ochsenfurter haben insgeheim sogar mit Platz eins und der direkten Rückkehr in die höchste unterfränkische Liga geliebäugelt, wie der 42 -Jährige sagt. Zumal der TVO nicht sportlich abgestiegen sei, so Schaub, sondern bloß, weil der HSV Main-Tauber nach seinem Rückzug aus der Landesliga wieder in die Bezirksoberliga eingegliedert wurde.

Diese Scharte wieder auszuwetzen war das Ziel des Vereins. Ochsenfurt durchschritt in der Folge ein sportliches Wellental. „Zu Rundenbeginn wusste ich: Es würde schwer werden, weil vier, fünf Mannschaften wie die TG Heidingsfeld, der TV Etwashausen oder auch die SG Kitzingen das gleiche Ziel haben. Nach der Vorrunde dachte ich: Eigentlich ist es utopisch. Dann habe ich aber gesehen: Da ist keiner, der sich eindeutig absetzt“, erzählt Schaub. Anfang Februar rückte mit der Niederlage gegen den späteren Meister SG Kitzingen/Mainbernheim der Titel in weite Ferne. Also blieb nur der Aufstieg über Platz zwei.

Für Andreas Schaub, der zuvor fast zwanzig Jahre als Trainer beim Ochsenfurter Nachwuchs tätig war, hatte das Jahr in der Bezirksliga auch sein Positives. Neuaufbau, Neues probieren, die Jugend einbauen und weiter heranführen, lautete die Maxime im Verein. Mit Erfolgserlebnissen gehe das eben einfacher als eine Liga höher, wo doch ein rauerer Wind weht. „In der Bezirksoberliga wären wir dieses Jahr wohl abgestiegen. Wir haben zwar gutes Potenzial, aber nicht die Durchschlagskraft“, gibt Schaub zu.

Manche der älteren Kräfte wie Marco Schuler zogen sich nach dem Abstieg zurück. Andere wie Tobias Schülling oder Torwart-Legende Bernd Gaubitz machten weiter. Schaub sagt: Jugend und Schwung seien gut, aber manchmal ist eben Erfahrung durch nichts ersetzen, das sei wie im Beruf, meint Schaub. Er selbst musste nach einer Knieverletzung im Vorjahr allerdings passen.

Stattdessen kümmerte er sich nun zusammen mit Markus Schuler und Tobias Schülling um das Training der Männer beim TVO. Zumal sich seine Berufsbelastung nicht mit den früheren Trainingszeiten des Nachwuchses vereinbaren ließ. „Das war für mich Neuland“, sagt er, „aber es hat Spaß gemacht.“

Noch schöner wäre es, würde die Premiere Schaubs mit dem Wiederaufstieg gekrönt. Vom Gegner, dem HSC Bad Neustadt II, weiß der neue Trainer nicht allzu viel. Bei der Reserve einer höherklassigen Mannschaft wisse man nie, wer letztlich auflaufe. „Wir werden den Gegner auf keinen Fall unterschätzen und rechnen uns schon Chancen aus“, sagt Schaub. „Schließlich“, so heißt es überdies in einer Pressemitteilung des TVO, „will das Team wieder dahin, wo es hingehört: in die höchste unterfränkische Liga.“