Wer von den vergangenen neun Spielen sieben verloren hat und in der Tabelle weit abgeschlagen ist, dem bleibt kaum mehr, als sich in Optimismus zu flüchten. So wie Norbert Wegmann. „Wir sind noch nicht abgestiegen, die Moral in der Mannschaft passt. Wir werden am Sonntag eine Serie starten“, sagt der Betreuer des FC Eibelstadt. Mancher mag ihm Zweckoptimismus unterstellen, aber soll er elf Spieltage vor Saisonende bereits den Untergang verkünden? Sein Klub, vergangene Saison mit Ach und Krach dem Abstieg aus der Bezirksliga entronnen, tut sich augenscheinlich schwer, den Standards der Klasse zu genügen. Sie schießt vor allem zu wenig Tore.

Binnen einer Woche traf Eibelstadt nacheinander auf den Tabellenersten und den Tabellenzweiten. Die Partie gegen Rottendorf ging mit 1:2 verloren. „Die schießen zweimal auf unser Tor, und wir bringen nichts rein“, beschreibt Wegmann das Dilemma. Der Kick in Röllbach lief nach ähnlichem Muster. „Wenn Rodolfo Ramos in der 44. Minute zehn Meter frei vor dem Tor nicht den Torwart anschießt, gehen wir in Führung. Dann läuft dieses Spiel vielleicht anders“, sagt Wegmann.

Aber Ramos, mit sieben Toren immer noch bester Schütze im Team, schoss nun einmal den Torhüter an. In der 45. Minute, also einen Angriff später, gelang Röllbach das 1:0. Eibelstadt verlor das Spiel 0:4. Außer dem Umstand, dass einem als Kellerkind nicht das große Glück lacht, brachte die Partie den Eibelstädtern noch andere Erkenntnisse – etwa die, dass sie mit Stürmern vom Format der Röllbacher Grimm und Wolf wohl deutlich besser stünden. „Vorne sind wir viel zu harmlos“, sagt Wegmann. 25 Tore in 19 Partien, nur Haibach hat mit 20 Treffern eine noch schlechtere Bilanz vorzuweisen.

Haibach gewann diese Runde erst zwei Spiele, der Tabellenvorletzte aus Hettstadt drei – und jedes Mal waren die Eibelstädter als Punktelieferanten dabei. „Das holst du nie wieder auf“, sagt Wegmann zu den unverhofften Rückschlägen. Rätselhaft bleiben die Schwächephasen dem Betreuer. Mag sein, dass der Mannschaft manchmal der letzte Biss fehle. Auf Trainer Karl-Heinz Zehnder, der im vergangenen Sommer Erwin Markert ablöste, lässt er jedenfalls nichts kommen. Das sähen seine Kollegen aus dem Vorstand genauso. Und so hat der Verein dem 46 Jahre alten Trainer schon jetzt das Vertrauen für eine weitere Saison ausgesprochen, vielleicht, um zu signalisieren, dass er dessen Arbeit schätze, vielleicht, um den Spielern ein Alibi zu nehmen.

Die Grundlagen für die Bezirksliga sieht Norbert Wegmann in Eibelstadt nach wie vor gegeben: das weitläufige Sportgelände mit seinen exzellenten Trainingsmöglichkeiten, aber ebenso die sportliche Klasse der Mannschaft. Sie müsse nur zwei, drei Jahre durchhalten in der Bezirksliga, dann sei der eigene Nachwuchs aus der U 19 und der U 17 reif für einen Sprung zu den Aktiven. In der Jugendfördergemeinschaft mit Sommerhausen, Randersacker und Theilheim tummelten sich derzeit viele Eibelstädter. Bis sie ihren optimalen Reifegrad erreicht haben, wird Wegmann seinen Posten längst verlassen haben. Für den 52-Jährigen ist zum Saisonende der Zeitpunkt erreicht, etwas Abstand vom Fußball zu gewinnen.

Seit seine beiden Söhne Johannes und Michael im Kindesalter mit dem Kicken angefangen haben, seit mehr als 20 Jahren also, begleitet er sie auf ihrer Tour. „Man reibt sich auf“, sagt Wegmann. Dazu kommt, dass er über manches grundlegend anders denkt als die heutige Generation. Dem Fußball schenkte er noch ungeteilte Aufmerksamkeit. Sieben Niederlagen in neun Spielen hätten in ihm das Feuer entfacht.