Handball-Bayernliga Männer

Nur ein Ex-Rödelseer freut sich über das Remis

Anscheinend ist die Pause über das Osterwochenende dem TSV Rödelsee nicht gut bekommen. Beim 23:23 gegen Rothenburg macht mancher Akteur nicht gerade einen hochkonzentrierten Eindruck.
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Kurve gekriegt: Ilya Ladygin fühlt sich als wichtiger Spieler in Rothenburg wohl. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Anscheinend ist die Pause über das Osterwochenende dem TSV Rödelsee nicht gut bekommen. Beim 23:23 (12:12) gegen den TSV Rothenburg machte manch einer der Akteure nicht gerade einen hochkonzentrierten Eindruck. So gab es nach Spielschluss bei Rödelsee lange Gesichter, während sich die Gäste richtig freuten. Für sie reichte der eine Zähler bereits zum sicheren Erhalt der Bayernliga.

„Wir sind mehr als zufrieden, der eine Punkt hat uns noch gefehlt, um alle Eventualitäten auszuräumen“, zog Rothenburgs Trainer Helmut Hofmann nach Spielende seine freudige Bilanz aus den 60 Minuten zuvor. Die Gäste hatten sich den Zähler auch redlich verdient, denn Rödelsees Leistungskurve glich in der gesamten Partie einer Achterbahn mit vielen Tälern. Zu fahrig, zu langsam und zu ideenlos präsentierten sich die Gastgeber. Beinahe passend dazu gaben sie in den Schlussminuten einen Drei-Tore-Vorteil (22:19, 56.) und damit den Sieg aus der Hand.

Etwas unglücklich agierte beim Gastgeber in dieser Phase ausgerechnet Andreas Paul, der insgesamt eine starke Saison spielt und gegen Rothenburg wieder die meisten Tore erzielte. Diesmal leistete er sich jedoch zwei Ballverluste im Angriff, die der Gegner mit Kontern bestrafte und eine Minute vor dem Ende zur 23:22-Führung nutzte. Sekunden später behielt Paul aber die Nerven und rettete mit seinem Siebenmeter den Rödelseern wenigstens einen Zähler. Zuvor war Routinier Michal Tonar so clever in die gegnerische Abwehr gegangen, dass diese ihn nur per Foul am Kreis stoppen konnten. Insgesamt hatte Tonar einen schweren Stand gegen den erst 17-jährigen Tim Ehrlinger auf Rothenburger Seite.

Als auch die letzten Sekunden verstrichen waren, ließ sich Andreas Pauls Gegenspieler Ilya Ladygin ein Bier auf den Klassenerhalt schmecken. Der 23-jährige Linkshänder, der einst das Rödelseer Trikot trug, gilt immer noch als eine Art schlampiges Genie, das aber diesen Ruf überwunden haben will. „Es war mehr oder weniger ein Neuanfang für mich in Rothenburg. Ich musste mich um 180 Grad drehen. Zum Glück habe ich das gemacht, da bin ich wirklich froh“, gestand er, der ja noch in Marktsteft wohnt, selbstkritisch. Sein Trainer Helmut Hofmann hat ihn dort zu einer wichtigen Kraft gemacht. „Ein begabter Handballer. Vielleicht hilft mir da mein Job als Lehrer. Da habe ich mehr solche schwierigen Fälle“, meinte Hofmann.

Der sah eine kämpferisch gute Leistung seiner Mannschaft, die von Beginn an recht entschlossen wirkte. Rödelsee ließ nur phasenweise seine Klasse aufblitzen, holte auf, ging in Führung, um den Vorsprung wieder zu vergeben. Nach diesem Schema lief es mehrmals, was Trainer Dusan Suchy naturgemäß nicht erfreuen konnte. „Jeder Spieler muss bei sich selber anfangen. Fünfzig, oder achtig Prozent reichen gegen keinen Gegner in der Bayernliga“, monierte Suchy. Kommenden Samstag werde das anders sein, versprach er. Dann kommt der bereits fest stehende Meister aus Auerbach. „Das sind andere Voraussetzungen, da ist jeder heiß.“

Das Spiel in der Statistik

TSV Rödelsee – TSV Rothenburg 23:23 (12:12)

Rödelsee: Tobias Demel, Thomas Paul, Sebastian Vogt (1), Radovan Suchy (2), Christian Häckner, Andreas Paul (6/1), Michal Tonar (5/3), Vilo Vitkovic (2), Maximilian Häckner (3), Gabor Csorba (2), Sebastian Piller (2/1), Julius Weinhardt, Bastian Demel, Lukas Demel.

Rothenburg: Andreas Amann, Alexander Resler, Felix Kölle (4), Maximilian Hofmann (4), Tim Ehrlinger, Ilya Ladygin (5/2), Christoph Wittmann (1), Daniel Schubart (2), Florian Striffler, Istvan Ulics (1), Stefan Pfingstgraef (6).

Schiedsrichter: Philipp Kretschmann/Robert Nemec (HG/MTV Ingolstadt).

Zuschauer: ca. 250.

Zeitstrafen: Suchy, Vogt – Kölle, Hofmann, Wittmann, Schubart.

Siebenmeter: 6:3 (4:2 verwandelt).

Spielfilm: 1:0 (1.), 1:4 (5.), 7:7 (21.), 11:8 (25.), 12:10 (28.), 12:12 -– 15:15 (41.), 18:18 (50.), 22:19 (56.), 22:22 (59.), 23:23.

Bayernliga Männer

HC Sulzbach – TSV Lohr 27:34  
HaSpo Bayreuth – TSV Simbach 39:29  
SV Auerbach – TSV Ottobeuren 31:23  
TSV Rödelsee – TSV Rothenburg 23:23  
TSV Winkelhaid – TSV Haunstetten 29:28  
HC Erlangen II – TuS Fürstenfeldbruck 34:27  
TB Roding – HSC Coburg II 37:22  

1. (1.) SV Auerbach 24 22 2 0 753 : 604 46 : 2  
2. (2.) TuS Fürstenfeldbruck 24 18 0 6 736 : 586 36 : 12  
3. (4.) TSV Lohr 24 16 3 5 744 : 661 35 : 13  
4. (3.) TSV Rödelsee 24 17 1 6 732 : 654 35 : 13  
5. (5.) HC Erlangen II 24 11 6 7 705 : 677 28 : 20  
6. (6.) TSV Simbach 24 8 7 9 658 : 681 23 : 25  
7. (8.) TB Roding 24 9 3 12 649 : 636 21 : 27  
8. (7.) TSV Haunstetten 24 9 2 13 658 : 679 20 : 28  
9. (11.) TSV Rothenburg 24 8 3 13 630 : 671 19 : 29  
10. (9.) TSV Ottobeuren 24 8 3 13 559 : 611 19 : 29  
11. (10.) HSC Coburg II 24 9 0 15 713 : 780 18 : 30  
12. (12.) HaSpo Bayreuth 24 7 1 16 631 : 688 15 : 33  
13. (13.) HC Sulzbach 24 5 2 17 652 : 745 12 : 36  
14. (14.) TSV Winkelhaid 24 4 1 19 586 : 733 9 : 39  
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