FUSSBALL: KREISLIGA

Nordheims Neuer hat noch viel Arbeit

Das Kreisliga-Derby geht mit 3:0 deutlich an Volkach, doch Nordheims Trainer Patrick Prescher weiß das Ergebnis einzuordnen. Viel Zeit blieb ihm noch nicht für seine Ideen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Volkacher Andreas Prause (links) bewacht den Ball vor Nordheims Marcel Pfeufer. Foto: Foto: Hans Will

Neue Besen kehren gut – sagt zumindest der Volksmund. Nicht immer trifft das Sprichwort zu, zumindest nicht, wenn zwei „neue Besen“ direkt aufeinandertreffen wie im Mainschleifen-Auftaktderby zwischen dem TSV Nordheim/Sommerach und dem VfL Volkach. In diesem behielt Norbert Feidel, der in Volkach Helmuth Weisensel abgelöst hat, mit seinem Team klar die Oberhand. 3:0 (1:0) hieß es am Sonntag für den VfL.

Vergangene Saison hatte Sommerachs Abteilungsleiter noch darauf gehofft, dass sowohl sein TSV als auch der benachbarte VfL – beide steckten über lange Zeit im Abstiegskampf – die Klasse halten würden. Letztlich schafften es auch beide und trafen gleich zum Saisonauftakt direkt wieder aufeinander; allerdings waren die Verantwortlichen in Sommerach und Nordheim noch vor Wochen davon ausgegangen, dass Jürgen Schnackig die Mannschaft übernehmen würde. Doch während der Vorbereitung eröffneten sich dem Trainer neue berufliche Perspektiven, so dass die Verantwortlichen Patrick Prescher engagierten.

Einst beim FC Schweinfurt 05 am Ball, war Prescher einen Tag vor dem Start in die Vorbereitung beim FC Wasserlosen/Greßthal sein Amt losgeworden. „Die Anfrage kam überraschend, aber mich hat sie sofort gereizt“, sagt der 31-Jährige. Viel Zeit blieb ihm kaum, seine neue Mannschaft kennenzulernen und eigene Ideen einzubringen – und doch versuchte Prescher, seinen Schützlingen einen neuen Spielstil einzuimpfen. Mit Mittelfeldpressing und schnellen Umschaltaktionen wollen die Nordheimer und Sommeracher zukünftig erfolgreich sein.

Gelungen ist dies gegen Volkach aber noch nicht. Zu oft hatten die Gäste im Zentrum zu viel Platz. Dem TSV fehlte schlicht der Zugriff. So fiel auch der erste Treffer, nachdem Andreas Prause den Ball im Zentrum auf die Außen verteilt hatte. Den folgenden Querpass nutzte Julius Ströhlein zum 0:1. „Die Jungs haben sich im-mer wieder von der Abwehr ins letzte Drittel kombiniert und hätten sogar noch vor der Pause nachlegen können“, so Feidel. Auch die Volkacher hatten also Räume für Kurzpassspiel. Aber nicht nur das: Auch nach Ecken wurde es mehrmals brenzlig im TSV-Strafraum.

Zwar fanden sich die Gastgeber in Sommerach vor der Pause etwas besser zurecht, richtiggefährliche Aktionen erspielten sie sich jedoch nicht. Meist haperte es am entscheidenden Pass. „In dieser Phase waren wir da. Bis 25 Meter vor dem gegnerischen Tor sah es gut aus. Dann fehlte aber die Bewegung“, resümierte Prescher, der das vor allem auf die fehlende Abstimmung nach nur drei Wochen Vorbereitung zurückführte. Zudem fehlte dem Übungsleiter in Raphael Steffen sein Top-Spieler, der verletzungsbedingt passen musste. Auch die diversen Sommerabgänge wie die Braun-Brüder, Florian Troll oder Pascal Herget machten sich deutlich bemerkbar.

Als dann die Volkacher per Strafstoß – Maximilian Pfaff hatte den durchgebrochenen Julius Stöhlein von den Beinen geholt, Philipp Weisenseel verwandelt – nachlegten, war die Partie entschieden. Weisenseel gelang kurz darauf sogar noch der dritte Streich. Weitere hätten folgen können, doch Pfaff war mit starken Paraden zur Stelle und bewahrte seine Elf, die konditionell nicht mehr nachlegen konnte, vor einer höheren Niederlage.

„Das 0:3 tut weh, aber ich weiß es einzuordnen. Wir brauchen einfach noch Zeit“, so Prescher. Spätestens in Grettstadt am dritten Spieltag will er erstmals punkten. Und Feidel? Selbst wenn er die Partie wegen der unterschiedlichen Voraussetzungen beider Teams nicht überbewerten mochte, zeigte er sich doch angetan vom ersten Auftritt seiner Elf. Der Ball sei gut gelaufen, sie habe sehr gut kombiniert. Im Gegensatz zu Prescher ist der neue Volkacher „Besen“ damit wesentlich weiter als sein Gegenüber und hat im ersten Ligaspiel deutlich besser gekehrt.

Die Statistik des Spiels

TSV Nordheim/Sommerach – VfL Volkach 0:3 (0:1)

Nordheim/Sommerach: Pfaff – Finster, Jakob, Koch, Christopher Schmitt, Heinrich, Lussert, Sebastian Pfeufer, Moritz Braun, Kaufmann, Pfister. Eingewechselt: Marcel Pfeufer, Then, Flammersberger.

Volkach: Leipold – Springer, Bernhardt, Lechner, Fuß, Wiederer, Weisenseel, Prause, Ströhlein, Lechner, Wolf. Eingewechselt: Eschenbacher.

Schiedsrichter: Schäff (Maroldsweisach).

Zuschauer: 100 (in Sommerach).

Gelbe Karten: Pfister, Heinrich, Pfaff, Marcel Pfeufer; Lechner.

Tore: 0:1 Julius Ströhlein (24.), 0:2 Philipp Weisenseel (72., Foulelfmeter), 0:3 Philipp Weisenseel (79.).

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.