FUSSBALL: KREISLIGA 1 SCHWEINFURT

Nordheim wird noch nicht nervös

Trotz des Fehlstarts mit zwei Niederlagen sieht Trainer Pittrof bei Nordheim/Sommerach das Positive – und blickt auf einen besonderen Termin Mitte Oktober.
Artikel drucken Artikel einbetten
Schon im Februar präsentierte der TSV Nordheim/Sommerach seine Trainer für die neue Saison (von links): Christian Förster (Torwart), Sportleiter Helmut Pfaff, Cheftrainer Jürgen Pittrof, Vorsitzender Jörg Steffen, Alexander Götz (Co)

Zwei Spiele, null Punkte, 1:8 Tore, letzter Platz: Den Start in die vierte Kreisliga-Saison hatte sich der TSV Nordheim/Sommerach etwas anders vorgestellt. Die ernüchternde Bilanz kann dem neuen Trainer nicht gefallen, nervös wird Jürgen Pittrof aber längst nicht. „So ein Start ist nicht schön“, sagt er, „aber ich ziehe mein Fazit erst nach vier Spielen.“ Zumal nun Aufgaben kommen, die er als etwas einfacher einschätzt.

Die ersten beiden Partien seien unglücklich gelaufen, sagt der 53-Jährige, der in Heidenfeld wohnt. In Gerolzhofen kassierte seine Elf zwei frühe Tore und befand sich schon nach 18 Minuten in schwieriger Lage. „Das warf unseren Plan über den Haufen, und dann haben wir im ersten Abschnitt drei Riesenchancen ausgelassen.“ Am Ende stand es 1:5 aus Sicht des TSV. Vergangenen Sonntag gegen Hirschfeld setzte sich das muntere Auslassen guter Gelegenheiten fort, dazu verzweifelten die Kicker von der Weininsel mehrfach an DJK-Torwart Medet Aydin. „Der beste Torwart der Klasse. Er hielt Hirschfeld im Spiel“, sagt Pittrof mit einigem Abstand zur 0:3-Niederlage.

Mit seinem Engagement in Nordheim und Sommerach, dem Zusammenschluss der Klubs aus den beiden Winzergemeinden, wagte er sich auf Neuland vor. Er habe keinen dort gekannt – gesucht und gefunden habe man sich über eine Anzeige. Vergangenen Herbst war für Pittrof Schluss beim FC Röthlein/Schwebheim, danach wurde sein Einsatz am Main bereits im Februar klar gemacht. So fiel seine erste Pause nach 30 Jahren, die er im Fußball tätig ist, kürzer aus als gedacht. Es „juckte“ eben wieder, zumal für ihn das Angebot des TSV gut passte.

Angetan ist er nach den ersten Wochen von den Klubs, der Vereinsführung, dem Umfeld und – trotz Misserfolg – auch von der Mannschaft, in der fast ausnahmslos Einheimische kicken. „Ich wurde sehr positiv aufgenommen und kann mich in keiner Weise beschweren. Wir haben durchschnittlich 18 Mann beim Training, das ist sehr gut. Das Umfeld ist gut aufgestellt, im Verein herrscht Ruhe“, sagt er.

Nach vier Jahren mit dem Nordheimer Udo Braun solle Pittrof neue Impulse in die Truppe bringen. Auf Platz acht landete die Elf im Vorjahr. Für diese Runde wurden erst einmal 40 Punkte als Saisonziel ausgegeben. Ähnlich ausgeglichen wie in den vergangenen Jahren schätzt Pittrof die Klasse ein.

Regelmäßig tauscht er sich mit seinem Vorgänger Udo Braun aus, der bei den Spielen zusehe und kürzlich sogar in der zweiten Mannschaft ausgeholfen habe. Für Pittrof ist Brauns Sohn Rene nicht nur als Kapitän der verlängerte Arm zum Team, das er als sehr lernwillig lobt. Können sei vorhanden, vor allem im Angriff, auch wenn es in zwei Spielen erst zu einem Tor gereicht hat. Vielleicht fehle etwas die Konstanz. Zudem habe mancher seiner Schützlinge beim Auftakt wohl etwas zu schnell den Kopf hängen lassen.

Was für Nordheim und Sommerach neben dem Verbleib in der Liga absolute Priorität hat, habe man ihm bereits klar gemacht. „Das wichtigste Spiel ist gegen den VfL Volkach. Da muss zweimal gewonnen werden, sagen viele. Für die Spieler ist das Derby definitiv das Wichtigste, darauf wird schon geschaut.“ Gesunde Rivalität sei das, allerdings ist das große Spiel erst für Mitte Oktober angesetzt. Zunächst einmal gilt es, bei der Schwebenrieder Landesliga-Reserve Punkte mitzunehmen, dann kommt die DJK Schweinfurt.

Die Kreisliga und viele der Kontrahenten kennt der freiberufliche Dozent für das Berufliche Fortbildungszentrum in Schweinfurt nur aus seiner Zeit in Röthlein. Als gebürtiger Schweinfurter begann Pittrof bei der DJK, in der C-Jugend hatte er ein kurzes Intermezzo beim FC 05, aber sein Weg war vorgezeichnet. „Ich wollte zum VfR“, sagt er, „das war der Verein meines Großvaters. Es war eine gute Entscheidung, das machte mir viel Spaß.“ Fünf Meisterschaften erlebte er dort, aber auch zwei Abstiege. Zudem mischte Pittrof im Vorstand an der Spitze des Klubs mit, auch in den schwierigen Zeiten, bis 2011 Schluss war.

In Nordheim und Sommerach hat Pittrof noch einiges vor. Gerade was die Details angeht, im taktischen Bereich „sind wir bei 25 Prozent dessen, was ich mir vorstelle“. Bei der Chancenverwertung muss er ansetzen, damit bald wieder Erfolg einkehrt auf der Weininsel, nicht erst zum großen Derby.

Verwandte Artikel

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.