Am „Runden Tisch“ treffen sich derzeit Vereinsfunktionäre in sämtlichen Fußballkreisen des Freistaates. Für den Fußballkreis Würzburg lud dazu der Kreisvorsitzende Marco Göbet ins Sportheim des Ochsenfurter FV ein. Dort wurde offen über die Zukunft des Amateurfußballs diskutiert.

Verbandsspielleiter Josef Janker, beheimatet in der Oberpfalz, stand Rede und Antwort. „Jeder Fußballkreis soll nach seinen Bedürfnissen Fußball spielen können. Die spinnersten Ideen, sind oft vielleicht die besten“, sagte er und fragte die 29 versammelten Vereinsvertreter: „Wir wollen wissen, was euch bedrückt?“

Danach kam es zu einer regen Diskussion. Der interessanteste Vorschlag lautete: Die beiden Bezirksligen anders zu besetzen und die Einteilung nicht wie bisher nach Ost und West, sondern nach Nord und Süd vorzunehmen, um mehr Derbys zu ermöglichen und die Anfahrtswege zu verkürzen. Bezirksspielleiter Bernd Reitstetter versprach, den Vorschlag zu prüfen.

Vereine beklagen Spielermangel

Indes beklagten fast alle Anwesenden zunehmenden Spielermangel. Das sei zum einen auf Unlust zurückzuführen, zum anderen aber auch berufs- und studienbedingt. Um dem entgegenzuwirken, wurde unter anderem vorgeschlagen, den Rundenbeginn auf Ende August zu legen und durch kleinere Spielklassen die Zahl der Begegnungen zu reduzieren. Als weiteres Problem wurde der zunehmende Zuschauerschwund bemängelt. Elmar Marquard aus Erlach schlug vor, den Spieltag mit Events am Sportplatz attraktiver zu gestalten. Frauen sollte man in den unteren Spielklassen freien Eintritt gewähren, da sie oft „nur“ als Begleitpersonen dabei seien. Dass der Live-Ticker des BFV mit dem Zuschauerrückgang im Zusammenhang stehe, wollte niemand bestätigen.

Für wesentlichen Gesprächsstoff sorgten das Zweitspielrecht und die drastisch angestiegenen Gebühren, die der Verband für Passanträge erhebt. Das Zweitspielrecht sollte länderübergreifend möglich sein. Die Passgebühren sollten je nach Spielklasse gestaffelt werden. Jürgen Fischer vom Ochsenfurter FV könnte sich zudem vorstellen, die Altersklassen von der U 13 bis U 19 nunmehr auf U 12 bis U 18 zu ändern, sodass die Jugendlichen früher bei den Erwachsenen eingesetzt werden könnten.

Bezirksspielleiter Bernd Reitstetter hob die Vorzüge des Live-Tickers hervor, der mittlerweile in allen Ligen des BFV genutzt werden kann, übrigens bis zu den F-Junioren. Reitstetter stellte fest, dass der BFV-Live-Ticker die einzige Plattform sei, auf die sofort auf amtliche Daten zugegriffen werden könne.